Bayerns Lewandowski verwandelt, nachdem er kurz zuvor recht schnell zu Boden gegangen war. Foto: Reuters/Andreas Gebert
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Champions League Bayern München müht sich zu Sieg gegen AEK Athen

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Der FC Bayern kann zumindest in der Champions League noch gewinnen – dank Robert Lewandowski. Für Uli Hoeneß sind die Münchener nur Außenseiter gegen Dortmund.

In der Champions League läuft es für den FC Bayern dank Torjäger Robert Lewandowski nach Plan. Das 2:0 (1:0) gegen das in Schwarz-Gelb angetretene Team von AEK Athen brachte dem Ensemble des unter Zugzwang stehenden Trainers Niko Kovac am Mittwochabend aber nur etwas Schwung für den Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund. In seinem 100. Europapokalspiel verwandelte Lewandowski in der 31. Minute einen von ihm selbst erfolgreich provozierten Strafstoß zur Führung. Nach der Pause legte der Pole auf Vorarbeit von Joshua Kimmich nach (71.). Beide Tore fielen nach ruhenden Bällen und entsprangen nicht feinem Kombinations-Fußball. Die Bayern führen die Gruppe E mit zehn Punkten vor Ajax Amsterdam an.

Dabei taten sich die Münchner nach vier Heimspielen ohne Sieg anfangs auch gegen AEK schwer. Die Griechen spielten stärker auf als beim 0:2 im Hinspiel und hatten sogar die erste größere Torchance. Ein schöner Kopfball von Vasilis Lampropoulos ging knapp am Tor vorbei (5.). Die Bayern, in der erwarteten Startformation mit Thomas Müller und dem Innenverteidiger-Duo Jérôme Boateng und Mats Hummels, aber ohne den angeschlagenen James Rodríguez, ließen dem griechischen Meister zunächst zu viel Raum und hatten zu wenig Tempo in ihren Aktionen.

In einer überraschend ausgeglichenen Partie kamen die Münchner kaum zu gefährlichen Szenen. Leon Goretzka scheiterte nach einer Flanke von Kimmich mit einem Kopfball an AEK-Torwart Vasilios Barkas (7.). Kimmich spielte anders als bei seiner enttäuschenden Vorstellung am Samstag beim 1:1 gegen den SC Freiburg wieder rechts in der Verteidigung, Javi Martínez rückte auf die Sechserposition.

Behäbige Bayern

Qualitativ änderte sich allerdings nicht allzu viel im Spiel der behäbigen Bayern, die dann aber nach schwierigen Wochen mal im Glück waren beim Führungstor und ein griechisches Gastgeschenk gerne annahmen. Uros Cosic zog Lewandowski am Trikot, der Pole ging zu Boden, der Torrichter entschied auf Elfmeter. Cool verwandelte Lewandowski zu seinem dritten Königsklassen-Tor in dieser Saison.

Der Treffer war die Initialzündung für eine etwas dynamischere Phase. Thomas Müllers Schuss nach Vorarbeit von Lewandowski wurde abgeblockt (37.). Müller mühte sich viel und zeigte großes Engagement, in den letzten Aktionen fehlte dem Nationalstürmer aber erneut das Glück. Franck Ribéry tat sich auf der linken Seite erstaunlich schwer gegen die Griechen, und auch Serge Gnabry setzte keine markanten Akzente.

Das 1:0 zur Pause war jedoch zumindest ein Schub fürs zuletzt angeknackste Selbstvertrauen. Nach dem Wechsel gingen die Münchner dann endlich zielstrebiger und dominanter ihrer Arbeit nach. Der gute und lauffreudige Goretzka zwang bei einer Direktabnahme nach Kimmich-Flanke den griechischen Schlussmann Barkas zu einer Parade (55.). Lewandowski vergab nach Zuspiel von Martínez (61.).

Die spielerisch limitierten Gäste schlugen sich zwar weiterhin achtbar und hatten eine Halbchance durch Niklas Hult, dessen abgefälschter Schuss Bayern-Torhüter Manuel Neuer aber vor keine größeren Probleme stellte (66.). Ernsthaft gefährden konnte AEK die Münchner aber nicht mehr. Eher routiniert statt glanzvoll sicherten die Bayern das Ergebnis. In der Schlussphase versäumten sie es bei Chancen von Gnabry (74.) und Müller (77.), einen klareren Erfolg zu feiern. Applaus gab es in der Nachspielzeit, als Doppel-Torschütze Lewandowski vom Platz durfte und Sandro Wagner aufs Feld kam.

Hoeneß hofft auf "gutes Spiel" in Dortmund

Nach dem abermals mäßigen Auftritt übten sich die Münchener in Bescheidenheit – gerade vor dem Bundesliga-Topspiel am Samstag gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund. Für Präsident Uli Hoeneß sind die Rollen dann klar verteilt. „Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter - zum ersten Mal seit langer Zeit. Meines Wissens sind die noch vier Punkte vor uns“, sagte er am Abend.

Einen Auswärtssieg mochte Hoeneß nicht als Münchner Ziel ausgeben. „Man kann ja nicht nach Dortmund fahren und sagen, ich will einen Dreier einfahren. Dortmund hat bis jetzt eine sehr gute Saison gespielt“, sagte Hoeneß. „Wir müssen schauen, dass wir da ein gutes Spiel machen.“ Trainer Kovac gab sich etwas optimistischer: Er sieht Dortmund lediglich als „leichten Favoriten“. Bei einer Niederlage würde sich der Rückstand des deutschen Rekordmeisters auf sieben Punkte erhöhen. (dpa)

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