Zurück in Berlin. Uli Egen. Foto: dpa
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ECC Preussen Der Trainer ist der Star

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Ein alter Bekannter kehrt nach Berlin zurück: Oberligist ECC Preussen verpflichtet Uli Egen als neuen Coach.

Es gibt viele amüsante Episoden aus der langen Trainerkarriere des Uli Egen. Etwa die, als er sich bei den Eisbären im Training einst den Puck schnappte und sich mit seinem Torjäger David Roberts im Penaltyschießen duellieren wollte. „Ich treffe häufiger als du“, sagte der Trainer zum Stürmer. Das war wohl eher als Motivationshilfe gedacht, ging aber nach hinten los, weil der Ex-Profi Egen, immer noch technisch stark an der Scheibe, den Zweikampf gewann. Ein andermal, nach einem schlechten Spiel seiner Mannschaft in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), ließ Egen die Mannschaft in der Kabine antanzen, dort mussten sie eine Aufzeichnung des Spiels ansehen. Nachdem sie dafür Eintritt gezahlt hatte. „Damit ihr mal seht, was ihr den Fans angetan habt“, soll Egen gesagt haben.

Der Allgäuer Uli Egen war immer eine schillernde Figur, streitbar und humorvoll. Er war der erste deutsche Nationalspieler, der drei Tore in einem Spiel gegen Russland schoss. Auch in Berlin hatte er große Auftritte auf dem Eis, 1987 stieg er als Kapitän mit dem BSC Preussen in die Bundesliga auf. Später, bis 2002 war der ehemalige Nationalspieler dann Cheftrainer bei den Eisbären, 16 Jahre danach kehrt Egen nach Berlin zurück, auf kleinerer Bühne: Ab kommender Saison ist er Trainer des ECC Preussen in der Oberliga Nord.

Das Vorhaben ist klar, mit dem in Berlin recht großen Trainernamen wollen die seit Jahren in ihrer Nische spielenden Preussen natürlich etwas alten neuen Glanz in ihre eher kleine Hütte, der Eissporthalle P09 am Glockenturm, bringen. Bei den Preussen kommen immer nur ein paar hundert Zuschauer, vergangene Saison waren es 228 im Schnitt. Das ist verschwindend wenig in einer Liga, in der bei den populären Klubs wie den Hannover Indians oder den Tilburg Trappers zuverlässig mehr als 2000 Zuschauer kommen. „Der Zuschauerzuspruch sollte sich auf jeden Fall ändern in der kommenden Saison“, sagt Egen. Genau genommen, ist der Trainer jetzt der Star. Das bringt in jedem Fall Aufmerksamkeit.

Uli Egen will etwas bewegen, sagt er

Bei der Option Rückkehr nach Berlin habe er nicht lange gezögert, sagt Uli Egen. „Die Preussen haben mich angerufen. Das Konzept hat mich überzeugt, dann habe ich zugesagt.“ Sportlich macht die Verpflichtung von Egen, inzwischen 61 Jahre alt, sicher Sinn, denn in der dritthöchsten Liga des Landes kennt sich der Mann aus Füssen gut aus. 2017 noch war er Trainer beim Ligakonkurrenten EV Duisburg. Seit seiner Berliner Zeit hat er einige Stationen hinter sich gebracht, war von den Niederlanden bis Italien unterwegs. Das Engagement in Berlin ist nun zunächst auf ein Jahr befristet, Egen glaubt aber, schon in dieser Zeit etwas bewegen zu können. Er ist bereits dabei, den Kader zusammenzustellen. Zur Vorbereitung spätestens im August wird er dann auch nach Berlin umziehen.

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Des neuen Trainers Zielsetzung ist für die neue Saison eher vorsichtig. In die „Top Ten“ will er mit seiner neuen Mannschaft kommen, also mindestens vier Teams hinter sich lassen. Das würde – wenn sie dann wie geplant in der Oberliga eingeführt werden – für die Pre-play-offs reichen. Von mehr reden sie in Charlottenburg erst einmal nicht. Aber den Preussen sollte nun zugutekommen, dass mit Uli Egen ein Trainer hinter der Bande steht, der auch gute Kontakte zu den Eisbären hat.

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