Ausflug in alte Zeiten. 2009 spielten Marco Gebhardt und Torsten Mattuschka gemeinsam für die Union-Profis, am Wochenende sind sie in der Oldie-Mannschaft wiedervereint. Foto: Hannibal Hanschke/dpa
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Hallenturniere in der Max-Schmeling-Halle Erst Barca, dann Blau-Weiß 90

Louis Richter
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Am Wochenende stehen in Berlin das Traditionsmasters und der Regio Cup an. Ex-Profi Marco Gebhardt ist dann im Dauereinsatz.

Während Marco Gebhardt in einem warmen Steglitzer Café über den Reiz der Berliner Fußball-Hallenturniere spricht, fängt es draußen an zu schneien. Zu den Argumenten des ehemaligen Bundesliga-Profis für eine Teilnahme – „Highlight der Winterpause“, „schönes Spektakel“, „super Halle“ – gesellen sich also auch unweigerlich die Punkte Wärme und Trockenheit. Während auf den diversen Berliner Fußballplätzen derzeit der Ball ruht, geht es am Wochenende in der Max-Schmeling-Halle rund.

Am Freitag (ab 16.45 Uhr) und Samstag findet dort die zehnte Auflage des Traditionsmasters statt, bei dem neben Hertha BSC und dem 1. FC Union auch die mit ehemaligen Profis gespickten Oldie- Teams des Karlsruher SC, von Borussia Dortmund, dem FC Barcelona oder den Tottenham Hotspur an den Start gehen. Zum Jubiläum findet das Turnier erstmals an zwei Tagen statt. Am Sonntag (ab 13 Uhr) macht der 41. Regio-Cup das Hallenwochenende rund. Zehn Berliner Vereine aus der Regionalliga Nordost, der Oberliga und der A-Junioren-Bundesliga treffen sich dann zum traditionsreichen Kräftemessen des Berliner Hallenfußballs.

Gebhardt freut sich auf den FC Barcelona

Gebhardt wird die vollen drei Tage im Einsatz sein. Erst als Spieler des Titelverteidigers Union beim Traditionsmasters und am Sonntag als Trainer des Oberligisten Blau-Weiß 90. „Vielleicht schaffe ich es aber trotzdem noch ins heimische Bett“, sagt der 46-Jährige lachend. Mit den Union-Oldies um Torsten Mattuschka hat er sich bereits bei einem Turnier in Dresden warmgespielt. Körperlich müsste Gebhardt also ganz gut drauf sein, zumal er immer noch regelmäßig für die Ü 40 von Blau-Weiß aktiv ist. „Wie die Form ist, sehen wir am Freitag“, sagt Gebhardt. Da geht es für Union zum Auftakt gegen den FC Barcelona. „Da freut man sich allein schon auf den Namen“, sagt Gebhardt, der bei einem guten Turnierverlauf in den K.o.- Spielen auch auf Sparta Prag mit Pavel Nedved treffen könnte. Das wäre trotz der mehr als 200 Profispiele für Union, Eintracht Frankfurt und 1860 München noch „ein echtes Highlight“.

Von dem Legendenstatus eines Pavel Nedved sind die Amateurfußballer beim Regio-Cup zwar weit entfernt, in Sachen Leidenschaft und Einsatz könnte es am Sonntag aber noch hitziger zugehen. „Meine Jungs sind richtig motiviert“, sagt Gebhardt. Trotzdem würde aber der Spaß im Vordergrund stehen. Taktisch könne er als Trainer in der Halle eh nicht allzu viel machen: „Da geht es nur um Power, man muss sich durchsetzen“.

Die Chancen von Blau-Weiß 90 sind gar nicht so schlecht. Die Ligazugehörigkeit und die Ergebnisse auf dem Rasen spielen in der Halle kaum eine Rolle. Das zeigte auch der Sieg von Berlin-Ligist Stern 1900 im vergangenen Jahr. Zwischen einer möglichen Titelverteidigung mit den Union-Oldies oder dem Sieg beim Regio Cup mit Blau-Weiß 90 will sich Marco Gebhardt im Vorfeld nicht entscheiden, dafür ist er zu ehrgeizig. „Ich nehme gerne beides mit“, sagt er und verabschiedet sich in den leichten Berliner Schneefall.

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