Hoch das Bein. Dortmunds Raphael Guerreiro wird von den beiden Nürnbergern Hanno Behrens (r.) und Tim Leibold bedrängt. Foto: REUTERS
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Der BVB spielt nur 0:0 beim Letzten Nürnberg Borussia Dortmund kann nicht mehr gewinnen

Borussia Dortmund sucht weiterhin die Leichtigkeit. Beim 1. FC Nürnberg kommt der BVB nicht über ein 0:0 hinaus. Seit fünf Spielen wartet er auf einen Sieg.

Unmittelbar vor der Pause gab es noch eine Ecke für Borussia Dortmund. Eigentlich. Der Ball lag schon im Viertelkreis, die Spieler des BVB postierten sich im Strafraum des 1. FC Nürnberg - da pfiff Schiedsrichter Harm Osmers die erste Halbzeit ab. Weil aus Protest gegen den Termin am Montagabend zum wiederholten Male schwarze Tennisbälle aus der Nürnberger Kurve auf den Rasen geflogen kamen. Die Dortmunder, Spieler wie Offizielle, protestierten gegen das abrupte Ende, der Schiedsrichter wies auf seine Armbanduhr als Zeichen dafür, dass die Nachspielzeit von vier Minuten abgelaufen sei.

Es war für die Gäste aus Dortmund nicht der einzige Grund zum Ärgern an diesem Montagabend. Der Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga kam beim Tabellenletzten aus Nürnberg nicht über ein 0:0 hinaus. Der BVB ist nun schon fünf Pflichtspiele ohne Sieg, und der schöne Vorsprung auf den FC Bayern schmilzt immer mehr. Von einst neun Punkten Abstand sind nur noch drei geblieben. Die Nürnberger hingegen halten durch den Punktgewinn beim Debüt ihres neuen Trainer Boris Schommers den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen.

In seinem 250. Bundesliga-Spiel als Cheftrainer nahm Favre fünf Tage nach dem 0:3 bei Tottenham Hotspur in der Champions League vier Änderungen vor. Weiter nicht dabei war der verletzte Kapitän Marco Reus, Götze trug die Binde. „Wir vertrauen total den Spielern, die da sind“, sagte Favre bei Eurosport und wollte auch nach vier sieglosen Pflichtspielen nicht klagen. „Ich erwarte, dass wir eine sehr, sehr gute Leistung bringen. Natürlich wollen wir immer gewinnen, auch heute.“ Doch am Ende dürfte der FC Bayern in Liverpool den nächsten Patzer des BVB mit Wohlwollen quittiert haben.

Nürnbergs Interimscoach Schommers stellte sein Team auf drei Positionen um. Yuya Kubo, Eduard Löwen und Ondrej Petrak waren neu im Team. „Ich hoffe, ich habe die richtige Ansprache getroffen“, sagte Schommers. „Ich freue mich sehr auf dieses Spiel. Es gibt schlimmere Momente, als das erste Bundesliga-Spiel gegen den aktuellen Tabellenführer - eine Top-Mannschaft in Europa - zu machen.“ Gut stehen in der Defensive und „Nadelstiche in die Lücken“ setzen - das war das Motto von Schommers und seinem Co-Trainer Marek Mintal. Der Club zog sich zunächst weit zurück und überließ den Gästen das Feld.

Der BVB wirkte weiter verunsichert

Nach gut 20 Minuten wurden die Hausherren kecker, die 50.000 Zuschauer im ausverkauften Max-Morlock-Stadion wurden lauter. Hin und wieder gab es auch Proteste, auch Pyrotechnik wurde abgebrannt. Obwohl die Montagsspiele in der nächsten Saison bereits wieder Geschichte sind, hielten Anhänger im Nürnberger Fanblock schwarze Schilder mit weißem Mittelfinger in die Höhe. „Bei den Fans ist es immer noch ein Thema“, sagte BVB-Manager Michael Zorc. „Aber in diesem Fall tut es uns gut, dass wir ein, zwei Tage mehr Pause hatten nach dem Spiel in Tottenham.“

Trotzdem, der BVB wirkte weiter verunsichert, war weit entfernt von seiner Topform. Kein Wunder, dass die Nürnberger die ersten Chancen hatten: Hanno Behrens (28.) scheiterte per Kopf an BVB-Keeper Roman Bürki und zog nach der folgenden Ecke den Ball knapp über das Tor. Auf der Gegenseite fand Götze nach gut 35 Minuten gleich dreimal in Club-Torhüter Christian Mathenia seinen Meister. Die Dortmunder drängten, Axel Witsel (44.) traf das Außennetz, wenig später war Mathenia nach einem Götze-Kopfball erneut zur Stelle. Die letzte Möglichkeit in der ersten Hälfte hatten dann die Nürnberger, Bürki parierte stark gegen Matheus Pereira.

Auch nach der Pause scheiterten die Dortmunder immer wieder an Mathenia. Der Keeper parierte erneut gegen Götze (53.). "Wir haben genug Torchancen gehabt", sagte BVB-Trainer Favre. Mathenia aber war ein starker Rückhalt, nachdem sein Team in den vergangenen zwölf Spielen immer in Rückstand geraten war. Die Dortmunder taten sich weiter schwer, agierte mit zu wenig Tempo und Schärfe im Spiel in die Tiefe. In der 63. Minute kam dann Top-Joker Paco Alcacer beim BVB, der das Hinspiel 7:0 gewonnen hatte. Mehr als ein Abseitstor kurz vor Schluss gelang dem Spanier aber nicht. "Die Durchschlagskraft fehlt", klagte Torhüter Roman Bürki. "Wir müssen da eine Lösung finden." (Tsp/dpa)

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