Große Chance. Max Hopp geht am Freitag als Favorit in sein Match. Foto: Bockwoldt/dpa
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Darts-WM in London Zwei Deutsche träumen vom WM-Achtelfinale

Noch nie stand ein Deutscher im Achtelfinale einer Darts-WM. Das soll sich diesmal ändern. Max Hopp und Nico Kurz sind am Freitag gefordert.

Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen nicht sein. Am Freitag bestreiten die beiden verbliebenen deutschen Spieler bei der Darts-Weltmeisterschaft in London (ab 20 Uhr/Sport 1 und Dazn) ihre Zweitrunden-Matches. Hier der ewige Hoffnungsträger Max Hopp, da der Newcomer Nico Kurz. Während für Kurz der erste Sieg beim WM-Debüt schon ein Riesenerfolg war, zählt für Hopp nur eins: der Einzug ins Achtelfinale. Das, was vor ihm noch kein deutscher Dartspieler geschafft hat. Alles andere wäre mit Blick auf die kommenden Gegner eine Enttäuschung.

Im vergangenen Jahr war Hopp schon der erste Deutsche, der es jemals in die dritte Runde geschafft hatte. 2018 scheiterte er dann erwartbar am späteren Weltmeister Michael van Gerwen. Eine Revanche gegen Michael van Gerwen sei auch sein Ziel, sagte Hopp vor dem Turnier. Besonders realistisch ist das nicht, denn dazu müsste er es ins Viertelfinale schaffen. Aber Sprücheklopfen gehört nun mal dazu. Und das kann Hopp ganz gut: „Gegner ist Gegner, den will ich weghauen und eine Runde weiterkommen“, sagte er vor seinem Match am Freitag gegen Benito van de Pas. Für ihn ist es, anders als für Kurz, das erste Spiel bei dieser WM, weil die Gesetzten erst in der zweiten Runde eingreifen.

Hopp trifft auf dem Niederländer van de Pas - Kurz auf Joe Cullen aus England

„Jeder kämpft für sich, ums Weiterkommen, viel Geld und Ranglistenpositionen“, sagt Hopp. Deshalb sei es ihm auch egal gewesen, dass es nicht zu einem deutschen Duell in der zweiten Runde kommt. Darauf hatten die deutschen Dartsfans hingefiebert. Max Hopp gegen Gabriel Clemens – es wäre die Begegnung der beiden besten deutschen Spieler gewesen. Doch Clemens machte durch seine vier vergebenen Matchdarts am Mittwochabend gegen van de Pas einen Strich durch die Rechnung.

Mit dem hat Hopp noch eine Rechnung offen. 2016 verlor er gegen den Niederländer in der ersten Runde. Allerdings hat sich der 23-Jährige seitdem enorm weiterentwickelt. Van de Pas kann mit Erfahrung dagegen halten, schon viermal stand er bei der WM im Achtelfinale, seine Leistungen im Laufe dieses Jahres waren allerdings sehr schwankend. Zudem ist Hopp an Position 24 gesetzt, so hoch wie noch nie ein Deutscher vor ihm.

Deshalb ist Hopp nicht nur am Freitag Favorit. Er wäre es auch in der dritten Runde am Sonntag. Dort wartet Darius Labanauskas auf den Sieger zwischen Hopp und van de Pas. Ein Gegner, der wie der Niederländer ungesetzt und deutlich schlechter als beide in der Weltrangliste platziert ist. Allerdings bezwang der Litauer in der zweiten Runde völlig überraschend den Weltranglisten-Neunten Ian White.

Favoritenstürze gab es bei dieser WM schon eine ganze Reihe

Nico Kurz ist im Gegensatz zu Hopp in seinem Zweitrunden-Match klarer Außenseiter. Er darf direkt vor seinem Landsmann im Alexandra Palace auf die Bühne. Der 22-Jährige ist gegen den Engländer Joe Cullen gefordert, die Nummer 15 der Welt. Zwar ist auch Cullen noch nie über die zweite Runde bei der WM hinausgekommen. Doch spielte er auf dem Weg zu seiner zehnten WM-Teilnahme die beste Saison seiner Karriere. Trotzdem gibt sich der Deutsche kämpferisch. „Ich glaube, die Chance irgendeinen Spieler schlagen zu können, hat hier jeder“, sagt Kurz.

Tatsächlich haben drei der zehn topgesetzten Spieler bei der Weltmeisterschaft ihr Auftaktmatch verloren. Der Weg wäre also frei für den ersten deutschen Achtelfinalisten.

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