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Jubel bei Sheriff, Enttäuschung bei Real. Foto: Reuters
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Der Wahnsinn Champions League Sheriff Tiraspol und das kleine Fußball-Märchen

Spektakel, Drama und eine faustdicke Überraschung: die Champions League bot am Dienstag beste Unterhaltung – für alle, die sie sich leisten wollten.

Die Champions League schrieb am Dienstagabend einige wunderbare Geschichten. Man könnte fast von Fußball-Märchen sprechen, wenn der Fußball nicht längst vor allem ein großes Geschäft wäre. Zur Erinnerung: Die Spiele in dieser Saison gibt es nur im Internet beim kostenpflichtigen Streamingdienst Dazn oder bei Amazon Prime, nachdem sie zuvor hauptsächlich im noch teureren Pay-TV bei Sky gezeigt wurden.

Aber zurück zum eigentlichen Kern des Spiels. Da gab es endlich mal ein Tor von Lionel Messi, sein erstes für Paris St. Germain. Und das erzielte er natürlich ausgerechnet gegen seinen Lieblingstrainer Pep Guardiola, der sich darüber auf der Bank von Manchester City vielleicht ja zumindest innerlich ein bisschen freuen konnte.

Dann war da der furiose Auftritt des FC Liverpool in Porto, Klopps Team profitierte reihenweise von – nennen wir sie: ungewöhnlichen Zufällen – und traf fünfmal. Dramatisch wurde es in Mailand, wo Milan in Unterzahl lange ein 1:0 gegen Atletico hielt, in der Schlussphase erst den Ausgleich kassierte und dann in der siebten Minute der Nachspielzeit per Elfmeter das Spiel sogar noch verlor.

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Doch das alles wurde in den Schatten gestellt von einem Team aus der Republik Moldau mit dem wohlklingenden Namen Sheriff Tiraspol. Ein gewisser Sebastien Thill war es, der in der 89. Minute ein unfassbar schönes Tor erzielte – per Dropkick setzte er den Ball mit links aus 17 Metern links oben in den Winkel. Es war der Siegtreffer zum 2:1 gegen letztlich völlig verzweifelte Madrilenen, die nicht wussten wie und was ihnen da geschah.

Fußball kann ein so spektakuläres Spiel sein. In diesen 90 Minuten zwischen Mailand, Madrid, Paris oder Porto hätte man fast vergessen können, dass es dabei heutzutage nicht einfach nur noch darum geht, am Ende ein Tor mehr als der Gegner erzielt zu haben. Das, was sich auf den Plätzen tat, wirkte fast wie eine kleine Parodie an einem Tag, an dem das Thema Super League noch einmal neue Nahrung bekam. Zumindest für alle jene, die sich die Übertragungen der Champions League an diesem Dienstagabend leisten konnten oder wollten.

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