Da geht es lang! Joachim Löw. Foto: dpa
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Deutschland gegen Frankreich, ein Kommentar Das Versprechen

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München war am Donnerstag ein kleines Versprechen auf eine Zukunft der Mannschaft, die ansprechender ist als ihre jüngste Vergangenheit. Ein Kommentar.

Genau 15 Jahre ist es her, da leistete sich der damalige Fußballbundestrainer im Zusammenspiel mit ARD-Reporter Waldemar Hartmann jenen turbulenten Auftritt im Fernsehstudio. Hartmann redete von "Tiefpunkt" und Völler rastete aus, unterstellte Hartmann - ungerechtfertigt- zu viel Weißbierkonsum. Das alles geschah nach einem 0:0. Auf Island zugegebener Maßen. Auch am Donnerstag spielte die Nationalmannschaft 0:0. Gegen Frankreich. Zehn Wochen nach einer einmaligen WM-Pleite. Und deshalb wird dieses 0:0, anders als einst bei Völler, nun vom heutigen Bundestrainer als Erfolg verbucht. Zu Recht?
Ja und nein. Ja, weil die Leistung ordentlich und defensiv sehr stabil war. Ja aus Löws Position, weil eine Niederlage das Leid, die Diskussionen um den Bundestrainer nur befeuert hätte. Und ja, weil es schon eine gute Reaktion der Mannschaft in einem guten Spiel gegen einen guten Gegner war. 

Anderer Zeitpunkt, andere Verfassung, anderer Wettbewerb, anderer Gegner, anderes Spiel

Das war es dann auch schon. Hochrechnereien, Vergleiche mit der WM verbieten sich ein Stück weit. Wenn auch der erfahrene Fernsehkommentator im ZDF am Donnerstag anderer Meinung war und sagte, in der Verfassung vom Donnerstag hätte die Mannschaft nicht gegen Mexiko oder Südkorea verloren bei der WM. Das ist selbstverständlich eine gewagte These. Anderer Zeitpunkt, andere Verfassung, anderer Wettbewerb, anderer Gegner, anderes Spiel. Die Pleite von Russland lässt sich auch nicht mit einem rauschenden Testspieltriumph am Montag in Sinsheim gegen Peru vergessen machen.
Aber: München war am Donnerstag schon mal ein kleines Versprechen auf eine Zukunft der Mannschaft, die ansprechender ist als ihre jüngste Vergangenheit. Warten wir nun also gespannt darauf, ob sich dieses Versprechen einlösen kann und ihren Tiefpunkt verarbeitet hat. Schon im Oktober geht es ja in der Nations League mit dem Spiel in den Niederlanden weiter.

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