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Die deutschen Eishockeyspieler gewinnen gegen Kasachstan das fünfte Spiel in Folge bei der WM. Foto: Martin Meissner/dpa
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Eishockey-WM Deutschland gewinnt gegen Kasachstan das fünfte Spiel in Folge

Nach dem WM-Viertelfinaleinzug müht sich das deutsche Eishockey-Team ohne NHL-Stürmer Tim Stützle zu einem weiteren Sieg gegen Kasachstan.

Auch die Aussicht auf einen deutschen WM-Rekord und die perfekte Ausgangslage für das Viertelfinale konnten Toni Söderholms Ärger über Tim Stützles WM-Aus nicht lindern. Ohne seinen Ausnahmestürmer mühte sich das von Söderholm betreute Team des Deutschen Eishockey-Bundes am Sonntag in Helsinki zu einem 5:4 (3:2, 1:1, 1:1) im vorletzten Vorrundenspiel gegen Kasachstan.

Damit stellte Deutschland sein bislang bestes WM-Vorrunden-Abschneiden von 2019 mit nun fünf Siegen aus sechs Spielen ein. Am Dienstag zum Abschluss gegen den Erzrivalen Schweiz (11.20 Uhr/Sport1 und MagentaSport) ist noch mehr möglich: der Vorrunden-Rekord und im Optimalfall gar der Gruppensieg. Dann hätte der WM-Vierte von 2021 die beste Ausgangslage für die K.o.-Runde, in der es von Donnerstag an mit der der ersten WM-Medaille seit 69 Jahren klappen soll.

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Tore von Jonas Müller (5. Minute), Leo Pföderl (17.), Daniel Fischbuch (19.), Lukas Reichel (26.) und Yasin Ehliz (48.) sorgten für den fünften WM-Sieg in Serie für Deutschland, das in NHL-Goalie Philipp Grubauer, Verteidiger Korbinian Holzer und Angreifer Matthias Plachta noch Leistungsträger schonte.

Doch der endgültige WM-Ausfall von Stützle, den der DEB kurz zuvor bekanntgegeben hatte, drückte Söderholm schwer aufs Gemüt. „Wir hätten sicherlich Tims Qualitäten gebraucht“, sagte Söderholm im Hinblick auf die Aufgaben in den kommenden Tagen. Die Entscheidung, den 20 Jahre alten Angreifer von den Ottawa Senators aus dem Turnier zu nehmen, ärgerte Söderholm spürbar.

Stützle erlitt wahrscheinlich eine Knieprellung

„Ich kommentiere das nicht. Ich bin kein Arzt. Deswegen kann ich nicht sagen, ob die Verletzung schwerwiegend ist oder nicht“, begann der 44-Jährige noch süffisant und wiederholte dann aber seine Einschätzung, die er seit Stützles leichter Knieverletzung beim 3:2 gegen Frankreich am Montag immer wieder kundgetan hatte: „Ich bin optimistisch, dass er spielen kann.“

Die Senators aber offenbar nicht. Denn wohl allein das Team aus der mächtigen NHL entschied über sein Juwel. Dies ließ auch Söderholm durchblicken: „Die Entscheidung liegt nicht in meinen Händen.“ Unbestätigten Medienberichten zufolge erlitt Stützle gegen die Franzosen eine Knieprellung - keine große Sache also.

DEB-Sportdirektor Christian Künast hatte sich am Sonntagmorgen offiziell noch salomonisch geäußert. „Tim hatte Glück im Unglück. Er hat eine Knieverletzung erlitten, die schnell und komplett ausheilen wird“, sagte Künast. „Tim würde in den anstehenden Spielen vom Gegner nicht geschont werden und seine Gesundheit steht an erster Stelle.“

Ein Geschmäckle hat der Vorgang auch dadurch, dass in Dom Nicoletta der Athletik-Therapeut der Senators in Finnland für das kanadische Team arbeitet. Offenbar hatte Nicoletta Stützle in den vergangenen Tagen gründlich untersucht. Und der Rekordweltmeister konkurriert mit Deutschland nun um den Gruppensieg.

Söderholm fordert eine Leistungssteigerung

Der Ausfall des Ausnahmestürmers wiegt umso schwerer durch das verletzungsbedingte WM-Aus von Ex-NHL-Stürmer Dominik Kahun kurz vor dem Turnier und die Abwesenheit von Weltklasse-Stürmer Leon Draisaitl wegen seines Playoff-Einsatzes mit den Edmonton Oilers.

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Gefragt sind nun andere. Lukas Reichel aus der zweitklassigen nordamerikanischen Profiliga AHL dürfte mehr in den Fokus rücken. Gegen die Kasachen schoss der spielstarke Reichel das 4:2 im zweiten Drittel in Überzahl. Wie AHL-Verteidiger Leon Gawanke war er nach dem Saison-Aus nachgereist und hatte gegen Italien (9:4) am Freitag erstmals gespielt.

Auch nach dem knappen Sieg am Sonntag blieb Söderholm angespannt - trotz des längst feststehenden Viertelfinal-Einzugs. „Es ist ein Zeichen, dass vieles richtig gemacht wurde von den Spielern“, sagte Söderhom, forderte aber eine klare Leistungssteigerung: „Es gibt viele Dinge, die wir noch im Spiel entwickeln müssen, vor allem Zweikampfhärte und Tempo, wenn es dann zu den entscheidenden Spielen kommt.“

Das frühe Scheitern bei Olympia in Peking nach offen ausgesprochenen Gold-Ambitionen war auch für ihn persönlich eine Niederlage gewesen. In seiner finnischen Heimat ist sein Team auf dem besten Weg zur Wiedergutmachung - allen Widerständen zum Trotz. (dpa)

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