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Nicht ganz dicht: Der Mainzer Robin Quaison (Mitte) konnte zuletzt im Olympiastadion drei Tore erzielen. Foto: Andreas Gora/dpa
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Gegen Köln soll es klappen Hertha BSC sehnt sich nach einem Heimsieg

Seit zehn Wochen wartet Hertha BSC auf einen Erfolg im Olympiastadion. Gegen den 1. FC Köln bietet sich die Chance, etwas an diesem Zustand zu ändern.

Über Hertha BSC hängt eine dicke Wolke, die Sehnsucht heißt. Es geht diesmal nicht um Jürgen Klinsmann, nicht um „Big City Club“ oder die Meisterschaft in drei bis fünf Jahren. Nein, es ist viel kleiner, viel einfacher, viel erdiger, wie man im Fußball gern sagt. Gemeint ist die tiefe Sehnsucht nach einem Heimsieg. Am Samstag ist der 1. FC Köln zu Gast bei Hertha BSC.

Ein Heimsieg ist etwas, was man den Fans des Charlottenburger Bundesligisten noch einmal erklären muss. Vielleicht ist das etwas überzogen, und doch ist es so, dass dieses spezielle Erfolgserlebnis, das so wichtig ist für die Besucher des heimischen Olympiastadions, fast schon ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Der letzte Heimsieg liegt zehn Wochen zurück. Im Fußball ist das eine halbe Ewigkeit.

Hertha BSC hat erst drei Heimspiele in dieser Saison gewonnen

Am 14. Dezember konnte Hertha den SC Freiburg mit 1:0 besiegen. Gerade so, aber immerhin. Ohnehin hat Hertha in dieser Spielzeit erst drei Heimspiele gewinnen können. Vor Freiburg konnten Paderborn und Düsseldorf bezwungen werden. Womit die Berliner das viertschwächste Team in dieser Kategorie sind.

Diese triste Bilanz begann schon mit der Niederlage zum Heimspielauftakt gegen Wolfsburg (0:3). Die jüngsten vier Heimspiele unter Klinsmann konnten ebenfalls nicht gewonnen werden. Für Hertha stehen zwei 0:0-Spiele gegen Mönchengladbach und Schalke zu Buche, sowie das 0:4 gegen die Bayern und das in vielerlei Hinsicht erbärmliche 1:3 gegen den Abstiegskandidaten Mainz 05.

In den elf Heimspielen bis jetzt hat Hertha ganze elf Punkte gesammelt. Nie war Hertha schlechter in den vergangenen Jahren seit dem Wiederaufstieg 2013 zum gleichen Zeitpunkt einer Saison. Seit der Spielzeit 2013/14 hatte Hertha nach elf Heimspielen 16 Punkte, 13, 22, 28, 16 und 17 auf dem Konto.

Heimsieg erwünscht: So sehen es die Fans von Hertha BSC. Foto: Andreas Gora/dpa Vergrößern
Heimsieg erwünscht: So sehen es die Fans von Hertha BSC. © Andreas Gora/dpa

„Normalerweise wird der Grundstein für den Erfolg in den Heimspielen gelegt“, sagte Michael Preetz. Herthas Geschäftsführer Sport sprach von einer „dürftigen“ Bilanz, „was die Lage aber nicht gerade leichter macht“. Der 51-Jährige weiß aus eigener, aktiver Erfahrung um die Wechselwirkung zwischen den Ergebnissen und Leistungen auf dem grünen Rasen und dem Verhalten auf den Zuschauerrängen.

Stimmen Ergebnisse und Leistungen nicht, bleiben Zuschauer weg und wird die eigene Mannschaft ausgepfiffen, wie zuletzt gegen Mainz nicht zu überhören war. Tatsächlich kassierten die Berliner in dieser Saison bereits sechs Niederlagen. Allerdings reist mit Köln auch das mit nur zwei Auswärtssiegen zweitschlechteste Auswärtsteam an.

Ein Heimsieg ist für Hertha BSC das „zentrale Thema“

Mal wieder einen Heimsieg einzufahren, sei für das Spiel gegen Köln auch das „zentrale Thema“, wie Preetz sagte. Für das Heimspiel gegen den Tabellennachbarn gehe es darum, „die Zuschauer und den Schwung aus dem Paderborn-Spiel mitzunehmen“, erklärte er. Vor einer Woche hatte Herthas Mannschaft, die erstmals von Alexander Nouri als Cheftrainer angeleitet wurde, beim Tabellenletzten 2:1 gewonnen und sich erst einmal aus der akuten Abstiegsgefahr befreit. Mit einem Sieg über die Rheinländer könnten die Berliner sich in Richtung gesichertes Mittelfeld absetzen.

Alexander Nouri hat in dieser Trainingswoche entsprechende Inhalte gewählt. „Wir hatten eine sehr, sehr gute Trainingswoche. Die Intensität war hoch. Wir freuen uns auf Samstag“, sagte Nouri. Dabei gehe es für seine Mannschaft darum, „mehr Torgefahr und uns mehr Torchancen zu erspielen“, sagte er.

Zurück im Team: Peter Pekarik (rechts) erhöht Herthas Konkurrenzdruck. Foto: Friso Gentsch/dpa Vergrößern
Zurück im Team: Peter Pekarik (rechts) erhöht Herthas Konkurrenzdruck. © Friso Gentsch/dpa

Der 40-Jährige zeigte sich zufrieden mit den Fortschritten unter der Woche. Gleichwohl sprach er davon, dass es sich dabei um „einen Prozess“ handele, „der auch mit Selbstvertrauen“ zusammenhänge. „Die Dinge wie Laufwege, Passspiel und Abstimmung werden sukzessive kommen“, sagte Nouri. „Wir sind davon überzeugt, dass wir da auf dem richtigen Weg sind.“

Was die Aufstellung für das Spiel gegen Köln betrifft, wollte Nouri die Karten nicht auf den Tisch legen, wie er sagte. Vielmehr sprach er davon, dass der interne Konkurrenzkampf um die Plätze spürbar zugenommen hat. Nicht zuletzt weil Spieler wie Peter Pekarik, der ein knappes Jahr nicht mehr zum Einsatz gekommen war, plötzlich gegen Paderborn in der Startelf stand und seine Aufgabe verlässlich erledigt hatte.

Ähnlich liegt der Fall bei Vedad Ibisevic, der zuletzt, wenn überhaupt, von der Ersatzbank kam. Doch der 1. FC Köln ist der Lieblingsgegner des Stürmers. Gegen keinen anderen Bundesligisten traf Herthas Kapitän häufiger. Er erzielte zwölf Tore in 15 Spielen, neun Treffer für Hertha in sieben Duellen. Dabei traf er dreimal doppelt. Wie zuletzt im Hinspiel in Köln beim 4:0-Auswärtssieg. Wenn das keine Hoffnung ist.

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