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Wie schon 2019 treten die Kanuten auf der City-Spree vor der Oberbaumbrücke an. Foto: dpa/Monika Skolimowska
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Die Finals in Berlin 14 Sportarten buhlen um Fans und Aufmerksamkeit

In der kommenden Woche werden in Berlin 190 nationale Meisterinnen und Meister gekürt. Es ist auch ein Vorgeschmack auf die Multisport-EM in München.

Die Finals kehren in der kommenden Woche nach Berlin zurück. Und ähnlich wie 2019, als zum ersten Mal deutsche Meisterinnen und Meister verschiedener Sportarten bei einem Multisport-Event gekürt wurden, ist bei den Sportler*innen zu spüren, welche große Bedeutung ein solches Format in ihren Planungen einnimmt.

„Ich freue mich riesig auf die Finals. Seit langer Zeit endlich wieder ein Wettkampf ohne große Beschränkungen und wir werden wieder Zuschauer in der Halle haben“, sagt Geräteturner Philipp Herder, der als Berliner Heimvorteil genießt. „Wenn man zurückschaut auf das Turnfest 2017 oder die Finals 2019 – es war immer gute Stimmung in der Halle und die Halle sehr gut gefüllt.“

Nachdem die Finals 2020 wegen der Coronapandemie komplett ausgefallen waren und im vergangenen Jahr die Wettkämpfe in Nordrhein-Westfalen ohne Publikum stattfinden mussten, sind die anstehenden Wettkämpfe also eine Art Rückkehr zum Normalzustand. Oder sogar etwas mehr als das.

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Wie schon bei der Premiere vor drei Jahren treten die Kanuten auf der Spree in unmittelbarer Nähe zur Oberbaumbrücke gegeneinander an. Hier herrschen nicht nur besondere Bedingungen, weil anders als bei sonstigen Wettkämpfen Ausflugsschiffe nur wenige Meter entfernt von den Athleten vorbeifahren. „Die vorbeifahrenden Ausflugsschiffe werden nicht nur Zuschauer, sondern auch die eine oder andere unerwartete Welle mitbringen“, weiß die Berlinerin Lisa Jahn, die im Canadier an den Start geht.

Menschenansammlung beim Kanusport

2019 zeigte sich bereits, wie sehr die Finals dabei helfen können, eher fachfremde Publikum für den Sport zu begeistern. Weil der Zugang zum Spree-Ufer frei ist und sich zahlreiche Touristen-Hotspots in unmittelbarer Nähe befinden, absolvierten die Kanuten ihre Premiere vor ungewohnten Menschenansammlungen. „Ich war ganz froh, dass ich im Wasser war, an Land wäre mir das fast ein bisschen zu voll gewesen“, scherzt Jahn.

Auf einen ähnlichen Effekt hoffen auch Sportarten, die kaum bekannt sind. Speed-Kanu-Polo ist – wie der Name schon sagt – eine ziemlich rasante Disziplin, die sich am Wochenende auch mal in bester Lage präsentiert. Am Neptunbrunnen unweit des Roten Rathauses tragen die 3x3-Basketballer*innen, die letztes Jahr bei Olympia erstmals vertreten waren, ihre Spiele aus und zeigen die Artisten beim Radsport Trial Tricks und Körperbeherrschung. Auch bei diesen Sportarten hofft man natürlich auf den Effekt, dass Touristen einen Stopp einlegen.

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Beim Modernen Fünfkampf hingegen geht es auch um Imagepflege. Nach den desaströsen Bildern von Tokio, als zahlreiche Pferde und Reiter*innen aneinander verzweifelten, wird diese Teildisziplin nach den Spielen in Paris aus dem Programm genommen und durch einen Hindernislauf ersetzt, der an das beliebte TV-Format Ninja Warrior erinnert. Bei den Finals allerdings besteht der Wettbewerb aus vier Aufgaben – also ohne Reiten und noch ohne den neuen Lauf.

Die Vier-Fünfkämpfer sind während der Finals im Olympiapark und auf dem Olympischen Platz beheimatet. Die Wettkämpfe der insgesamt 14 Sportarten finden an neun unterschiedlichen Austragungsorten der Stadt statt. 190 Meistertitel werden vergeben.

Die Finals geben zugleich einen Vorgeschmack auf die European Championships. Zwischen dem 11. und dem 21. August küren neun Sportarten ihre Europameister*innen in München. Eine solche europäische Großveranstaltung in Deutschland zu erleben, war ein entscheidender Grund, weshalb sich Turner Philipp Herder dafür entschieden hat, seine Karriere fortzusetzen.

Er sagt: „Ich habe mir gedacht, dass es sich dafür lohnt, nochmal Vollgas zu geben.“ Für ihn sind Multisport-Veranstaltungen, ob auf nationaler oder internationaler Bühne, der richtige Weg, um mehr Menschen für den Sport zu begeistern. „Die Hallen sind voller, es gibt mehr Aufmerksamkeit. So bekommen mehr Leute mit, was wir so machen.“

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