Fortsetzung erwünscht. Marko Grujic bleibt Hertha BSC erhalten. Foto: Seeger/dpa
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Hertha BSC startet in die Vorbereitung Klein anfangen, groß rauskommen

Hertha BSC startet am Montagnachmittag mit dem neuen Trainer Ante Covic in die neue Bundesligaspielzeit. Marko Grujic bleibt den Berlinern erhalten.

Am Montagnachmittag wird Ante Covic das erste Mal die Profimannschaft von Hertha BSC zum Training bitten. Der 43-jährige Bundesliganeuling, der als Trainer die Nachfolge von Pal Dardai angetreten hat, steht mit seiner Mannschaft vor einer großen Herausforderung und einer für den Verein wegweisenden Spielzeit. Zum Auftakt in die Saisonvorbereitung ist der Kader noch nicht komplett, im Wesentlichen ist die Mannschaft, die Dardai zuletzt auf Platz elf führte, aber zusammengeblieben.

Am Wochenende zeichnete sich schon eine zentrale Personalie ab. Demnach soll der Liverpooler Leihspieler Marko Grujic für eine weitere Spielzeit bei Hertha bleiben. Für die erneute Leihe sollen die Berliner dem Vernehmen nach zwei Millionen Euro zahlen. Der 23-jährige Serbe, dessen Vertrag in Liverpool noch bis 2023 läuft, war in der abgelaufenen Spielzeit zum Leistungsträger aufgestiegen. Zuletzt war er auch von Werder Bremen und Eintracht Frankfurt umworben. In seinen 22 Einsätzen für Hertha erzielte Grujic fünf Tore und bereitete ein weiteres vor. Dardai betitelte ihn als „Herthas besten Mittelfeldspieler der letzten 20 Jahre“.

Dafür allerdings verlieren die Berliner in Valentino Lazaro einen wichtigen, kreativen Außenbahnspieler. Der Österreicher ist sich mit Inter Mailand einig. 23 Millionen Euro wird er den Berlinern einbringen. Nun muss Herthas Manager Michael Preetz Ersatz für ihn finden. Der Einstieg eines neuen Investors, der jüngst für 125 Millionen Euro 37,5 Prozent der Anteile an der Hertha BSC Kommanditgesellschaft auf Aktien erwarb, erweitert zwar die Spielräume. Doch die anderen wissen eben auch, dass viel Geld da ist und werden entsprechende Preise aufrufen.

Bei Hertha werden sie nun wieder etwas größer denken. Nach den Platzierungen sieben und sechs in den beiden ersten vollständigen Spielzeiten unter Dardai, landete das Team anschließend auf den Rängen zehn und elf – das war Verantwortlichen nicht mehr gut genug. Dardai, der durch solide Arbeit dabei halft, den gesamten Verein zu stabilisieren, musste im Sommer gehen. Die Vereinsführung wertete die beiden vergangenen Spielzeiten als Stagnation.

Covic „verkörpert große Hertha-Leidenschaft“

Mit Ante Covic und den Investor-Millionen soll die zweite Reihe der Liga hinter Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig angegriffen werden. Also Mannschaften wie Mönchengladbach, Leverkusen, Hoffenheim und Schalke, mit denen Hertha irgendwann dauerhaft mithalten möchte. „Ante besitzt unbestrittene fachliche Kompetenz und verkörpert große Hertha-Leidenschaft“, sagte Preetz über den neuen Trainer, „wir sind uns sicher, dass er mit seinem Feuer und seiner Begeisterung auch die Mannschaft anstecken wird.“

Bisher war der gebürtige Berliner mit kroatischen Wurzeln für die U 23 der Berliner in der Regionalliga Nordost verantwortlich. Als Co-Trainer stehen ihm Mirko Dickhaut und Harald Gämperle, der einst Assistent unter Lucien Favre war, zur Seite. Torwarttrainer Zsolt Petry sowie die Athletiktrainer Henrik Kuchno und Hendrik Vieth sind geblieben.

Nach zwei Einheiten am Dienstag fährt Hertha am Mittwoch nach Neuruppin, um dort bis zum 10. Juli ein erstes Trainingslager zu absolvieren. Dort treffen die Berliner am kommenden Sonntag auf den Drittligisten Eintracht Braunschweig. Ein zweites Trainingslager ist dann vom 24. Juli bis zum 1. August in Stegersbach (Österreich) geplant. Bevor Hertha am zweiten Augustwochenende im DFB-Pokal beim Regionalligisten VfB Eichstätt (Bayern) antreten muss, absolvieren die Berliner am 3. August ein Testspiel in London beim Premiere-League- Verein Crystal Palace. Am 16. August eröffnet Hertha dann mit dem Spiel beim Titelverteidiger Bayern München die neue Bundesligasaison. Es hätte einfacher sein können.

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