Trainer Stephane Richer hatte bei seinem Debüt auch nicht mehr Glück als sein Vorgänger Clément Jodoin. Foto: imago/Contrast
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DEL Eisbären Berlin verlieren fünftes Heimspiel in Folge

Das Debüt von Stéphane Richer als Trainer der Berliner misslingt. Gegen die Augsburg Panther verlieren die Eisbären in eigener Halle 1:2.

Wenige Sekunden vor dem Spiel gegen die Augsburger Panther wirkte Stéphane Richer etwas nervös. Als die Kamera den Sportdirektor der Eisbären Berlin einfing, der nun auch Trainer des erfolgreichsten deutschen Eishockey-Klubs ist, wiegte er seinen Oberkörper hin und her. Sein blauer Pulover wogte mit, weshalb Richer gut zu erkennen war neben all den anderen Funktionären in ihren dunklen Anzügen. Vielleicht wollte Richer, der den glücklosen Clément Jodoin in dieser Woche als Coach ablöste, mit der Kleiderwahl seinen Spielern ein Signal senden: Seht her, es hat sich was verändert! Es half nichts. 1:2 (0:2, 1:0, 0:0) verloren die Eisbären gegen Augsburg und damit das fünfte Heimspiel in Folge.

Verändert hatte sich unter Richer indes der Kader. Mark Cundari kehrte zurück, Danny Richmond blieb draußen. Allerdings musste Cundari wegen Knieproblemen nach dem ersten Drittel in der Kabine bleiben. Auch Florian Kettemer fiel wegen einer Fußverletzung nach etwas über einer halben Stunde Spielzeit aus.

Auf dem Eis passierte zunächst wenig, was aus Eisbären-Sicht nicht die schlechteste Nachricht war. Bei der 2:5-Niederlage gegen Nürnberg, die Jodoin den Job gekostet hatte, kassierten die Berliner schon in der ersten Minute das erste Gegentor.

Diesmal überstanden die Eisbären 13 Minuten ohne Gegentor, dann musste Louis-Marc Aubry ein erstes Mal auf die Strafbank – und Augsburg nutzte das Überzahlspiel gnadenlos aus. Matthew White legte quer auf Matthew Fraser, der schneller als Jonas Müller reagierte und nur noch den Schläger zum 0:1 hinhalten musste. Vier Minuten später bekam James Sheppard eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt, wieder bestrafte der Tabellenvierte das Heimteam, diesmal traf Daniel Schmölz. Seinen eher unspektakulären Versuch aus der Distanz fälschte Jens Baxman unglücklich ins eigene Tor ab.

Im Interview nach dem ersten Drittel sagte Eisbären-Spieler Charlie Jahnke: „Wir wussten, dass Augsburg in Überzahl gut ist, deswegen wollten wir von der Strafbank weg bleiben. Wir müssen sie im fünf gegen fünf schlagen.“ 10.587 Zuschauer fragten sich derweil, wie wohl der Plan dazu aussehen sollte. Das Offensivspiel der Eisbären lahmte ziemlich, selbst die Shows in den Drittelpausen boten mehr Inspiration.

Im zweiten Drittel wurde es kaum besser. Viele technische Ungenauigkeiten und Fehlpässe prägten das Spiel der Berliner, denen auch im Powerplay wenig einfiel. Ein ums andere Mal blieben die fast schon verzweifelt wirkenden Distanzschüsse an Augsburger Abwehrbeinen oder Schlägern hängen. Erst eine Minute vor dem Ende eines insgesamt schwachen Drittels verkürzte Louis-Marc Aubry auf 1:2 – kurz darauf wäre ihm im Fallen fast das 2:2 geglückt. Die Fans hofften auf das letzte Drittel, vergebens. Das Engagement stimmte zwar, die Genauigkeit aber nicht. Am Ende erlebte Richer einen enttäuschenden Start als Eisbären-Coach.

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