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Herthas eSport-Profi Elias Nerlich ist der größte Star in der Community. Für viele Teilnehmer*innen wäre ein Duell gegen ihn ein wahres Traum-Los. Foto: Mike Wolff/TSP
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DFB-ePokal startet am Wochenende David gegen Goliath auf dem virtuellen Rasen

Jakob Schmidt

Der DFB startet heute seinen ersten ePokal. Ähnlich wie beim analogen Vorbild haben Amateure die Chance auf das Spiel ihres Lebens.

In der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main herrscht Aufregung und Vorfreude. An diesem Samstag startet nach monatelanger Planung und pandemiebedingten Verschiebungen der erste DFB-ePokal. Die virtuelle Version des großen deutschen Vereinspokals wird auf dem computerprogrammierten Rasen der Sportsimulation „Fifa21“ ausgetragen und findet größtenteils online statt.

Es ist der weltweit erste eFootball-Wettbewerb eines nationalen Fußballverbands und laut Holger Merk, Abteilungsleiter im Strategischen Marketing des DFB, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Uns als DFB hilft eFootball zu verstehen, wie die junge Generation den Fußball wahrnimmt und ihn lebt. Wir möchten mit ihr über Fußballsimulationen wie Fifa im Dialog bleiben, auch wenn sie mal nicht auf dem Platz steht.“

Die Pandemie hat den Jugendfußball in Deutschland hart getroffen. Viele Junioren-Mannschaften wurden während des Lockdowns vom Spielbetrieb abgemeldet. Die Gefahr droht, dass sich das Interesse für Fußball auch nach Lockdown und Kontaktbeschränkungen nicht wieder das alte Niveau erreicht. „Hier gilt es, gegenzusteuern und die Kinder und Jugendliche mit interessanten Angeboten für den Fußball und natürlich auch unsere Vereine zu begeistern“, sagt Merk.

Mit Sätzen wie „Zwei linke Füße? Das richtige Händchen reicht!“ vermarktet sich der DFB auf der eigens eingerichteten eFootball-Homepage als nahbarer Teil der jungen Gamer-Szene und spricht so auch Menschen an, die mit dem eigentlichen Fußball nicht viel am Hut haben.

„Unser Ziel ist, von der Community als authentisch wahrgenommen und bestenfalls ein Teil von ihr zu werden“, sagt Merk. „Unsere Rolle haben wir dabei schon gefunden – als Strukturgeber, Organisator und Wettbewerbssteller für die Casual Gamer.“

Ein Herthaner wäre für viele das Wunschlos

Da die Duelle coronakonform erst mal in den Wohnzimmern der mehreren tausend Teilnehmer*innen stattfinden, kann das Turnier auch während des Lockdowns starten. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen wurden in der Qualifikation sogar die geplanten „2vs2-Matches“ gegen normale Einzelduelle getauscht.

Hitzig soll es trotzdem werden. Die Struktur des Turniers baut nämlich auf dasselbe Narrativ, das auch die große Faszination für den echten DFB-Pokal ausmacht: auf den Mythos „David gegen Goliath“ – den Reiz also, dass eine Gruppe von Freizeit-Gamern mit ein bisschen Glück ein professionelles eSport-Team aus dem Turnier werfen kann.

Die Chancen der Hobby-Zocker*innen im Duell gegen die eSport-Profis vergleicht Merk mit denen eines Regionalligisten in der ersten DFB-Pokal-Runde. „Es kann gut sein, dass es zu Überraschungen kommt“, sagt er. "Aber schon die Möglichkeit, sich mit einem berühmten eFootballer zu messen, ist für für die meisten Hobby-Zocker*innen Motivation genug".

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Einer dieser Profis ist Elias Nerlich. Der 22-jährige Berliner aus Herthas eSport-Akademie gehört zu den erfolgreichsten Streamern Deutschlands und ist in der Gaming-Community ein großer Star. Wenn er seine Spiele live im Internet überträgt, gucken ihm teilweise bis zu 45.000 Fans zu - vergleichbar viele, wie zu einem Bundesliga-Heimspiel von Hertha BSC kommen. Es ist also kein Wunder, dass er bei vielen Teilnehmer*innen ganz oben auf der Liste von Loswünschen steht.

Bis zum 20. Dezember kann jeder, der eine eigene Playstation besitzt, sein Glück versuchen. Insgesamt 40 Teams qualifizieren sich für die im Februar 2021 geplante Vorrunde. In der Hauptrunde stoßen dann die Profis hinzu, mit denen um den Einzug in das Final-Turnier gespielt wird, das in Anlehnung an das Pokal-Vorbild in Berlin stattfinden soll.

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