Hans Lindberg (rechts) spielte lange in Hamburg. Am Wochenende ist er mit den Füchsen im DHB-Pokal in der Hansestadt im Einsatz. Foto: dpa
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Finalturnier um den DHB-Pokal Die Statistik spricht gegen die Füchse Berlin

Für Hans Lindberg ist das Final Four in Hamburg eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Mit dem THW Kiel wartet im Halbfinale aber ein schwerer Brocken.

Für Hans Lindberg ist Hamburg immer eine Reise wert, Sommer wie Winter, Frühjahr wie Herbst. Von 2007 bis 2016 hat der Däne das Trikot des mittlerweile zweitklassigen HSV Handball getragen; Hamburg war für ihn erste Auslandsstation und Karriere-Sprungbrett, vor allem aber Lebensmittelpunkt und viel, viel mehr als eine Wahlheimat. Ganz am Ende, als der HSV Insolvenz anmeldete und die Spieler über Nacht ihre Jobs verloren, war es vielleicht nicht so schön. Ansonsten aber haben sich die Lindbergs in der Hansestadt stets sehr wohl gefühlt. „Deshalb freue ich mich immer, wenn ich mal wieder in Hamburg sein kann“, sagt Hans Lindberg.

Am Samstag wird der 37-Jährige – Deutscher Meister, Pokalsieger, Champions-League-Sieger mit dem HSV und seit einigen wenigen Wochen auch Handball-Weltmeister – in ungewohnter Funktion an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren: als Kapitän der Füchse Berlin, die sich zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte nach 2014 und 2015 für das Finalturnier um den DHB-Pokal qualifiziert haben.

Bei ihrer Premiere holten die Füchse den Titel im Finale gegen die SG Flensburg-Handewitt, ein Jahr darauf unterlagen sie im Halbfinale dem SC Magdeburg – an diesem Samstag (18.30 Uhr, live bei Sky Sport News) haben sie es in der Vorschlussrunde mit dem deutschen Rekordmeister- wie Pokalsieger zu tun: dem THW Kiel. Im ersten Halbfinale treffen zuvor die TSV Hannover-Burgdorf und der SC Magdeburg aufeinander (ab 15.45 Uhr live in der ARD).

Nach zuletzt turbulenten Phasen – die Füchse kassierten erstmals seit Jahren wieder vier Niederlagen in Serie – hat die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic in dieser Woche eine geradezu luxuriöse Situation erlebt: Nach dem bedeutungslosen letzten Gruppenspiel im EHF-Cup gegen Balatonfüredi konnten sich die Berliner fast eine Woche lang ausführlich auf den kommenden Gegner vorbereiten – eine Seltenheit angesichts des sonst so straffen Spielplans.

Pausen für Drux und Wiede

Darüber hinaus durfte sich Coach Petkovic am Sonntag im Europapokal die seltene Freiheit nehmen, vorsorglich ein paar Tage vorauszuplanen: Angeschlagene Spieler wie der junge Däne Jacob Holm oder Nationalspieler Fabian Wiede spielten gar nicht respektive nur eine Halbzeit. Auch Paul Drux, der zuletzt ein wenig überspielt und müde wirkte, durfte sich die Angelegenheit von der Ersatzbank aus ansehen. „Das haben wir vorher so abgesprochen, damit an diesem Wochenende alle fit sind“, sagt Petkovic.

„Wir sind gegen den THW sicher kein Favorit. Aber die Erfahrung zeigt, dass bei solchen Turnieren alles möglich ist“, sagt Drux, „das klingt vielleicht abgedroschen, ist aber wirklich so.“ Die Statistik spricht allerdings ziemlich deutlich für den THW Kiel. Unter der Verantwortung ihres isländischen Erfolgstrainers Alfred Gislason haben sich die Kieler insgesamt fünf Mal für das Finalturnier am ersten April-Wochenende in Hamburg qualifiziert – sie gingen, man ahnt es bereits, in allen fünf Fällen als DHB-Pokalsieger vom Feld.

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