Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Die Mannschaften von Alba und Zalgiris Kaunas setzten gemeinsam ein Zeichen für den Frieden. Foto: Andreas Gora/dpa
© Andreas Gora/dpa

Euroleague-Sieg gegen Kaunas und Niels Giffey Alba Berlin gewinnt achtes Spiel in Folge

Alba setzt sich gegen Zalgiris Kaunas verdient durch, doch auch am Donnerstag wird deutlich, dass Sport momentan mehr denn je nur eine Nebensache ist.

Sport ist momentan mehr denn je nur eine Nebensache, und das war am Donnerstagabend nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören. In der ersten Spielminute des Euroleague-Duells zwischen Alba Berlin und Zalgiris Kaunas in der Arena am Ostbahnhof schwiegen beide Fanlager und so waren nur das Prallen des Balles sowie das Quietschen der Schuhe auf dem Parkett zu vernehmen. Zuvor hatten sich beide Teams gemeinsam aufgestellt, die Gäste aus Litauen hielten eine ukrainische Fahne vor der Brust, Alba trat zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in blauen Trikots und gelben Hosen an, alle Spieler präsentierten Schilder mit der Aufschrift „Stop War“, die 2798 Zuschauer applaudierten.

An diesem Freitag sammeln die Berliner an der Geschäftsstelle im Jahn-Sportpark Hilfsgüter und bringen diese mit dem Mannschaftsbus an die polnisch-ukrainische Grenze. Sportvereine können halt viel mehr, als nur Basketballspiele zu organisieren.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Doch natürlich wurde am Donnerstag auch noch gespielt – und das aus Berliner Sicht sehr erfolgreich. Alba setzte sich gegen Kaunas mit 82:74 (24:24, 20:6, 15:20, 23:24) durch und gewann damit das achte Spiel in Folge. Beste Werfer waren Johannes Thiemann (17 Punkte) und Jaleen Smith (16) sowie für Kaunas Tyler Cavanaugh (18) und Arturas Milaknis (14). „Es war für beide Mannschaften nicht einfach, nach der Schweigeminute direkt ins Spiel zu finden, da steht der Sport einfach im Hintergrund“, sagte Jonas Mattisseck. „Man muss trotzdem versuchen, zumindest für die 40 Minuten den Schalter umzulegen und sich auf Basketball zu konzentrieren.“

Für den langjährigen Alba-Kapitän Niels Giffey verlief die Rückkehr in die alte Heimat durchwachsen. Der 30 Jahre alte Nationalspieler, der im Sommer nach Kaunas gewechselt war, wurde von den Berliner Fans zwar mit tosendem Applaus empfangen, zeigte dann aber eine sehr unauffällige Leistung. Am Ende standen für Giffey in knapp 13 Minuten drei Punkte und zwei Rebounds zu Buche.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Alba musste weiter auf die verletzten Marcus Eriksson, Louis Olinde und Yovel Zoosman verzichten, sah zur Halbzeit aber schon wie der sichere Sieger aus. Das hatte nach ausgeglichener Anfangsphase vor allem mit den zweiten Viertel zu tun. Während bei den Litauern überhaupt nichts zusammenlief und sie mehr als acht Minuten ohne Korberfolg blieben, holte sich Alba die Rebounds und legte einen 13:0-Lauf hin. Die Berliner spielten zwar keineswegs perfekt und ließen einige Chancen liegen, doch nach dem 20:6 im zweiten Spielabschnitt sah es für sie exzellent aus.

Das änderte sich nach der Pause allerdings schlagartig. Zalgiris kam mit einer ganz anderen Intensität aus der Kabine, punktete effizient und verkürzte den Rückstand zusehends. Nach einem Dreier des starken Ex-Berliners Cavanaugh trennten die beiden Mannschaften Mitte des dritten Spielabschnitts plötzlich nur noch drei Punkte.

Doch als das Spiel endgültig zu kippen drohte, fing sich Alba wieder. Die letzten drei Körbe im Viertel erzielten die Gastgeber und nun wurde deutlich, dass Zalgiris bei der Aufholjagd viele Kräfte gelassen hatte. Die Berliner kontrollierten das Geschehen zu Beginn des Schlussabschnitts und Thiemann sorgte mit drei Dreiern innerhalb von 61 Sekunden für die Entscheidung.

Zur Startseite