Reinhard Grindel gab zuletzt eine unglückliche Figur ab. Foto: REUTERS/Andreas Gebert
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DFB Reinhard Grindel verteidigt Länderspielvergabe nach Sinsheim

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Aus Angst vor Ultras soll der DFB das Spiel gegen Peru nicht nach Frankfurt vergeben haben. Das sei "nachvollziehbar, aber nicht entscheidend", sagt Grindel.

Reinhard Grindel hätte sich am liebsten nur zu den erfreulichen Themen des Tages geäußert. Der Deutsche Fußball-Bund vergab am Sonntag bei einer Veranstaltung in Heidelberg seinen Fairplay-Preis, an der Kontroverse um den Austragungsort des Länderspiels gegen Peru kam der DFB-Präsident aber nicht vorbei. „Die Gedanken, die ich zusätzlich in dieser E-Mail vorgetragen habe – eine Woche nach den Aktionen zum Montagsspiel Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig – sind nachvollziehbar. Sie waren aber nicht entscheidend. Entscheidend war, dass wir ein volles Stadion haben wollten“, sagte Grindel.

Das ist dem Verband in Sinsheim am Sonntag gelungen. Dennoch steht die Entscheidung des DFB in der Kritik, das Testspiel gegen Peru in Sinsheim und nicht wie offenbar geplant in der doppelt so großen Frankfurter Arena auszutragen. Angeblich, weil Grindel die Befürchtung hegte, dass Frankfurter Ultras kurz vor der Vergabe des EM-Turniers 2024 am 27. September die deutsche Bewerbung mit negativen Bildern von Ausschreitungen oder Bengalos torpedieren könnten. Das berichtete der „Spiegel“ und berief sich dabei auf einen internen Mailwechsel der DFB-Spitze. Der Verband stellt dies anders dar und Grindel ärgerte sich vor allem über das Durchsickern seiner Bedenken. „Im Fußball bleibt nichts geheim, insofern muss man das hinnehmen. Schön ist das nicht, das sage ich ganz offen.“

Der erhoffte Neustart nach dem frühen Ausscheiden bei der WM und dem schlechten Bild, das der DFB in der Özil-Debatte abgegeben hat, ist dem Verband jedenfalls nicht gelungen. Dabei wollten die Verantwortlichen mit Nähe gegen die zuletzt schlechte Stimmung vorgehen. „Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich genommen“, sagte Manager Oliver Bierhoff im Rückblick selbstkritisch. „Wir werden an der Nahbarkeit arbeiten, häufiger die Türen und Tore aufmachen.“

Der gute Vorsatz blieb allerdings in Ansätzen stecken. Weder in München noch in Sinsheim gab es öffentliche Trainingseinheiten der Nationalmannschaft. „Die ersten Tage vor dem Frankreich-Spiel waren wichtig, die Mannschaft war zum ersten Mal wieder zusammen“, sagte der Bundestrainer. Zudem sei das Abschlusstraining für eine offene Einheit nicht unbedingt geeignet. „Für Oktober und November haben wir uns das vorgenommen, da werden wir das machen“, versprach Löw mit Blick auf die nächsten Länderspiele. (dpa/Tsp)

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