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Plötzlich emotional. Sergej Grankin (rechts, hier im Bild mit Cody Kessel) hat bei den BR Volleys gerade richtig viel Spaß. Am vergangenen Samstag siegten die Berliner beim großen Rivalen VfB Friedrichshafen überlegen mit 3:0. Foto: Nordphoto/Imago
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Gute Stimmung bei den BR Volleys Jetzt tanzt sogar Kapitän Sergej Grankin

Sergej Grankin blüht bei den BR Volleys regelrecht auf. Das liegt nicht zuletzt auch an Benjamin Patch, der den Russen als „wahres Wunder“ bezeichnet.

Es sind zwar nur wenige Sekunden, aber bei Volleyball-Fans stieß diese kurze Videosequenz auf große Begeisterung: Zu sehen ist Benjamin Patch von den BR Volleys, der beim Training ein bisschen Spaß haben will und auf dem Spielfeld zur Musik von Cher tanzt. Dabei versucht er, zunächst seinen Teamkollegen Ruben Schott zum Mitmachen zu bewegen, doch der schaut sich das Ganze lieber aus der Ferne an. Also geht Patch tanzend auf Zuspieler Sergej Grankin zu, der sofort einsteigt und gemeinsam mit Patch das Feld rockt.

In den Kommentaren zu dem Volleys-Post bei Instagram und Twitter feiern die User*innen die „wahre Liebe unter Männern“. Und ein User schreibt: „Dass ein queerer US-Amerikaner mit einem heterosexuellen Russen in Berlin tanzt, hat mir wirklich den Tag versüßt.“

Patch freuen diese Reaktionen: „Das ist so wahr. Es ist einfach so cool, dass Sergej, der offensichtlich aus einer anderen Umgebung kommt als ich, und über Jahre in einer Art Box war, sich innerhalb kürzester Zeit als Person so geöffnet hat.“ Patch führt diese Entwicklung maßgeblich auf die „Magie“ der Stadt Berlin, des Vereins und des gesamten Teams zurück.

„Natürlich ist es irgendwie leicht für jemanden wie mich nach Berlin zu kommen, offen queer zu sein und akzeptiert zu werden“, sagt Patch, aber Sergej habe mit dem Umzug nach Berlin anders umgehen müssen und in der Vergangenheit wahrscheinlich auch eine „Unterdrückung seiner Persönlichkeit“ erlebt. „Dass er mit 36 Jahren trotzdem in der Lage dazu war, ist unglaublich. Er ist das wahre Wunder des Teams.“

Patch und Grankin spielen mittlerweile die vierte Saison gemeinsam bei den Volleys. In diesem Jahr sind sie nicht nur Teamkollegen, sondern außerdem Teil des neu gewählten Mannschaftsrats, zu dem auch Ruben Schott gehört. Allmählich freundet sich Grankin sogar mit seiner Rolle als Kapitän an.

Sein wichtigstes Ziel bleibt es aber in der Champions League möglichst weit zu kommen, sagt Grankin. Er freut sich besonders, dass seine Familie in dieser Saison endlich nach Berlin zieht, nachdem er sie aufgrund der Pandemie lange kaum sehen konnte. „In der letzten Saison saß ich die ganze Zeit alleine zu Hause. Das war ein Desaster.“

Grankin hat besonders unter der Corona-Pandemie gelitten

Grankin habe in der „Blase“, in der die Volleys sich im vergangenen Jahr befanden, ganz besonders gelitten, bestätigt Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Umso mehr freut es ihn zu sehen, dass der Russe nun sichtlich aufblüht in Berlin und wieder „zaubern“ kann im Zuspiel. „Er ist mental ganz anders.“

Das zeigte sich auch beim am vergangenen Samstag in Friedrichshafen. Da bewies der Russe nicht nur durch sein überragendes Zuspiel, dass er zu den weltbesten Spielern gehört, sondern überzeugte auch durch sein Verhalten auf dem Spielfeld: Er strahlte über das ganze Gesicht, tanzte am Spielfeldrand mit Patch und spornte seine Mitspieler an.

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Patch, der nicht einsatzfähig war, weil er Fieber hatte, sagte später: „Ich war so glücklich, dort zu sein. Ich liebe es zu sehen, wie unser Team mit all diesen speziellen Persönlichkeiten miteinander interagiert.“ Dass er und Grankin beim Training und bei den Spielen ganz sie selbst seien, käme auch bei den Neuzugängen gut an. „Sie realisieren: Ich muss nicht vorgeben etwas zu sein, das ich gar nicht bin. Diesen Einfluss auf Männer im Sport zu haben, ist toll.“

Seine „Zuspieler-Magie“ kann Grankin das nächste Mal am Mittwoch unter Beweis stellen, wenn es in der Bundesliga daheim gegen den TSV Unterhaching geht (19.30/Twitch Spontent). Neben den Fans will er dann auch wieder Benjamin Patch bezaubern.

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