Keine Frage. Der „Auftritt“ Dietmar Hopps im ZDF sorgte für Kritik. Foto: Imago
© Imago

Update Hoffenheims Mäzen im „Aktuellen Sportstudio“ Warum ein Videoeinspieler von Dietmar Hopp für Kritik sorgt

Im ZDF bezieht Dietmar Hopp Stellung zu den Schmähungen von Fußballfans – ohne dass eine Reaktion des Moderators möglich ist. Das wirft Fragen auf.

Die Veröffentlichung eines Videoeinspielers von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp sorgt für Unverständnis und Kritik am „Aktuellen Sportstudio“. Die ZDF-Sportsendung hatte am Samstagabend ein zuvor von der TSG Hoffenheim aufgezeichnetes Video live gesendet, in dem Hopp Stellung zu den wochenlangen Schmähungen seitens der Fußball-Fanszene gegen seine Person bezieht.

In den sozialen Netzwerken kritisierten Nutzer allerdings nicht die Aussagen Hopps an sich, sondern das Vorgehen des ZDF. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender hatte Hopp nicht live interviewt, sondern ihm vorab Fragen geschickt, die dieser beantworten sollte. Die Möglichkeit, Fragen zu dessen Ausführungen zu stellen, hatte Moderator Jochen Breyer nicht.

„Wie viel Geld muss ich haben, damit ich auch ein Video im ZDF-Sportstudio abspielen lassen kann?“ oder „Wieso kann ein einzelner beliebiger Vereinsfunktionär über euren Kanal unkommentiert Statements veröffentlichen und andere Parteien diskreditieren?“ waren nur zwei provokante Reaktionen.

Auch Fanorganisationen reagierten. Rainer Vollmer, Sprecher der Interessengemeinschaft der Fanorganisationen, fand den Auftritt Hopps „unglücklich“ und den Zeitpunkt „unpassend“. Für Sprecher Sigi Zelt vom Bündnis ProFans habe Hopp „bis heute nicht verstanden, worum es im Kern der Proteste wirklich ging“. Sie seien vor allem gegen die Kollektivhaftung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gerichtet gewesen.

Hopp hatte im „Aktuelles Sportstudio“ gesagt: „Mich zum Gesicht für den Kommerz zu machen, ist wirklich nicht nachvollziehbar. Leider war die Hetze so perfekt inszeniert, dass Ultras vieler Vereine mitgemacht haben.“ Doch er hatte dann auch betont: „Ich will das aber alles gerne vergessen, wenn es von nun an Geschichte ist.“

Hopp zu Gast. Der Hoffenheimer Mäzen war vor einigen Jahren einmal im „Aktuellen Sportstudio“ bei ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Foto: Imago/Martin Hoffmann Vergrößern
Hopp zu Gast. Der Hoffenheimer Mäzen war vor einigen Jahren einmal im „Aktuellen Sportstudio“ bei ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. © Imago/Martin Hoffmann

Hopp war vor der Coronavirus-Pause wochenlang in deutschen Fußball-Stadien angefeindet worden. Auslöser der Eskalation war eine Entscheidung des DFB-Sportgerichts. Dieses hatte eine Bewährung für Fans von Borussia Dortmund wegen fortgesetzter Hassplakate gegen Hopp aufgehoben und alle BVB-Anhänger für die nächsten zwei Jahre von Pflichtspielen ihres Klubs in Sinsheim ausgeschlossen. Solche Kollektivstrafen, die vom DFB und dem damaligen Präsident Reinhard Grindel 2017 eigentlich als abgeschafft galten, stoßen in der Fanszene auf heftige Ablehnung.

Das ZDF kann die Kritik aus den sozialen Medien nicht nachvollziehen. „Es handelte sich in diesem Fall um kein klassisches Interview, sondern um Statements von Dietmar Hopp", teilte der Mainzer Sender dem Tagesspiegel auf Anfrage mit. "Wir sind mit dem Verfahren in der Sendung völlig transparent umgegangen.“ (mit dpa)

Zur Startseite