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Beim Heimspiel gegen die Bayern setzt Union auf seine Fans. Foto: imago
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Der 1. FC Union vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern Die Chancen auf einen Sieg waren nie höher

Gegen die angeschlagenen Bayern bleibt Union vorsichtig und setzt auf seine Fans. Zum ersten Mal dürfen auch die Ultras wieder organisiert auftreten.

So ganz perfekt ist die Symmetrie nicht. Im Mai 2020 bestritt der 1. FC Union sein allererstes Bundesliga-Geisterspiel gegen den FC Bayern. Siebzehn Monate später ist der Deutsche Meister mittlerweile zum dritten Mal in der Alten Försterei zu Gast, und das Stadion wird so voll sein wie seit Beginn der Coronavirus-Pandemie nicht mehr. Nach zwei Spielen vor leeren Rängen darf Union die Bayern an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) endlich richtig empfangen. Mit Fans, mit Stimmung – mit Heimvorteil.

Weil der Verein eine Vollauslastung unter 2G-Bedingungen aber nach wie vor ablehnt, wird die Mannschaft auch am Samstag nicht im komplett vollen Stadion spielen. Auch mit Blick auf die hitzige Debatte um den nicht geimpften Bayern-Profi Joshua Kimmich wiesen die Köpenicker nochmals daraufhin, dass sie ungeimpfte Menschen nicht grundsätzlich aus dem Stadion ausschließen wollen. Gleichzeitig werbe man dafür, dass die Menschen sich impfen lassen, und biete mit dem Impfbus am Stadion auch die Möglichkeit dazu an, betonte Vereinssprecher Christian Arbeit am Freitag.

Zum Festhalten an 3G gibt es unter den Union-Fans nach wie vor sehr unterschiedliche Meinungen. Dass man nach Absprache mit dem Senat die Kapazität gegen Bayern zumindest auf 75 Prozent erhöhen darf, hat aber alle Köpenicker gefreut. Auch die Ultras werden zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder organisiert auftreten, wenn auch ohne Choreos und Fahnen. „Das hilft uns. Gerade in solchen Spielen brauchst du einen zwölften Mann und die Wucht der Fans“, sagte Trainer Urs Fischer am Freitag.

Union gehört zu den formstärksten Mannschaften der Liga

Mit dem Publikum im Rücken will Union auch erstmals einen Sieg gegen die Münchner einfahren. Nach zwei Niederlagen in der ersten Bundesliga-Saison und zwei hart erkämpften Unentschieden in der vergangenen Spielzeit bleibt der FC Bayern der einzige Bundesligist, den Union noch nicht schlagen konnte. Im Prinzip waren die Chancen auf einen Sieg nie höher, als sie heute sind.

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Union ist eine der formstärksten Mannschaften der Liga und seit 21 Heimspielen ungeschlagen. Die Gäste müssen dagegen erneut ohne Chefcoach Julian Nagelsmann nach dessen Corona-Infektion auskommen und stehen unter dem Eindruck der heftigen Pokal-Blamage in Gladbach.

Andererseits weiß man auch in Köpenick, dass verwundete Bayern oft gerade die gefährlichsten sind. „Don’t make them angry!“ twitterte Unions englischsprachiges Profil scherzhaft in Richtung Mönchengladbach während des Spiels am Mittwoch. Auch unter den Fans geht die Angst um, dass Union am Samstag zum ersten Opfer von konterrevolutionären Repressalien des Liga-Hegemons werden könnte. „Wir werden Phasen haben, wo wir leiden müssen“, sagte Fischer.

Die Bayern stehen unter dem Eindruck der heftigen Pokal-Blamage in Gladbach. Foto: imago Vergrößern
Die Bayern stehen unter dem Eindruck der heftigen Pokal-Blamage in Gladbach. © imago

Wie der Trainer aber auch betonte, gebe es ohnehin „keinen optimalen Zeitpunkt“, um auf die Bayern zu treffen. Für Union kommt das Spiel schon wegen des zuletzt sehr vollen Programms etwas ungelegen. Nach zwei englischen Wochen in Folge sind die Köpenicker alles andere als frisch. Marvin Friedrich und Rick Van Drongelen stehen nach ihren Coronavirus-Infektionen zwar wieder zur Verfügung, doch hinter dem angeschlagenen Max Kruse steht laut Fischer weiter ein Fragezeichen. Der Stürmer habe am Freitag das Training abbrechen müssen.

Zwei Blöcke müssen geschlossen bleiben

Neben den Strapazen der letzten Wochen muss man jetzt auch mit einem halben Auge schon auf kommenden Donnerstag blicken, wenn gegen Feyenoord Rotterdam zum Weiterkommen in der Conference League wohl ein Sieg her muss. Dort hofft man weiterhin auf eine Erhöhung der bisherigen Besucherkapazität im Olympiastadion, auch wenn die Uefa am Freitag eine Blocksperrung angeordnet hat.

Nach den antisemitischen Vorfällen beim Spiel gegen Maccabi Haifa müssen die zwei Blöcke neben den Gästefans geschlossen bleiben, und durch ein Plakat mit einer Anti-Rassismus-Botschaft und dem Logo des europäischen Verbands bedeckt werden.

Wie viele Fans tatsächlich ins Olympiastadion dürfen, wird sich wohl erst nächste Woche klären. Für den Moment bleibt der Fokus auf Bayern, und die mehr als 16 000 Anhänger in der Alten Försterei. „Ich gehe davon aus, dass die Jungs bereit sind, alles rauszuhauen. Dann haben wir ein bisschen Zeit, uns auf die nächste Aufgabe vorzubereiten“, sagte Fischer.

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