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Held im Finale. Mathias Niederberger war einfach nicht zu bezwingen von München. Foto: Passion2Press/Imago
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Eisbären gewinnen Titel Nummer 9 Eine neue Ära hat gerade erst begonnen

Die sportliche Führung des DEL-Titelverteidigers musste gegen viele Widerstände ankämpfen. Doch der Erfolg der Eisbären spricht für sich. Ein Kommentar.

Mit der neunten Meisterschaft haben die Eisbären nicht nur eine herausragende Saison gekrönt. Es ist der Beweis, dass der Titel vor einem Jahr in einer Spielzeit voller Sonderregeln (Nord-Süd-Gruppe, verkürzter Spielplan, Best-of-Three-Modus in den Play-offs) kein Versehen, sondern der Beginn einer neuen Erfolgsära war. Ein knappes Jahrzehnt, nachdem die bisherige Regentschaft zu Ende gegangen war, sitzen die Eisbären wieder fest auf dem deutschen Eishockeythron. Jeweils ohne Gegentor setzen sich die Berliner in entscheidenden Spielen gegen Mannheim und München durch.

Neben den sportlichen Qualitäten zeichnet dieses Ensemble insbesondere die Mentalität aus. Wie schon in der vergangenen Saison spielten die Eisbären in den Play-offs in den entscheidenden Momenten ihr bestes Eishockey. Dass sie einen finalunwürdigen Spielplan mit entsprechenden Belastungen genauso wegsteckten wie den Ausfall wichtiger Spieler wie Yannick Veilleux oder im letzten Spiel Zach Boychuk, zeugt vom einzigartigen Charakter dieser Mannschaft. Und spricht für die sportliche Führung, die ein solches Potenzial zur Entfaltung bringen kann.

Ein Team, das für Erfolg steht. Die Eisbären feiern. Foto: Eibner/Imago Vergrößern
Ein Team, das für Erfolg steht. Die Eisbären feiern. © Eibner/Imago

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Trainer Serge Aubin und Sportdirektor Stéphane Richer mussten gegen viele Widerstände in Berlin ankämpfen, weil sie nach Ansicht einiger Fans wegen ihrer Vergangenheit bei den Hamburg Freezers vorbelastet waren. Doch die Entwicklung, die die Eisbären seit dem Amtsantritt Aubins 2019 vollzogen haben, spricht für sich. Mannheims Trainer Bill Stewart hatte sich während der Halbfinalserie ausgiebig darüber ausgelassen, was für eine beeindruckende Eishockey-Kultur das Gespann in Berlin entwickelt hat. Über die eigenen Erfolge hingegen verlor er kein Wort.

Trainer Serge Aubin ist der Schlüssel

Bereits in der ersten Spielzeit, die bekanntlich nach der Hauptrunde endete, beglückten die Eisbären die Zuschauer: innen mit Powerhockey und Spielverläufen, die selbst dann Spaß machten, wenn die Eisbären als Verlierer vom Eis gehen mussten. Nach und nach entstand ein Kader, der nicht nur sehenswert, sondern auch höchst erfolgreich das System Aubins interpretiert. Durch die Bank schwärmen Spieler geradezu von den Führungsqualitäten ihres Trainers. Bleibt aus Sicht der Eisbären nur zu hoffen, dass allzu große Verlockungen aus Nordamerika für Aubin ausbleiben.

Trainer Serge Aubin hat die Eisbären zum zweiten Mal zum Titel geführt. Foto: IMAGO/Passion2Press Vergrößern
Trainer Serge Aubin hat die Eisbären zum zweiten Mal zum Titel geführt. © IMAGO/Passion2Press

Dennoch warten große Herausforderungen auf die Berliner. Die größte besteht vielleicht darin, die Zuschauer: innen auch außerhalb eines Play-off-Finales gegen München zurück in die Halle zu holen. Es braucht noch viel Überzeugungsarbeit, bis es wieder selbstverständlich ist, am Freitagabend oder Sonntagnachmittag Eishockey zu gucken. Vergnügliche Besuche mit vielen Toren und erfolgreichen Gastgebern wie zuletzt sind jedenfalls eine gute Voraussetzung. Und derzeit spricht wenig dagegen, dass die aktuelle Erfolgsgeschichte in absehbarer Zeit enden wird.

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