Läuft nicht. Seit dem ersten Spieltag und der Niederlage gegen Meister München suchen die Eisbären um Torjäger Jamie MacQueen ihre Form. Foto: Britta Pedersen/dpa Foto: Britta Pedersen/dpa
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Eisbären Berlin Druck vor dem Spiel gegen Schwenningen

Die Eisbären wollen ihre Krise besiegen – mit Disziplin und einfachem Spiel.

Obwohl erst sieben Spieltage in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) absolviert sind, wartet auf die Eisbären Berlin bereits eine Begegnung, die richtungsweisenden Charakter für den weiteren Saisonverlauf haben könnte. Nach zwei Auswärtsniederlagen stehen die Berliner, immerhin Finalteilnehmer in der Vorsaison, derzeit nur auf Platz zehn. Gegen das Liga-Schlusslicht Schwenninger Wild Wings muss nun am Freitagabend (19.30 Uhr) ein Sieg her, um den Abstand zur Spitzengruppe nicht früh beunruhigend groß werden zu lassen. „Wir wissen, wie wichtig dieses Spiel ist“, sagte Coach Clément Jodoin nach dem Training am Donnerstag. Doch er weiß auch, dass es mit einem Sieg gegen die Schwarzwälder, die sechs ihrer sieben Saisonspiele verloren haben, nicht getan ist. „Wir haben noch 45 Hauptrundenspiele vor uns, in denen wir viel besser spielen müssen als zuletzt“, räumte er ein.

Tatsächlich sind einige anhaltende Probleme für den unbefriedigenden Start der Berliner verantwortlich, die vor der Saison einen Platz unter den ersten vier als Ziel für die Hauptrunde ausgegeben hatten. So brachten sie sich in den bisherigen Spielen durch mangelnde Disziplin immer wieder selbst in Schwierigkeiten. Zahlreiche entscheidende Gegentore in Unterzahl waren die Folge oft unnötiger Zeitstrafen.

„Die Strafen killen uns einfach“, sagte Verteidiger Florian Kettemer nach der 1:5-Niederlage in Düsseldorf am Dienstag. Denn zum Problem werden nicht nur die Gegentore selbst, die aus den Hinausstellungen resultierten. „Das häufige Unterzahlspiel kostet viel Energie und gibt dem Gegner die Initiative. Man verliert an Intensität, anstatt Eishockey auf die richtige Art zu spielen“, sagte Trainer Jodoin. Er setzt weiterhin auf Mannschaftsbesprechungen und Videostudien, um falsches Zweikampfverhalten abzustellen: „Wir haben gerade wieder darüber gesprochen, wie wir solche Situationen vermeiden und mit Widrigkeiten umgehen müssen“, sagte er am Donnerstag.

Lassen sich die Ursachen der vielen Fouls prinzipiell im Gespräch aufarbeiten, sind die massiven Verletzungsprobleme nicht wegzudiskutieren. Aufgrund von Ausfällen änderte sich die Aufstellung ständig, derzeit fehlen neben Angreifer Thomas Oppenheimer und Torhüter Marvin Cüpper mit Frank Hördler, Jonas Müller und Kai Wissmann gleich drei Leistungsträger in der Abwehr für längere Zeit. Künftig soll Maximilian Adam helfen, die Lücken zu schließen. Beim Kooperationspartner Lausitzer Füchse hatte sich der erst 20 Jahre alte Verteidiger zuletzt zum Leistungsträger in der zweiten Liga entwickelt, nun freut er sich auf sein Saisondebüt in der DEL. „Nach den letzten Spielen komme ich mit viel Selbstbewusstsein her“, sagt Maximilian Adam. „Wir spielen in Weißwasser ein ähnliches System. Die größten Umstellungen sind sicherlich das Tempo und das körperliche Spiel.“ Auch auf der so wichtigen Torhüterposition kann Trainer Jodoin wieder auf eine Verstärkung hoffen. Kevin Poulin hat seine Augeninfektion auskuriert und wird in Schwenningen den zuletzt glücklosen Maximilian Franzreb ersetzen.

Als Ausrede mag der Trainer die Personalprobleme aber ohnehin nicht gelten lassen: „Mir ist egal, wie viele Spieler fehlen. Das ändert nichts daran, wie wir spielen müssen – und wir müssen viel besser und konstanter spielen als zuletzt“, sagte er. Vor allem sei eine „einfachere“ Spielweise gefragt: „Wenn wir versuchen, hübsch zu spielen, geht es in die falsche Richtung“, sagt Jodoin.

Um für die nötige Wende zu sorgen, will der Trainer nun auch seine Profis stärker in die Pflicht nehmen – zumal einige vermeintliche Leistungsträger bislang zu selten überzeugen konnten: „Ich glaube an Gruppendruck“, sagte er. „Die Führungsstärke muss aus der Kabine kommen.“

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