Kraftpaket am Kreis. Marsenic kam aus Skopje zu den Füchsen. Foto: Carstensen/dpa
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Handball-Bundesliga Berlins neuer Kleiderschrank heißt Mijajlo Marsenic

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Gegen den Meister SG Flensburg/Handewitt hoffen die Füchse Berlin auf die Stärken ihres neuen Kreisläufers. Trainer Velimir Petkovic dämpft die Erwartungen.

Mijajlo Marsenic kommt mit dem Taxi zum Training. „Berlin ist so riesig“, sagt der 25-Jährige und wirft seine Sporttasche über die Schulter, „und ich bin ja noch neu hier, deshalb kenne ich noch nicht alle Wege.“ Zumal sich Marsenic’ Arbeitgeber, die Füchse Berlin, am Montagvormittag ausnahmsweise in der Max-Schmeling-Halle auf das Bundesliga-Heimspiel an diesem Dienstag gegen die SG Flensburg-Handewitt (19 Uhr, live bei Sky) vorbereitet haben und nicht wie sonst üblich in Hohenschönhausen.

Marsenic ist gewissermaßen der neue Kleiderschrank im Kader des Handball-Bundesligisten; 2,03 Meter groß, 120 Kilogramm schwer, breites Kreuz, kurzgeschorene Haare. „Wir sind Handballer, wir müssen auf dem Platz ein bisschen furchteinflößend aussehen“, sagt der Serbe und lacht. „Aber wenn man mit uns Kaffee trinken geht oder in ein Restaurant, sind wir eigentlich ganz liebe, nette Kerle – das können Sie mir glauben!“

Am Dienstag werden vor allem Marsenic’ Kompetenzen als Handballer und Kämpfer gefragt sein. Dann darf der serbische Nationalspieler zum zweiten Mal vor heimischem Publikum zeigen, warum ihn die Berliner im Sommer vom mazedonischen Spitzenklub Vardar Skojpe verpflichtet haben – und welche Erwartungen mit dem Transfer verbunden sind. Marsenic soll auf lange Sicht der starke Mann auf der Kreisläufer-Position sein, auf der die Füchse in den vergangenen Jahren viele Kandidaten getestet haben. Festgespielt hat sich in dieser Zeit allerdings keiner von ihnen. Offenbar trauen die Berliner Verantwortlichen Marsenic zu, diese Lücke zu schließen; Manager Bob Hanning hat den Kreisläufer mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet.

"Er war nur dritter Kreisläufer", sagt sein Trainer

Füchse-Trainer Velimir Petkovic gibt allerdings zu bedenken, dass sein neuer Spieler noch eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigen wird. „Viele sagen, Mijajlo kam vom Champions-League-Sieger 2017, sie erwarten viel von ihm“, sagt Petkovic, „aber man muss sich auch genau die Rolle ansehen, die er dort hatte. Er war nur dritter Kreisläufer.“

In Berlin soll das anders laufen, obwohl die Konkurrenz auf Marsenic’ Position groß ist: in Johan Koch und Erik Schmidt beschäftigen die Füchse zwei weitere Kreisläufer. Einer von ihnen, nämlich Schmidt, hat seine Vorzüge vor allem in der Defensive. Der andere, Koch, bringt seine Stärken fast ausschließlich im Angriff ein. Marsenic dagegen kann – basierend auf den Eindrücken aus den ersten Punktspielen – bedenkenlos überall zum Einsatz kommen.

„Bisher fühle ich mich sehr wohl in Berlin, es ist ein bisschen wie meine Heimatstadt Belgrad“, sagt Marsenic, „viele Bars, nette Ecken zum Ausgehen.“ Für Marsenic war es auch deshalb leicht Anschluss zu finden, weil im Füchse-Kader fünf Spieler und ein Trainer aus dem ehemaligen Jugoslawien stehen. Jakov Gojun etwa, der Abwehrchef, neben dem Marsenic hin und wieder spielt, hat ihn an die Hand genommen und ein wenig herumgeführt, auch Petkovic suchte das Einzelgespräch mit ihm. „Mijajlo ist ein großes Talent mit viel Potenzial“, sagt der Trainer, „aber ich habe ihm auch klar gesagt, dass er sich noch steigern muss.“

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