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Mittelblocker Anton Brehme bewies beim Spiel gegen Friedrichshafen Moral und Kampfgeist. Foto: imago images
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Knapper Sieg im ersten Finalspiel Die Volleys feiern ein grandioses Comeback

Beim Spiel gegen Friedrichshafen schwächeln die Berliner. Dann kämpfen sie sich aber zurück und zeigen teils spektakuläre Rettungsaktionen.

Solch spektakuläre Rettungsaktionen sieht man selten. Als der Ball in hohem Bogen aus dem Spielfeld flog, zögerte Benjamin Patch keine Sekunde. Mit einem Sprung über die Bande versuchte er den Ball zu retten und machte sogar vor den Stuhlreihen nicht Halt. Ähnlich grandios wie Patchs Rettungsaktion war auch das Comeback der BR Volleys am Donnerstagabend. Nach zwei schwachen Sätzen kämpften sie sich beim Auswärtsspiel gegen den VfB Friedrichshafen Stück für Stück zurück und siegten am Ende sogar im Tiebreak (18:25; 20:25; 25:21; 25:19, 19:17).

Es war das erste Finalspiel in der „Best of five“- Serie. Dass die beiden Dauerrivalen im Finale aufeinandertreffen, hat zwar Tradition; war aber in dieser Saison alles andere als selbstverständlich. Vor allem die Volleys hatten immer wieder mit Leistungsschwankungen und Verletzungen zu kämpfen. Die Gegner vom Bodensee mussten aufgrund von sechs positiven Corona-Tests ihre Teilnahme an der Champions League absagen. In der Bundesliga zeigten sie hingegen Konstanz und verließen die Hauptrunde als Tabellenerster.

Vor allem im ersten Satz fanden die Berliner nicht ins Spiel. Den herausragenden Angriffen von Linus Weber hatten sie wenig entgegenzusetzen. Und nachdem Friedrichshafen im Aufschlag zunehmend Druck aufbaute, lagen die Volleys zeitig mit 2:9 zurück. Zwischenzeitlich kämpften sie sich zwar noch einmal heran, doch letztlich war es ein Berliner Aufschlagfehler, der Friedrichshafen den ersten Satz bescherte.

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Der zweite Satz lief für die Volleys nicht viel besser. Immer wieder wirkten sie zögerlich und unkonzentriert. Durch Fehler im Aufschlag und Ungenauigkeiten im Zuspiel vergaben sie außerdem wertvolle Punkte. Das schien auch Trainer Cedric Énard zu bemerken, der einige Wechsel vornahm. Für einen kurzen Jubelschrei sorgte ein Ass von Mittelblocker Anton Brehme (11:19), doch auch dieser Satz ging an Friedrichshafen.

Mit Krücken vom Spielfeldrand

In den darauffolgenden Sätzen erhöhte Berlin endlich den Druck und steigerte sich im Sideout. Sogar davon, dass Mitteblocker Renan Michelucci sich verletzte und sein Team mit Krücken vom Spielrand anfeuern musste, ließen die Berliner sich nicht verunsichern. Brehme bewies im dritten Satz Moral und Kampfgeist und baute den Berliner Vorsprung mit einem Ass auf 21:18 aus. Ein gegnerischer Fehler besiegelte den Berliner Satzgewinn.

Im vierten Satz gingen die Volleys zum ersten Mal früh in Führung. Diese gaben sie im Laufe des Satzes auch nicht mehr aus der Hand. Besonders im Block steigerten sie sich und nach einem Punkt von Brehme (16:13) ließ sich sogar der sonst eher ruhige Sergej Grankin zu einem Freudentänzchen hinreißen. Der Mittelblocker war es auch, der den Satz nach einem längeren Ballwechsel zumachte.

Noch spannender ging es im Tiebreak zu, als beide Teams im Match angekommen zu sein schienen und auf Augenhöhe spielten. Lange gelang es keinem von beiden, sich eindeutig abzusetzen. Doch Patch, der sich zunehmend gegen den Friedrichshafener Block durchsetzen konnte, verwandelte schließlich den dritten Matchball.

Viel Zeit haben die Berliner nicht, um sich über das grandiose Comeback zu freuen. Bereits am Sonntag steht das nächste Spiel an. Das neue Selbstbewusstsein und der Heimvorteil dürften ihnen dabei helfen.

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