In der Euroleague bekommen es Peyton Siva (links) und seine Mitspieler Woche für Woche mit den besten Mannschaften des Kontinents zu tun. Foto: dpa
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Euroleague-Heimspiel gegen Olimpia Mailand Alba Berlin und die großen bösen Wölfe

Nach drei Euroleague-Niederlagen in Folge trifft Alba Berlin am Dienstag auf Mailand – mit Trainer Ettore Messina und dem 39 Jahre alten Center Luis Scola.

Basketball ist seit jeher eine sehr amerikanisch geprägte Sportart und so ist es nicht verwunderlich, dass die Profis von Alba Berlin ihr spielfreies Wochenende für eine leicht vorgezogene Halloween-Party nutzten. Dabei waren durchaus ein paar einfallsreiche Kostüme dabei. Jonas Mattisseck kam etwa als böser Wolf, seine Freundin passend als Rotkäppchen.

In der Euroleague ist die Rollenverteilung bisher andersherum. Albas junges, unerfahrenes Team steht sich Woche für Woche den großen, bösen Wölfen des europäischen Basketballs gegenüber. Gegen den Titelverteidiger aus Moskau wirkten die Berliner am Freitag phasenweise ziemlich eingeschüchtert und kassierten die dritte Niederlage in Folge. „Das ist eine gewisse Realität“, sagt Manager Marco Baldi. Mit Anadolu Istanbul, FC Barcelona und ZSKA Moskau hat es Alba an den ersten vier Spieltagen schon mit den zwei Finalisten der Vorsaison sowie dem Topfavoriten zu tun bekommen – und mal knapp (in Istanbul nach Verlängerung), mal deutlich (Barcelona, ZSKA) verloren.

Alba Berlins nächste Spiele

  • 29.10. Olimpia Mailand (H - Euroleague)
  • 1.11. Real Madrid (A - Euroleague)
  • 3.11. Ulm (H - BBL)
  • 7.11. Maccabi Tel Aviv (A - Euroleague)
  • 10.11. Bayern München (A - BBL)
  • 14.11. Panathinaikos Athen (A - Euroleague)
  • 17.11. Ludwigsburg (A - BBL)

Auch wenn der kommende Gegner nicht in diese illustre Reihe gehört, steht Alba am Dienstag gegen Olimpia Mailand (20 Uhr, Arena am Ostbahnhof und live bei Magentasport) erneut vor einer schweren Aufgabe. Die Italiener haben in der Euroleague zuletzt drei Mal in Folge gewonnen, am Freitag sogar gegen das türkische Spitzenteam Fenerbahce Istanbul. „Sie haben sich langsam gefangen und ein paar wichtige Spieler sind zurück“, sagt Baldi über den kommenden Gegner.

Nach einer enttäuschenden Saison mit Platz zwölf in der Euroleague und dem klaren Halbfinal-Aus in den nationalen Play-offs hat sich Mailand im Sommer enorm verstärkt. Von ZSKA kam der erfahrene spanische Spielmacher Sergio Rodriguez, Guard Shelvin Mack hat fast 500 Spiele in der NBA absolviert und kurz vor dem Saisonstart verpflichteten die Italiener mit dem argentinischen Vize-Weltmeister Luis Scola noch einen ganz Großen seines Fachs.

Wie bei Alba ist auch in Mailand der Trainer der größte Star

Der wichtigste Neuzugang trägt aber nicht Trikot und kurze Hosen, sondern Anzug und Krawatte. Mit Ettore Messina steht nun der erfolgreichste italienische Trainer überhaupt an der Seitenlinie. Der 60 Jahre alte Sizilianer gewann die Euroleague bereits vier Mal und arbeitete die letzten vier Jahre als Assistent des legendären Gregg Popovich bei den San Antonio Spurs. „Sie haben einen großartigen Trainer“, sagt Albas Coach Aito Garcia Reneses, der Messina aus der spanischen Liga gut kennt. Auch Baldi hat großen Respekt: „Messina spielt eine ähnlich intensive Verteidigung wie Moskau, da wird es für uns schwer, unseren Spielfluss zu finden.“

Die Tabelle der Euroleague

Den hatte Alba gegen Moskau zwischenzeitlich völlig verloren, gerade im dritten Viertel wirkten die Berliner heillos überfordert. Aus diesen Situationen müssen sie schnell lernen, denn in der Euroleague werden sie sicherlich noch häufiger in solche Situationen kommen. „Wir werden diese Spiele nutzen, um uns zu verbessern“, sagt Baldi. „Wofür es dann reicht, werden wir sehen.“ Wichtig sei vor allem, sich durch solche Widrigkeiten nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. „Wenn wir unseren Rhythmus nicht haben, müssen wir das über Improvisation lösen. Wir dürfen aber nicht zu emotional reagieren und von unserem Stil abrücken“, sagt Baldi.

Nach drei Euroleague-Niederlagen in Folge wäre ein Sieg gegen Mailand wichtig, um in der Tabelle nicht schon früh in der Saison weit nach unten zu rutschen. Baldi mahnt aber vor zu hohen Erwartungen. „Natürlich wollen wir so oft gewinnen wie möglich, wir haben in der Euroleague aber null Druck.“

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