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Joel Pohjanpalo (rechts) schoss gegen Bremen drei Tore, zwei davon bereitete der eingewechselte Petar Musa (links) vor. Foto: imago images/Matthias Koch
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Erfolgreiches Sturmduo des 1. FC Union Neue Harmonie durch Pohjanpalo und Musa

Joel Pohjanpalo war mit drei Toren der gefeierte Mann beim Sieg gegen Bremen. Urs Fischer dürfte aber vor allem das gute Zusammenspiel mit Petar Musa freuen.

Für Stürmer ist es immer ein bisschen zwiespältig, wenn sie als gute Joker gelten. Spieler, die von der Bank sofort Gefahr ausstrahlen, sind wertvoll, aber Fußballer wollen natürlich am liebsten von Beginn an spielen – und mit jedem Jokertor zementiert sich ihre Rolle als ideale Einwechselspieler. Auch Joel Pohjanpalo hing in der Bundesliga der Ruf nach, vor allem als Option von der Bank zu funktionieren. Bis zum Samstag. Bis der 26 Jahre alte Finne den 1. FC Union mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von 17 Minuten zum 3:1-Sieg gegen Werder Bremen schoss.

Nach neun Bundesliga-Toren als Joker für Bayer Leverkusen und die Berliner waren es seine ersten Treffer als Startelf-Spieler. „Es war eine schwierige Zeit in den vergangenen Monaten“, sagte Pohjanpalo. „Jetzt durfte ich wieder von Beginn an spielen und es gibt nichts Besseres, als einen Dreierpack zu schießen.“

Pohjanpalo hat einen Torriecher, wie ihn nicht allzu viele Stürmer haben, die Kontinuität war aber schon häufig sein Problem – und das gilt auch für die aktuelle Saison. Nach einem guten Start zog sich der Leihspieler aus Leverkusen zum zweiten Mal in seiner Karriere eine schwere Sprunggelenksverletzung zu.

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Ende Januar kehrte er auf den Platz zurück, agierte seitdem im Strafraum aber eher unglücklich. Die drei Treffer gegen Bremen waren die ersten seit dem 2. November. „Es gibt immer Phasen, in denen es nicht so einfach geht – gerade Sturmspitzen kennen das“, sagte Trainer Urs Fischer. Pohjanpalo sei aber klar im Kopf und habe immer weiter an sich gearbeitet.

Dass der Finne zuvor vier Spiele in Folge nicht von Anfang an auf dem Platz gestanden hatte, hatte vor allem mit der Steigerung von Petar Musa zu tun. Den 23 Jahre alten Kroaten hat Union im Winter von Slavia Prag ausgeliehen und nach einigen Wochen der Eingewöhnung deutet er sein Potenzial mittlerweile immer häufiger an. „Man sieht, dass er eine Entwicklung macht“, sagte Fischer. „Mit ihm hatten wir eine gewisse Tiefe und einen Anspieler, der auch mal einen Kopfball verlängern konnte.“

Musa wurde gegen Bremen nach der schwachen ersten Halbzeit eingewechselt und bereitete zwei Treffer von Pohjanpalo vor. Im bisherigen Saisonverlauf hat Union nur selten zwei Strafraumstürmer gemeinsam aufgestellt. Meist agierte neben der zentralen Spitze ein beweglicher Spieler wie Max Kruse oder Cedric Teuchert. Am Samstag wurden die Berliner ein Stück weit gezwungen zu ihrem unverhofften Glück. Da Kruse angeschlagen ausgewechselt wurde, ergab sich das gut harmonierende Duo Pohjanpalo/Musa.

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Dass die zwei Stürmer im nächsten Spiel in Wolfsburg am 8. Mai gemeinsam von Beginn an spielen dürfen, ist aber eher unwahrscheinlich. Fischer bezeichnete es zwar als Option, im Normalfall ist Kruse jedoch gesetzt. Die muskulären Probleme, die ihn am Samstag am Ende der strapaziösen Englischen Woche plagten, seien nichts Ernstes, sagte Fischer. So läuft es wohl auf einen Zweikampf zwischen Musa und Pohjanpalo um den Platz neben Kruse hinaus.

Vielleicht wird bis dahin sogar Awoniyi wieder eine Option. Der Nigerianer fehlt seit Mitte Februar mit einem Muskelbündelriss, mittlerweile „sieht es aber wirklich gut aus“, so Fischer. Die Rückkehr Awoniyis wäre enorm wichtig, da es offensiv nicht mehr allzu viele Alternativen gibt. Bei Anthony Ujah, Sheraldo Becker und Leon Dajaku ist nicht mit einem zeitnahen Comeback zu rechnen. Wie schlimm die Verletzung von Cedric Teuchert ist, konnte Fischer noch nicht sagen, es sah allerdings nicht gut aus, wie er am Samstag mit bandagiertem rechten Knie in einen Krankenwagen getragen wurde.

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