Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Es ist weiter unklar, ob Tennisstar Novak Djokovic an den Australian Open teilnehmen darf. Foto: Mark Baker/AP/dpa
© Mark Baker/AP/dpa

Update Fällt Visum-Entscheidung nicht mehr heute? Erste Runde der Australian Open ausgelost – mit Novak Djokovic

Eine Stunde später als geplant standen die Erstrunden-Duelle des Tennisturniers fest. Doch Djokovic droht die Annullierung seines Visums.

Den Gegner in der ersten Runde bei den Australian Open kennt Novak Djokovic inzwischen - die Entscheidung von Einwanderungsminister Alex Hawke zu seinem Visum aber noch immer nicht. Die um mehr als eine Stunde verzögerte Auslosung für den ersten Tennis-Grand-Slam des Jahres ergab für den Weltranglistenersten ein Duell mit seinem Landsmann Miomir Kecmanovic.

Ob es dazu bei dem am Montag beginnenden Turnier aber kommt, hängt allein an Hawke - und der lässt sich auch am dritten Tag nach Djokovics Erfolg vor Gericht offenbar weiter Zeit.

Ein Sprecher des Einwanderungsministers hatte am Mittwoch erklärt, die Anwälte des Spielers hätten „umfangreiche weitere Eingaben“ gemacht. Dies werde den Entscheidungsprozess verlängern.

Die Zeitung „Herald Sun“ aus Melbourne zitierte einen anonymen Regierungsbeamten mit den Worten, eine Entscheidung zugunsten Djokovics würde einen gefährlichen Präzedenzfall darstellen. Die australische Regierung werde voraussichtlich trotz des internationalen „Gegenwinds“ handeln, da die Aufhebung des Visums im Einklang mit den strengen Corona-Bestimmungen stehe.

Regierungschef Scott Morisson wollte seinem Minister bei einer Routine-Pressekonferenz nicht vorgreifen und verweigerte einen Kommentar zu dem Thema. „Das sind persönliche ministerielle Vollmachten, von denen Minister Hawke Gebrauch machen kann, und ich werde das zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter kommentieren“, so Morrison in Canberra. Nach einem Bericht der Zeitung „The Age“ soll die Entscheidung nicht mehr am Donnerstag fallen. Das Blatt berief sich dabei auf Regierungskreise.

Beliebt auf Tagesspiegel Plus:

Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft, sein Visum könnte ihm von der Regierung entzogen werden. Die 34 Jahre alte Nummer eins der Tennis-Weltrangliste war in der vergangenen Woche schon bei der Ankunft am Flughafen aufgehalten und zunächst in ein Abschiebehotel gebracht worden, weil den Grenzbeamten die Dokumente zu seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht reichten. Vor Gericht wehrte sich Djokovic am Montag erfolgreich gegen die Entscheidung und trainierte seither in Melbourne.

Hohe Infektionszahlen im Bundesstaat Victoria

Brisant ist der Fall Djokovic auch vor dem Hintergrund, dass der Bundesstaat Victoria, in dem Australian Open stattfinden, immens hohe Infektionszahlen zu verzeichnen hat. Am Donnerstag wurden mehr als 37.000 neue Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Dazu kamen 25 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 und 953 Menschen wurden in Krankenhäuser aufgenommen.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Der Premier des australischen Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, gab dem Tennisstar einen unmissverständlichen Rat: „Lassen Sie sich einfach impfen“, sagte er einem CNN-Bericht zufolge. Das sage er jedem einzelnen Menschen im Bundeststaat. „Das habe ich getan. Das haben meine Kinder gemacht... Dreiundneunzig Prozent unserer Community haben dies getan und ich bin sehr stolz auf sie, ich bin sehr dankbar.“

Djokovic ist Titelverteidiger

Wegen der steigenden Corona-Zahlen hat die Regionalregierung in Melbourne angekündigt, die Zuschauerzahl bei dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres auf 50 Prozent der Kapazität zu begrenzen.

Sollte Djokovic das Visum entzogen werden, könnte er Widerspruch einlegen. Dann könnte er länger im Land bleiben, um in Berufung zu gehen.

Die Australian Open hat Djokovic bereits neun Mal gewonnen und ist Titelverteidiger. Der Rekordsieger des Turniers könnte mit einem weiteren Triumph in diesem Jahr auch zum alleinigen Rekordhalter mit 21 Grand-Slam-Titeln werden.

Die deutsche Nummer eins, Alexander Zverev, ist als Nummer drei der Setzliste in der gleichen Turnierhälfte wie der Serbe. Zu einem Aufeinandertreffen der beiden könnte es wie bei den Olympischen Spielen und den US Open erst im Halbfinale kommen. Zverev trifft in einem deutschen Duell in der ersten Runde auf Daniel Altmaier. (dpa, AFP, Tsp)

Zur Startseite