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Beim FC Liverpool spielen Mohamed Salah (links) und Sadio Mane Seite an Seite. Im Finale des Afrika-Cups sind sie am Sonntagabend Gegner. Fotos: BELOUMOU OLOMO, TRIBOUILLARD / AFP
© Fotos: BELOUMOU OLOMO, TRIBOUILLARD / AFP

Finale des Afrika-Cups in Kamerun Mehr als nur das Duell Salah gegen Mané

Im Finale des Afrika-Cups treffen die beiden Liverpooler Superstars Salah und Mané aufeinander. Ägypten ist Rekordsieger, für Senegal wäre es der erste Titel.

Dass Jürgen Klopp am Sonntagabend vor dem Fernseher sitzt, gilt seit einigen Tagen als relativ sicher. Seit Donnerstag steht nämlich fest, dass die Ägypter um Mo Salah den Senegalesen um Sadio Mané im Finale des Afrika-Cups (20 Uhr, Dazn und Sportdigital) gegenüberstehen werden. Für Klopp, der Salah und Mané beim FC Liverpool trainiert, kann es eigentlich nur bittersüß ausgehen. „Der eine wird sehr glücklich sein – und der andere eben nicht“, sagte Liverpools deutscher Trainer. „Beide haben die Chance, etwas wirklich Großes zu erreichen.“

Letzteres gilt es wohl nicht zu vergessen, wenn das Spiel in Kameruns Hauptstadt Yaoundé zwangsläufig zu einem Duell der Liverpooler Superstars stilisiert wird. Denn der Afrika-Cup musste schon immer damit kämpfen, dass ihm die eigene Größe abgesprochen und er vor allem auf seinen Bezug zum europäischen Vereinsfußball reduziert wurde. 2022 war das nicht anders.

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Schon vor dem Turnier gab es vor allem im englischen Fußball eine große Debatte über den mangelnden Respekt vor dem zweijährlich stattfindenden Wettbewerb. Auch Klopp hatte ihn im November als „kleines Turnier in Afrika“ beschrieben und musste nachher klarstellen, dass er das ironisch und nicht respektlos gemeint habe. Der Widerwille, mit dem viele europäische Vereine ihre afrikanischen Nationalspieler mitten in der Saison abgestellt haben, war trotzdem wieder spürbar.

Zum Teil basierte das auf durchaus verständlichen Sorgen. Viele Klubs hatten ihre Bedenken um die Corona-Maßnahmen des Gastgebers geäußert, und tatsächlich waren es vor allem die organisatorischen Probleme, die in Erinnerung bleiben werden. Neben kleineren Schnitzern wie den Schiedsrichterpannen in der Gruppenphase wurde das Turnier auch von der erschreckenden Tragödie vor zwei Wochen überschattet, als acht Menschen in einer Massenpanik im Stade d’Olembé ums Leben gekommen sind.

Auf dem Platz waren es vor allem die kleineren Nationen, die Aufsehen erregten. Nicht nur die Turnierdebütanten Gambia und die Komoren, auch Außenseiter wie Äquatorialguinea haben den traditionellen Fußballmächten des Kontinents getrotzt. Die Mannschaft von Burkina Faso um den Leverkusener Edmond Tapsoba schaffte es sogar ins Halbfinale – trotz eines Militärputschs in der Heimat.

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Am Ende wird nun doch einer der Favoriten zum Sieger. In Senegal, vor drei Jahren unterlegener Finalist, ist die Sehnsucht nach dem ersten Titel groß. Sollte Aliou Cissé seine Mannschaft zum Sieg führen, wäre er erst der zweite Trainer aus Subsahara-Afrika, dem das in diesem Jahrtausend gelungen wäre.

Das wird aber kein Selbstläufer. Rekordsieger Ägypten muss zwar ohne den rotgesperrten Trainer Carlos Queiroz auskommen, dafür kann er auf einen Weltstar zählen, der besonders motiviert sein dürfte: Mo Salah hat schon die Champions-League, die Premier League und die Klub-WM gewonnen. Doch den größten Titel seiner Karriere hat er nach eigenen Angaben noch nicht. „Dieser Titel wäre was ganz anderes“, hat er nach dem Achtelfinale gesagt. „Denn er liegt mir ganz besonders am Herzen.“

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