So sehen Sieger aus. Die BR Volleys stehen auch bei den Zuschauerzahlen ganz oben. Foto: Andreas Gora/dpa
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Deutscher Volleyball-Meister 2019 Die BR Volleys sind wahre Champions

Berlin hat es gegen den VfB Friedrichshafen erneut geschafft. Warum der Titel am Ende einer Saison mit einigen Tiefen verdient ist. Ein Kommentar.

Eines muss man den BR Volleys wirklich lassen: Sie haben ein besonderes Gespür für Dramatik. Bereits in den vergangenen beiden Jahren war der ewige Rivale aus Friedrichshafen über weite Phasen der Saisons die klar bessere Mannschaft. Für die Süddeutschen ist der Play-off-Modus im Volleyball ein brutales Konstrukt. Denn jedes Mal verloren sie das entscheidende Spiel in der Finalserie und damit auch die Meisterschaft. So auch am Sonntag.

Die Volleys gewannen auch deshalb, weil der Klub um den emsigen Manager Kaweh Niroomand es regelmäßig schafft, schnell auf Krisen zu reagieren. In der vergangenen Spielzeit sprang er über seinen Schatten und verpflichtete kurzerhand seinen über viele Jahre erbitterten Erzfeind Stelian Moculescu als Übergangstrainer. In dieser Saison gelang es Niroomand nach schwacher erster Saisonhälfte, einen Spieler zu verpflichten, der im Grunde eine Nummer zu groß ist für den deutschen Volleyball: den russischen Olympiasieger Sergej Grankin.

Der Klub ist zu solchen Transfers in der Lage, weil er sich eine Ausnahmestellung im deutschen Volleyball erarbeitet hat. So haben die Volleys im Schnitt rund 4500 und in der Spitze 8500 Zuschauer. Wer in Dimensionen des Fußballs denkt, mag das belächeln. Für die Sportart Volleyball bedeuten diese Zahlen aber, dass die Volleys damit europaweit ganz vorne liegen, und das in einem Land, in dem Volleyball einen vergleichsweise sehr geringen Stellenwert einnimmt. So im positiven Sinne aus der Reihe zu tanzen geht nur mit unendlich viel Mühen in vielen Jahren. Die BR Volleys sind wahre Champions und sie haben sich den Titel, auch wenn sie es wieder sehr spannend gemacht haben, redlich verdient.

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