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Blankes Entsetzen. Thomas Doll kann seinen Hannoveranern gar nicht mehr zusehen. Foto: Peter Schatz/Imago
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Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg Zahlenspiele im Abstiegskampf: Statistiken des Grauens

Schenkt man der Historie Glauben, so stehen mit Hannover und Nürnberg zwei Absteiger fest. Für mögliche Gegenargumente spricht wenig. Ein Kommentar.

Hannovers Trainer Thomas Doll ist schon lange im Fußball-Geschäft aktiv. Genau das sagte er dann auch auf der Pressekonferenz nach dem 1:5-Debakel beim VfB Stuttgart. Aber so einen Auftritt, das sagte er auch, habe er noch nicht gesehen. 14 Punkte hat Hannover zehn Spieltage vor dem Ende der 56. Bundesliga-Saison geholt. Nur acht Mannschaften hatten zum gleichen Zeitpunkt einer Spielzeit weniger Punkte auf dem Konto – allesamt sind sie am Ende der jeweiligen Saison abgestiegen. Was Hannover trotzdem ein Fünkchen Hoffnung gibt: Eine dieser acht Mannschaften steht derzeit noch einen Punkt hinter 96 – der 1. FC Nürnberg mit 13 Punkten. Im Jahr 1991 hatte zuletzt ein Tabellenletzter zum gleichen Zeitpunkt weniger Punkte als die Franken. Es war Hertha BSC mit zwölf Punkten.

„Jeder, der es mit Hannover 96 hält, kann sich nur schämen“ und „Das hatte nichts mit Bundesliga-Fußball zu tun“ waren weitere Aussagen Dolls. Und sie trafen das, das seine Mannschaft am Sonntag zwischen 15.30 Uhr und 17.25 Uhr auf den Platz brachte, unglaublich treffend auf den Punkt.

Einen ungeliebten Vorteil haben die Klubs

Die Negativwerte, die die beiden Klubs anzubieten haben, werden sich nach der Saison vermutlich auf vorderen Plätzen der Bundesliga-Geschichtsbücher einfinden. Zusammen haben die Abstiegskandidaten erst genauso viele Siege ergattert wie der Drittletzte aus Stuttgart – und zwar deren fünf. Mit der addierten Anzahl an Toren liegen sie gleichauf mit Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg aus dem oberen Mittelfeld der Tabelle. Und bei den addierten Gegentoren haben sie die 100er-Marke seit dem Wochenende locker überschritten. Und auch die Form spricht nicht gerade für die beiden Teams.

Hannover hat von den letzten 13 Spielen zehn verloren und nur eins gewonnen. Gegen wen? Genau, die Nürnberger. Die wiederum warten seit Ende September auf einen Sieg und haben von den 18 Spielen seitdem 13 verloren. Es sind Statistiken des Grauens. Und Gründe, weshalb sich diese in den letzten zehn Saisonspielen plötzlich ändern sollten, fallen auch den Kreativsten unter uns wohl nicht ein.

Beide Klubs haben vor wenigen Wochen ihre Trainer ausgetauscht und damit kein Glück gehabt. Einen ungeliebten, aber nicht kleinzuredenden Vorteil haben Hannover und Nürnberg aber dennoch. Sie können schon mal für den Wiederaufstieg planen – und haben angesichts der Zahlen nun wirklich nichts mehr zu verlieren.

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