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Hertha BSC nimmt nur einen Punkt aus Köln mit nach Hause. Foto: picture alliance/dpa
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Hertha spielt gegen Köln 0:0 Den Absturz verhindert

Beim Spiel gegen den 1. FC Köln verpasst Hertha BSC zwar den möglichen Sieg, zeigt sich aber deutlich gefestigter als zuletzt in Bielefeld.

Krzysztof Piatek, der Stürmer von Hertha BSC, kann eine durchaus respektable Bilanz vorweisen. Obwohl er gar nicht mal so oft zum Einsatz kommt, war er in dieser Saison für den Berliner Fußball-Bundesligisten schon an sechs Toren beteiligt. Vier erzielte er selbst, zwei bereitete er vor. Und immer war er zuvor eingewechselt worden.

Insofern war es fast abzusehen, was passieren würde, als Piatek am Samstagnachmittag im Gastspiel beim 1. FC Köln nach einer knappen Viertelstunde perfekt von Vladimir Darida bedient wurde. Es war eine Situation wie gemalt für einen Abschlussstürmer wie den Polen. Aber er war halt nicht als Einwechselspieler gekommen, sondern stand von Anfang an auf dem Platz – und scheiterte mit seinem Versuch am Kölner Torhüter Timo Horn.

Piatek traf auch in der Folge nicht, genauso wenig wie alle anderen Spieler auf dem Feld. Und so blieb es beim 0:0 in einem wenig inspirierenden Spiel, das beiden Mannschaften nicht entscheidend weiterhilft, das sie aber auch nicht tiefer in die Krise stürzt.
Piatek war der einzige Neue in Herthas Startelf nach der deprimierenden 0:1-Niederlage bei Arminia Bielefeld. Er ersetzte den angeschlagenen Marvin Plattenhardt. Matheus Cunha fehlte erneut, saß aber immerhin als Wechseloption auf der Bank. Angesichts der personellen Probleme, vor allem auf den Außenpositionen, hatte sich Trainer Bruno Labbadia für eine taktische Umstellung entschieden: Aus dem üblichen 4-3-3 wurde eine 4-4-2-Formation mit Raute im Mittelfeld.

Kölns Trainer Markus Gisdol, durch die 0:5-Niederlage seiner Mannschaft in Freiburg vor einer Woche gehörig unter Druck geraten, hatte angesichts der Systemumstellung die Sorge geäußert, „dass der Gegner uns ein bisschen vor Probleme stellt“. Diese Furcht aber erwies sich zunächst als unbegründet. Wobei: Es braucht nicht viel, um den FC in seiner derzeitigen Verfassung vor Probleme zu stellen. Das zeigte auch die Begegnung mit den Berlinern. Im Spiel nach vorne ging so gut wie gar nichts, die Bedrohung für Hertha war recht überschaubar. In der ersten Halbzeit brachten die Gastgeber, denen vor dem Spiel 394. Minuten kein Treffer mehr gelungen war, nur einen ernstzunehmenden Torschuss zustande. Der Versuch von Ondrej Duda wurde jedoch geblockt, so dass für Torhüter Alexander Schwolow keine echte Gefahr bestand.

Hertha nutzte die gegnerische Verunsicherung nicht

Duda bildete gemeinsam mit dem zweiten Ex-Herthaner Marius Wolf den Sturm der Kölner, doch deren Offensive existierte allenfalls in der Theorie. Auch das Angriffsspiel der Gäste sprühte nicht gerade vor Esprit. Außer Piateks Versuch gab es vor der Pause noch zwei halbwegs gefährliche Aktionen. Einmal klärte Kölns Innenverteidiger Sebastiaan Bornauw gegen seinen früheren FC-Kollegen Jhon Cordoba, dann wurde ein Schuss von Dodi Lukebakio geblockt.

Insgesamt aber trat Hertha deutlich gefestigter auf als in der Woche zuvor in Bielefeld. Die Mannschaft ging die Aufgabe seriös an, spielte insgesamt besser gegen den Ball zusammen und war nach Ballgewinnen bemüht, schnell nach vorne zu spielen, tat dies aber nicht immer mit der nötigen Präzision, so dass das Niveau der Darbietung insgesamt überschaubar war.

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Ausflüge nach Köln waren für Hertha zuletzt durchaus ein Anlass zu ausgelassener Freude. Von den jüngsten neun Auswärtsspielen in Müngersdorf haben die Berliner sieben gewonnen. Dass sie sich in der ungewohnten Umgebung durchaus wohlfühlen, war auch am Samstag punktuell zu erkennen. Besonders verschreckt wirkte die Mannschaft von Bruno Labbadia jedenfalls nicht. Aber insgesamt machte Hertha zu wenig aus der offenkundigen Verunsicherung des Drittletzten.

Labbadia reagierte, brachte nach einer guten Stunde Cunha für den fahrigen Lukebakio. Nachdem stringente Angriffe der Berliner bis dahin eine Seltenheit gewesen waren, wurde es nun besser. Die erste richtig gute Chance der zweiten Hälfte leitete Cunha ein. Sein Zuspiel in die Spitze nach Cordobas Balleroberung brachte Piatek in aussichtsreiche Abschlusssituation. Der Schuss des Polen aber ging knapp am langen Pfosten.

Für Hertha war diese Aktion ein Signal, sich noch einmal intensiver um die Führung zu bemühen. Mattéo Guendouzi scheiterte kurz nach Piateks vergebener Chance mit einem Schlenzer an Horn im Kölner Tor und traf wenig später den Pfosten. Hertha versuchte es wenigstens. Aber der erhoffte Sieg zur weiteren Beruhigung der eigenen Nerven und des kritischen Umfelds wollte den Berliner nicht mehr gelingen. (Tsp)

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