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"Nicht nur asoziale Schläger machen Kickboxen"

Kickboxerin Christine Theiss Tritte für Millionen

Die promovierte Medizinerin, deren Hauptberuf derzeit ruht, tut den Medienrummel als Nebensache ab, die für den Erfolg eben erledigt werden müsse. Sie wolle den Sport voranbringen, und das gelingt ihr. Es gebe weniger Vorurteile als früher. „Man musste den Leuten erst mal erklären, dass nicht nur asoziale Schläger Kickboxen machen“, sagt sie. Sie spricht vor allem Mädchen und junge Frauen an, die Kickboxen als Fitnesssport betreiben.

Ihre Kämpfe laufen mittlerweile auf einem Sendeplatz, der sonst dem klassischen Boxen vorbehalten war. 14,8 Prozent Marktanteil erreichte sie mit ihrem Kampf gegen Su-Jeong Lim vergangenes Jahr. Zum Vergleich: Felix Sturm erreichte auf demselben Sender fast 24 Prozent, die Klitschkos ziehen an einem Abend auch mal über die Hälfte aller Zuschauer an. Kickboxen ist eine Nischensportart – mit Daseinsberechtigung im Fernsehen, findet Theiss. „Meine Kämpfe haben mehr Zuschauer als das Frauenboxen“, sagt sie selbstbewusst. 1,7 Millionen Zuschauer erreichte Theiss am Freitag, ein Marktanteil von 12,1 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe – das drittbeste Ergebnis bisher, was die Zuschauerzahlen angeht. Die dienen als Grundlage für neue Vertragsverhandlungen.

Theiss ist das Titelgirl des Kickboxens. Sie will es als faire, vielseitige Sportart etablieren. „Mein Traum ist, eines Tages nach Hause zu kommen, mich auf die Couch zu setzen und Kickboxen live zu schauen, ohne dass ich selbst boxen muss“, sagt sie. Nach ihrem Sieg hielt sie kurz inne, dann stieg sie jubelnd auf die Ringseile. Es war ein kurzer Kampf, doch für Christine Theiss geht es bald schon in die nächste Runde.

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