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Karla Borger (r.) und Julia Sude (l.) werden in Katar nicht dabei sein. Foto: dpa
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Katar verbietet Bikini bei Beachvolleyball-Turnier Knielange Hosen sind ein Zeichen der Unterwürfigkeit

Ein Beachvolleyball-Turnier in Katar? Eine ziemlich unsinnige Idee. Das wiederum ist nichts Neues in der Welt des Sports. Ein Kommentar.

Der Profisport kommt regelmäßig auf die dämlichsten Ideen. Er lässt Olympische Winterspiele in einer Stadt mit fast schon mediterranen Temperaturen austragen (Sotschi), er vergibt eine Fußball-WM in die Wüste (Katar), und er umgeht die Corona-Maßnahmen der Länder, damit verschiedenste internationale Wettbewerbe doch noch stattfinden können.

Und immer, wenn man glaubt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, setzen die Sportverbände noch einen drauf. Dieses Mal der Volleyball-Weltverband. Er entschied, das World-Tour-Turnier im Beachvolleyball in Katar auszutragen. In einem Land, in dem vor allem die Falknerei und Kamelrennen Tradition haben. Nicht aber Beachvolleyball, schon gleich gar nicht, wenn dieser von Frauen im Bikini gespielt wird.

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Der Konflikt war absehbar. Es dauerte nicht lange, bis die katarischen Behörden die Kleiderordnung festlegten: Die Spielerinnen sollen in knapp zwei Wochen in Shirts und knielangen Hosen statt wie sonst üblich im Sport-Bikini antreten. Die deutschen Starterinnen Julia Sude und Karla Borger haben ihre Teilnahme bereits abgesagt. Für sie ist der Sport-Bikini keine Provokation, sondern schlicht die beste Arbeitskleidung in dem fordernden Sport.

Die knielangen Hosen sind kein Zeichen des Respekts vor der Tradition des Gastgeberlandes, wie es der Volleyball-Weltverband kommunizierte. Sie stehen vielmehr für die Unterwürfigkeit der Sportverbände gegenüber den potenten Geldgebern. Denn ursächlich für all die Dämlichkeiten im Profisport ist letztlich nichts anderes als das liebe Geld. Man mag sich einfach nur wünschen, dass der Geldfluss irgendwann versiegt – und der Quatsch aufhört.

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