Trainingsauftakt Hertha BSC. Trainer Ante Covic beobachtet Jordan Torunarigha. Foto: Stache/dpa
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Herthas neuer Trainer Ante Covic Temperamentvoll und stimmgewaltig

Der 43 Jahre alte Coach plant einen Tag vor dem ersten Trainingslager in Neuruppin auch den Einstieg der Nachzügler.

Für seine Stimmbänder wird Ante Covic sich schleunigst etwas einfallen lassen müssen. So, wie der 43-Jährige nach der Trainingseinheit am Dienstag anhörte. Der neue Cheftrainer von Hertha BSC vollführt ein recht agiles Coaching. In den 90 Minuten ist er meist mittendrin, oft kommentiert er die Aktionen seiner Spieler. Gelegentlich unterbricht er eine Übung, um zu korrigieren. Das tut Covic dann so laut, dass er überall auf dem weitläufigen Trainingsplatz vernehmbar ist.
„Ich bin sehr zufrieden mit der Einheit“, sagte Covic hinterher, „die Jungs sind alle engagiert und klar ist ja auch, dass in dieser frühen Phase nach dem Urlaub wir ihnen einige Fehler verzeihen.“ Wie schon am Vortag zum offiziellen Trainingsauftakt im Amateurstadion vor 1000 Zuschauern, sind auch am Dienstagvormittag zahlreiche Schüler gekommen. Es ist Sommerferienzeit in Berlin und Brandenburg. Hinterher schrieben die Spieler geduldig Autogramme.
Am Mittwoch wird der Hertha-Tross zu einem ersten Trainingslager aufbrechen. In Neuruppin sollen eine Woche lang vornehmlich die physischen Grundlagen für die kommende Spielzeit gelegt werden. Der Schwerpunkt dieses Trainingslager liegt also im konditionellen Bereich. Erst danach geht es laut Covic inhaltlich zu kleineren Spielformen über. Nach einer vierwöchigen Pause müsse die Muskulatur der Spieler erst mal wieder angesprochen werden, sonst wäre das Verletzungsrisiko zu hoch. Ganz bewusst habe Herthas neues Trainergespann sich für nur ein Testspiel in Neuruppin entschieden. Kommenden Sonntag treffen die Berliner auf der Sportanlage des MSV Neuruppin um 15 Uhr auf Eintracht Braunschweig. Gespielt werden dreimal 40 Minuten.

Stark und Duda kehren zurück


Mit Beginn des Trainingslagers werden auch einige Spieler dazustoßen, die aufgrund von Länderspielen im Juni etwas verspätet in den Urlaub konnten. Das sind zum Beispiel die beiden Slowaken Ondrej Duda und Peter Pekarik. Auch Niklas Stark gehört dazu. Der 24-jährige Abwehrspieler war von Bundestrainer Joachim Löw für die beiden EM-Qualifikationsspiele in Weißrussland und gegen Estland nominiert worden, blieb allerdings ohne Einsatzzeit. Immerhin bleibt Stark bei Hertha. Zum 30. Juni lief die Frist ab, bis zu der Stark eine Option hätte ziehen können, wonach er für die Ablösesumme von 25 Millionen Euro den Klub hätte verlassen können.

Mittelstädt und Maier kommen erst später


Nach dem Trainingslager werden dann noch jene Herthaner in die Vorbereitung einsteigen, die bis vor kurzen noch bei der Europameisterschaft der U 21 unterwegs waren. Das sind Maximilian Mittelstädt, Arne Maier und Neuzugang Eduard Löwen. Dafür dabei ist Julian Albrecht, den Covic für die Vorbereitungszeit zu den Profis hochgezogen hat. Der 17 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler spielt eigentlich in der U 19. Im März hatte er als erster Herthaner des Jahrgangs 2001 einen Profivertrag erhalten, der zum 1. Juli in Kraft getreten ist.
Zurückgekehrt ist in Sidney Friede auch ein anderes, ehemaliges Nachwuchstalent. Der inzwischen 21-Jährige war zuletzt an Royal Mouscron in Belgien ausgeliehen, wo er unter Herthas ehemaligen Co-Trainers Bernd Storck zum Stammspieler aufstieg.
In Neuruppin soll dann auch Abwehr-Neuzugang Dedryck Boyata ins Mannschaftstraining einsteigen. Der 28-Jährige, der ablösefrei von Celtic Glasgow gekommen ist, hatte sich Ende März einen Muskelbündelriss zugezogen. In den beiden ersten Tagen der Saisonvorbereitung trainierte er individuell. „Wir werden ihn nach viermonatiger Verletzung nicht verheizen. Wir müssen da vorsichtig rangehen, damit wir langfristig etwas von ihm haben“, sagte Ante Covic mit angekratzter Stimme.

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