Zweite Reihe. Sven-Sören Christophersen hat seine Karriere im Sommer beendet. Der ehemalige Berliner arbeitet neuerdings als sportlicher Leiter in Hannover. Foto: Bergmann/Imago
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Füchse Berlin gegen Hannover Auf ein Wiedersehen mit Sven-Sören Christophersen

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Die Füchse Berlin empfangen heute die TSV Hannover-Burgdorf – und in Sven-Sören Christophersen einen alten Bekannten.

In seiner Zeit bei den Füchsen Berlin hat sich Iker Romero schnell unentbehrlich gemacht – als Sportler, Kapitän, Stimmungskanone und Publikumsliebling. Wo der spanische Ausnahmekönner auch auftauchte, es war einfach immer etwas los. Dabei verkennt man oft, bei wem sich die Anhänger des Handball-Bundesligisten dafür bedanken müssten, dass es Romero vier Jahre in Berlin ausgehalten hat und nicht – wie zunächst vertraglich vereinbart – nur drei. Am letzten Spieltag der Saison 2013/14 machten die Füchse den Wechsel Sven-Sören Christophersens zur TSV Hannover-Burgdorf öffentlich – und gaben sogleich bekannt, dass Romero dessen Planstelle für weitere zwölf Monate einnehmen würde. Der Lautstärkepegel in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle erreichte an diesem 21. Mai 2014 bis dahin ungeahnte Ausmaße.

„Ist schon ganz schön lange her“, sagt Christophersen, „aber stimmt, genau so war es.“ Gut vier Jahre nach seinem letzten Pflichtspiel im Füchse-Trikot kehrt der 33-Jährige am Donnerstag in ungewohnter Funktion zurück: Wenn die Füchse zum dritten Heimspiel der Saison die TSV Hannover-Burgdorf empfangen (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle und live bei Sky), wird Christophersen nicht mehr aktiv mitwirken können – Schuld ist eine Arthrose in der Hüfte, die den Ex-Nationalspieler zum Karriereende gezwungen hat. „Das war mehr als körperlich bedingt“, sagt Christophersen, „alles andere hätte keinen Sinn mehr gemacht.“

Seit diesem Sommer kümmert er sich nun als sportlicher Leiter um die Belange der Hannoveraner Profis und Nachwuchsteams. „Das macht einen Riesenspaß, weil man Handball aus einer ganz anderen Perspektive erlebt“, berichtet Christophersen von den ersten Wochen. An solchen Tagen wie heute würde er aber selbstverständlich gern noch einmal gegen den Ex-Klub auflaufen, aber da ist der Wunsch Vater des Gedanken.

Die beiden Klubs haben in den vergangenen Jahren häufiger Personal getauscht

Christophersen ist nicht der einzige Berührungspunkt zwischen Berlins und Hannovers Handball-Bundesligisten. Beide Klubs haben in den vergangenen Jahren häufiger Personal getauscht: neben Christophersen sind auch die ehemaligen Füchse-Spieler Evgeni Pevnov und eben Iker Romero bei den Niedersachsen gelandet, Romero sogar als Co-Trainer und erster Dolmetscher seines Landsmanns Carlos Ortega. Und als die Füchse im Sommer einen geeigneten Nachfolger für ihre Torhüterlegende Petr Stochl suchten, verpflichteten sie, genau: Malte Semisch von der TSV Hannover-Burgdorf.

Aber auch darüber hinaus sind die Parallelen zwischen den Klubs nicht zu leugnen: Beide Vereine zogen aus einem Vorort respektive einem Außenbezirk in das Zentrum ihrer Stadt und beanspruchen mittlerweile große Arenen für sich, die sie regelmäßig füllen. Beide zählten in der abgelaufenen Saison zur nationalen Spitze; die Füchse beendeten die Spielzeit 2017/18 auf Tabellenplatz drei, die Hannoveraner schafften erstmal die Teilnahme am Finalturnier um den DHB-Pokal und qualifizierten sich als Sechster ebenfalls für den Europapokal. Und beide haben große Ziele für die gerade mal vier Wochen alte Saison ausgegeben – allerdings hat Hannover (6:2 Punkte) diese Vorgaben bisher deutlich besser in die Tat umgesetzt als die Berliner (2:4).

„Ich sehe es trotzdem so, dass uns die Füchse noch ein paar Schritte voraus sind“, sagt Christophersen, „in Berlin wird wirklich gute, nachhaltige Arbeit mit eigenen Jungs geleistet, die in den letzten Jahren Früchte getragen und zu einigen Titeln geführt hat“. Für die Hannoveraner geht es darum, das Niveau der vergangenen Saison zu bestätigen und dauerhaft im oberen Tabellendrittel zu landen. 2017/18 war die TSV, im Jahr zuvor nach einer Rückrunde ohne einen einzigen Sieg beinahe in die Zweite Liga abgestiegen, über Wochen Tabellenführer der weltbesten Handball-Liga. „Das war eine Riesensache für uns, weil wir gefühlt ein paar Entwicklungsschritte übersprungen haben“, sagt Christophersen. Noch so eine Gemeinsamkeit zu den ersten Jahren der Füchse Berlin nach ihrem Wiederaufstieg in die Bundesliga.

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