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Robert Lewandowski versucht es hier mit dem Kopf. Foto: Reuters
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Update Champions League FC Bayern spät furios bei Benfica – Wolfsburg verliert in Salzburg

Die Bayern siegen mit langem Anlauf am Ende 4:0 bei Benfica Lissabon. Für den VfL Wolfsburg gibt es beim 1:3 in Salzburg die nächste herbe Enttäuschung.

Auch von der Abwesenheit ihres erkrankten Trainers Julian Nagelsmann hat sich der FC Bayern bei Benfica Lissabon nicht beeindrucken lassen. Bei der Rückkehr an den Ort des Champions League-Triumphes von 2020 mussten die Münchner am Mittwoch aber lange auf die Erlösung warten.

Beim 4:0 (0:0) ließen Leroy Sané mit zwei Treffern (70./84. Minute), ein Eigentor von Everton (80.) und der nächste Treffer von Robert Lewandowski (83.) den deutschen Fußball-Rekordmeister auch ohne den wegen eines grippalen Infekts fehlenden Trainer jubeln. Nach drei Siegen in drei Spielen ohne Gegentor kann der FC Bayern im Rückspiel gegen die Portugiesen in zwei Wochen schon das Achtelfinale perfekt machen.

Drei Tage nach der 5:1-Torgala in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen machte der FC Bayern mit Powerfußball weiter. Lewandowski (2./9.) und Sané (5.) vergaben in den ersten zehn Minuten gute Chancen zur frühen Führung. Da auch das Team um den Ex-Dortmunder Julian Weigl wie erwartet ohne Angst auftrat und um spielerische Lösungen bemüht war, entwickelte sich eine lange sehr unterhaltsame Partie, die erst in der zweiten Halbzeit entschieden wurde.

Co-Trainer Dino Toppmöller verhielt sich an der Seitenlinie etwas ruhiger und weniger aktiv als Nagelsmann, der wegen im Hotel geblieben war. Die größte Schrecksekunde erlebte der 40 Jahre alte Sohn von Klaus Toppmöller nach einer guten halben Stunde, als Torwart Manuel Neuer in seinem 100. Königsklassen-Spiel für die Münchner einen brandgefährlichen Schuss von Darwin glänzend parierte (33.).

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Den Bayern fehlten in dieser Phase ein wenig die Durchschlagskraft der Anfangsminuten und die Präzision im Abschluss. Sané versuchte sein Glück erneut mit einem Distanzschuss (38.), der aber vorbeiging. Als die Bayern dann doch endlich jubelten, wurde Lewandowskis Treffer nach Videobeweis zurecht nicht anerkannt (42.). Nach feiner Flanke von Kingsley Coman lenkte der Torjäger den Ball mit dem Arm ins Netz.

Coman, der in dieser Saison kurzzeitig wegen eines kleinen Eingriffs am Herzen hatte pausieren müssen, ersetzte Serge Gnabry. Außer dem Franzosen durften auch dessen Landsmann Benjamin Pavard und der Österreicher Marcel Sabitzer von Beginn an ran. Diese ersetzten den erkälteten Leon Goretzka und den angeschlagenen Alphonso Davies, das Fehlen der beiden Stammkräfte merkte man aber dem Bayern-Spiel an.

Lucas Hernandez spielte trotz drohender Haftstrafe souverän

Für Davies verteidigte Lucas Hernández links hinten. Der Franzose, dem in Spanien eine sechsmonatige Haftstrafe droht, weil er eine nach einem handgreiflichen Streit mit seiner späteren Frau verhängte Kontaktsperre missachtet hatte, agierte in der Defensive souverän, zeigte aber etwas weniger Vorwärtsdrang als Davies.

Benfica lieferte den Bayern lange Zeit ein heißes und hitziges Duell auf Augenhöhe, das erst nach dem Seitenwechsel entschieden wurde. Die zweite Hälfte begann zunächst wie die erste - mit gefährlichen Bayern-Aktionen. Bei einem Schuss von Pavard lenkte der überragende Vlachodimos den Ball per Fußabwehr an den Pfosten (47.). Wenig später war er geschlagen - doch auch Müllers vermeintlicher Treffer zählte wegen einer vorherigen Abseitsstellung nach Überprüfung durch den Video-Assistenten nicht (52.). Wenig später hatten es die Bayern wieder Neuer zu verdanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten.

Diogo Goncalves zwang den Münchner Torhüter zu einer spektakulären Flugeinlage (55.). Die Partie blieb umkämpft. Benfica-Angreifer Roman Jaremtschuk vergab knapp alleine vor Neuer (68.) - ehe es auf der Gegenseite endlich klappte für die Bayern. Der agile Sané krönte seine Leistung mit einem sehenswerten Freistoß aus gut 20 Metern. Als bei Benfica schließlich die Kräfte schwanden, erhöhten die Bayern mit weiteren Treffern zum am Ende etwas zu hoch ausgefallenen Sieg.

Wolfsburg verliert 1:3 in Salzburg

Die Fans von RB Salzburg feierten ihr Team um den starken deutschen Nationalspieler Karim Adeyemi mit lauten Sprechchören, die Spieler des VfL Wolfsburg gingen mit schweren Schritten enttäuscht Richtung Gästekurve. Mit einem Champions-League-Abend zum Vergessen setzten die Niedersachsen am Mittwoch durch das 1:3 (1:1) ihren Negativlauf fort. Angeführt von Adeyemi und dem Doppel-Torschützen Noah Okafor zeigten die österreichischen Gastgeber dem VfL vor allem nach der Pause die Grenzen auf.

„Wir haben speziell in der zweiten Halbzeit Salzburg eingeladen, haben nicht mehr das gemacht, was wir in der ersten Halbzeit getan haben. Jetzt stehen wir hier mit leeren Händen“, sagte Wolfsburgs Mittelfeldspieler Maximilian Arnold beim Streamingdienst Dazn und klagte über „billige Tore“.

Trifft, wie er will. Karim Adeyemi (m.) erzielte Salzburgs erstes Tor. Foto: Mandl/Imago Vergrößern
Trifft, wie er will. Karim Adeyemi (m.) erzielte Salzburgs erstes Tor. © Mandl/Imago

Der 19 Jahre alte Adeyemi brachte das RB-Team des erst 33 Jahre alten Trainers Matthias Jaissle bereits in der 3. Minute in Führung. Zwar glich Lukas Nmecha – gemeinsam mit Adeyemi im Mai U-21-Europameister – nach einer Viertelstunde per Kopf für Wolfsburg aus.

Doch der ebenfalls erst 21-jährige Okafor sorgte vor 29 520 Zuschauern mit zwei Treffern (65./77.) jeweils nach Eckbällen für die Entscheidung. „Es war amateurhaft, wie wir die Ecken verteidigt haben. Das müssen wir abstellen“, meinte VfL-Profi Renato Steffen.

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Während Salzburg seine Spitzenposition in der Gruppe G mit nun sieben Punkten festigte, wird das Weiterkommen für die erneut enttäuschenden Wolfsburger mit nur zwei Zählern zu einem immer schwierigeren Projekt. Am 2. November muss daher im nächsten Spiel dringend ein Sieg gegen Österreichs Serien-Meister her.

Nach sehr gutem Saisonstart haben die Niedersachsen wettbewerbsübergreifend nun siebenmal nacheinander nicht gewonnen. In Salzburg fehlte es ohne den mit dem Coronavirus infizierten Top-Torjäger Wout Weghorst vorne an Durchschlagskraft. In der Abwehr leistete sich der VfL gleich mehrere Unkonzentriertheiten. (dpa)

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