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Anna Elendt fällt in Budapest nicht nur optisch auf. Foto: Imago/GEPA
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Frisch, forsch, erfolgreich Anna Elendt schwimmt sich in die Weltspitze

Bei den Weltmeisterschaften in Budapest will die 20 Jahre alte Hessin am Freitag noch einmal nachlegen – und dann schnell die Koffer packen.

Anna Elendt kennt sich in der Schwimm-Welt „nicht wirklich gut aus“. Das sagte sie selbst nach dem beinahe schon historischen Erfolg bei den Weltmeisterschaften in Budapest. Dort holte sie am Montag Silber über 100 Meter Brust und damit erstmals seit 1991 wieder eine WM-Medaille für den deutschen Schwimmverband auf dieser Strecke – und ist nun selbst ein Star.

Endlich hat die deutsche Mannschaft wieder eine Sportlerin, die auch auf kurzen und mittleren Distanzen zur Weltspitze gehört. Erst im Frühjahr hatte die 20 Jahre alte Hessin einen neuen deutschen Rekord über 100 Meter Brust aufgestellt. Diese Zeit hätte gereicht, um sich in Budapest sogar den Titel zu erschwimmen. Nur fünf Hundertstel fehlten ihr zu Gold. „Es ärgert mich nicht, dass ich nicht gewonnen habe“, sagte Elendt danach.

Wirklich traurig war Elendt auch nicht nach dem eher schwachen Abschneiden zwei Tage später über die 200 Meter Brust, als sie den Endlauf verpasste und „nur“ Platz 23 belegte. „Ich habe jetzt fünf Starts gehabt. Das war dann doch etwas viel“, sagte sie danach. Bis zum Freitag wollte sie mal „richtig schlafen“, um dann über die 50 Meter Brust noch einmal anzugreifen und es vielleicht wieder ins Finale am Abend zu schaffen.

Noch bei Olympia in Tokio vor einem Jahr war Elendt eine unter vielen eher unauffälligen deutschen Schwimmerinnen. Mehr als Platz 13 über die 100 Meter war nicht drin, jetzt hat sie einen großen Sprung nach vorn gemacht. Mit insgesamt drei deutschen Rekorden in diesem Jahr und vor allem ihrem frisch-forschen Auftreten. Pinker Schwimmanzug, dazu die farblich passend lackierten Fingernägel – all das fällt auf.

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Und könnte auch damit zu tun haben, dass Anna Elendt seit 2020 an der University of Texas in Austin Sportmanagement studiert – und in einer Trainingsgruppe mit 25 anderen Sportlerinnen an ihrer Leistungsstärke arbeitet. Der Erfolg scheint ihr recht zu geben und dass die amerikanische Art und ihre karibischen Wurzeln der Stimmung im deutschen Team bei dieser WM guttun, bestätigte zuletzt auch Sportdirektor Christian Hansmann. „Mit ihrem Auftreten ist sie eine Sympathieträgerin. Wir sind froh, dass wir sie dabeihaben“, sagte er.

Ein bisschen schade ist es da schon, dass die WM in Budapest praktisch unter Ausschluss der deutschen Öffentlichkeit stattfindet und auch die bisher zwei weiteren Silbermedaillen von Lukas Märtens (400 Meter Freistil) und Florian Wellbrock (800 Meter Freistil) beinahe untergingen.

Das ZDF, das in Deutschland die Übertragungsrechte hält, verzichtet auf Live-Bilder aus Ungarn und konzentriert sich stattdessen vollumfänglich auf die Finals in Berlin. „Das ist natürlich schade. Wir würden es gut finden, wenn unser Schwimm-Nachwuchs in Deutschland diese Meisterschaften verfolgen könnte“, sagte Langstrecken-Bundestrainer Bernd Berkhahn.

Elendt startet schon bei den Finals in Berlin wieder

Immerhin werden die öffentlich-rechtlichen Sender am Wochenende auch von den Deutschen Meisterschaften im Schwimmen im Rahmen der Finals berichten. Deswegen glaubt Berkhahn: „Der Stellenwert des Schwimmens ist nicht verloren.“

Das sieht auch Anna Elendt so, deren gute Laune in diesen Tagen sowieso unerschütterlich zu sein scheint. „Wer es sehen wollte, hat irgendwo Livestreams gefunden. Und bei den Finals am Sonntag kann man uns dann auch mal an einem Tag sehen.“ Dass Elendt die Präsenz im nationalen TV und damit in ihrer Heimat wichtig ist, zeigt allein die Tatsache, dass sie direkt von der WM nach Berlin reist, um dort über 200 Meter Brust an den Start zu gehen.

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