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Die Brasilianerin Rayssa Leal ist eine der jüngsten Athletinnen, die je bei Olympia antrat Foto: REUTERS
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Jugendliche Medaillengewinner als Normalität Höher, schneller, weiter, jünger – die Entwicklung bei Olympia ist erschreckend

Bei den Olympischen Spielen in Tokio sind viele Teilnehmer erschreckend jung. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Ein Kommentar.

Höher, schneller, weiter – jünger? Das scheint ein bisschen das Motto der Olympischen Spiele zu sein. Jugendliche Medaillengewinner gehören in Tokio fast schon zur Normalität.

Ganz vorne bei den ‘Kinderspielen’ ist das Skateboarden. Jene Disziplin, die in diesem Jahr erstmals bei dem traditionsreichen Turnier dabei ist und deren Aufnahme in das olympische Programm nicht zuletzt von den Akteuren selbst auch schon mal kritisiert worden ist. Denn der Sport auf dem Brett ist für die meisten Vertreter mehr Lebenseinstellung als Wettkampf, mehr Spaß als Konkurrenz. Vielleicht haben deshalb bei Olympia Skater abgeräumt, die in der Szene gar nicht so einen großen Namen haben.

So setzte sich im Street-Parcours nicht etwa die von Skate-Legende Tony Hawk unterstützte Julia Brückler durch, sondern am Ende stand die 13 Jahre alte Japanerin Momiji Nishiya ganz oben auf das Treppchen – flankiert von der sogar noch wenige Monate jüngeren Silbergewinnerin Rayssa Leal und der nur drei Jahre älteren Funa Nakayama.

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Doch nicht nur beim Skateboarden ist die Altersgrenze fast schon erschreckend niedrig. Über 100 Meter Brust schwamm am Dienstag die erst 17 Jahre alte Lydia Jacoby zur Goldmedaille und Tischtennisspielerin Hend Zaza ist mit gerade einmal zwölf Jahren die jüngste Teilnehmerin der Spiele.

Erstaunlicherweise sind es vor allem Mädchen oder junge Frauen, die schon so früh in der Weltspitze mitmischen. Eine erschreckende Entwicklung, denn da steht beispielsweise Rayssa Leal als jüngste Medaillengewinnerin dieser Spiele in einer Reihe mit Sportlern und Sportlerinnen aus der Zeit zwischen 1896 und 1960. Angeführt wird die Liste übrigens vom Turner Dimitros Loundras, der vor 125 Jahren als Zehnjähriger teilnahm.

Historisch gesehen entwickelt sich der Sport also zurück. Konzepte wie die Olympischen Jugendspiele, die 2007 für Athleten und Athletinnen zwischen 14 und 18 Jahren initiiert wurden, werden scheinbar obsolet. Auch wenn es in Sportarten wie im Turnen inzwischen eine Altersgrenze gibt.

Trotzdem aber kommt die Frage auf, warum gerade beim Nachwuchs der Wettkampfgedanke höhergestellt wird als der Spaß? Sicher, wer früher anfängt, kann später meist größere Erfolge feiern. Doch ist es das wert? Sollten nicht gerade junge Menschen Spaß dem Wettkampf vorziehen und nicht umgekehrt?

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