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Das war nichts: Trotz zweier Treffer von Dodi Lukebakio schied die Hertha in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Braunschweig aus. Foto: dpa
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Eintracht Braunschweig gelingt die Sensation Hertha BSC scheitert im Pokal in der ersten Runde

Fußball-Bundesligist Hertha BSC ist nach einer spektakulären Partie in der ersten DFB-Pokalrunde an Eintracht Braunschweig gescheitert.

Wenn man erstmals für seinen neuen Arbeitgeber im Einsatz ist, ist man natürlich um einen besonders guten Eindruck bemüht. Bei Alexander Schwolow hat das am Freitagabend nicht so richtig funktioniert.

Der Torhüter war im Sommer von Hertha BSC aus Freiburg geholt worden, am Freitag stand er erstmals für den Berliner Fußball-Bundesligisten im Tor, und es waren in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Eintracht Braunschweig gerade mal 63 Sekunden gespielt, als Schwolow sein erstes Gegentor kassierte – eins, an dem er nicht ganz schuldlos war.

So wie für Hertha BSC die Vorbereitung verlaufen war, leicht holprig, konnte wohl niemand davon ausgehen, dass im Ernstfall gleich alles perfekt funktionieren würde. Dass es so verrückt werden würde in Braunschweig, war allerdings auch nicht zu erwarten. Hertha musste wieder mit einigen Widerständen kämpfen. Nach gerade mal einer Minute kassierte die Mannschaft per Freistoß das 0:1, nach einer Viertelstunde stand es 0:2. Hertha kämpfte sich zurück, geriet noch vor der Pause erneut in Rückstand – und schied nach einer 4:5 (2:3)-Niederlage erstmals seit acht Jahren wieder in der ersten Runde des DFB-Pokals aus. „Es lief alles schief, was schieflaufen kann“, sagte Schwolow. „Furchtbar. Katastrophe.“

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Im zweiten Spiel am Freitagabend setzte sich Mainz 05 mit 5:1 (0:1) gegen den Regionalligisten TSV Havelse durch.

Bruno Labbadia, Herthas Trainer, hatte auf die Spieler verzichtet, die nach ihren Länderspielreisen besonders wenig Erholungszeit hatten. So saßen Arne Maier und Neuzugang Deyovaisio Zeefuik nur auf der Bank, Mathew Leckie hingegen stand etwas überraschend in der Startelf. Bei den Braunschweigern ließ Trainer Daniel Meyer gleich sechs Neue von Anfang an spielen. Felix Kroos, gerade erst vom 1. FC Union verpflichtet, stand allerdings nicht im Kader.

Die Berliner halfen kräftig mit

„Wir sehen das nicht als letztes Testspiel vor dem Zweitligastart“, sagte Meyer vor dem Anpfiff. Und so ging seine Mannschaft die Partie auch an. Das Spiel war kaum angepfiffen, da traf Kapitän Martin Kobylanski aus 25 Metern per Freistoß. Herthas Abwehrmauer stand alles andere als gut. Und auch beim zweiten Treffer der Eintracht halfen die Berliner kräftig mit. Nach einer Ecke wurde Maximilian Mittelstädt aus kurzer Distanz angeköpft. Von seinem Kopf flog der Ball in den Winkel.

Unglückliche Premiere. Erstmals stand Alexander Schwolow für die Hertha zwischen den Pfosten - und kassierte 5 Gegentore. Foto: dpa Vergrößern
Unglückliche Premiere. Erstmals stand Alexander Schwolow für die Hertha zwischen den Pfosten - und kassierte 5 Gegentore. © dpa

Dabei machte es Hertha vor 500 Eintracht-Fans im Stadion gar nicht schlecht, attackierte früh und entschlossen und drängte die Braunschweiger dadurch tief in die Defensive zurück. Die Eintracht spielte gezwungenermaßen passiver, als es eigentlich ihre Art ist. So dauerte es nur etwas mehr als zehn Minuten, bis die schöne Führung des Zweitligaaufsteigers schon wieder dahin war.

Der Anschlusstreffer fiel ebenfalls nach einem Standard, als Dodi Lukebakio sich nach einer Ecke von Matheus Cunha im Kopfballduell gegen seinen Gegenspieler durchsetzte (23. Minute). Der Vorbereiter Cunha war wieder einmal sehr umtriebig und erzielte kurz darauf auch den Ausgleich. Nach einem guten Pass von Leckie war der Brasilianer zu schnell für Robin Ziegele. Mit einem überlegten Schuss in die lange Ecke überwand Cunha Eintrachts Torhüter Jasmin Fejzic zum 2:2 (29.).

Das war nichts: Hertha-Trainer Bruno Labbadia nach dem 4:5-Spektakel gegen Braunschweig. Foto: imago/Bernd König Vergrößern
Das war nichts: Hertha-Trainer Bruno Labbadia nach dem 4:5-Spektakel gegen Braunschweig. © imago/Bernd König

Hertha hatte die Angelegenheit scheinbar in die richtigen Bahnen gelenkt – und machte dann alles unmittelbar vor der Pause wieder zunichte. Fabio Kaufmann war schon auf dem Weg aus dem Berliner Strafraum und wurde kurz vor dem Verlassen von Leckie und Karim Rekik in die Zange und schließlich zu Fall gebracht. Schiedsrichter Tobias Stieler entschied auf Elfmeter. Kobylanski trat an, schoss jedoch so unplatziert, dass Schwolow den Ball parieren konnte. Im Nachsetzen aber vollendete Braunschweigs Kapitän zum 3:2.

So fing für Hertha das Spielchen nach der Pause wieder von vorne an: einem Rückstand hinterherlaufen, den Gegner unter Druck setzen, ihn tief in die Defensive drängen. Leckie und Cunha hatten gute Gelegenheiten zum Ausgleich, doch letztlich traf jemand, der sonst fast nie trifft. Peter Pekarik sprintete im richtigen Moment in eine Hereingabe von Cunha und erzielte das 3:3 (65.).

Es war ein verrücktes Spiel, in dem die Verrücktheiten nicht aufhörten

Würde der Zweitligist nun zusammenbrechen? Von wegen. 100 Sekunden später führten die Braunschweiger wieder. Nach einer Kopfballablage von Kaufmann kam Kobylanski vor Herthas Strafraum frei zum Schuss und erzielte mit einem feinen Aufsetzer das 4:3. Und es kam noch schlimmer für den Favoriten. Mit der Hacke spielte Ben Balla den Ball in den Berliner Strafraum, Niklas Stark rutschte aus, Suleiman Abdullahi, in der vorigen Saison noch beim 1. FC Union unter Vertrag, überwand Schwolow zum 5:3.

Es war ein verrücktes Spiel, und die Verrücktheiten hörten nicht auf. Sieben Minuten vor dem Ende verkürzte Lukebakio mit einem Distanzschuss noch einmal. Mehr aber war nicht mehr drin. (Tsp)

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