Die Fans im Volleys-Block machten ordentlich Stimmung. Foto: Bernd König/Imago
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BR Volleys nach 3:0 gegen Düren So könnte es gehen in der Volleyball-Bundesliga

Die BR Volleys gewinnen zum Bundesliga-Auftakt klar gegen Düren. Wichtiger als das Ergebnis war für den Klub aber die Rückkehr von wenigstens ein paar Fans.

Auf dieses Spiel haben die BR Volleys lange hin gefiebert: Am Samstag öffnete die Max-Schmeling-Halle endlich wieder ihre Tore, die BR Volleys empfingen zum Bundesliga-Auftaktspiel gegen die Powervolleys Düren. „Das Warten hat ein Ende“, schmetterte es über Lautsprecher durch die Halle, „nach sieben Monaten heißen wir Sie wieder willkommen!“

Ausnahmslos alle in Publikum trugen einen Mund-Nase-Schutz – natürlich in Orange und mit dem Logo des Berliner Vereins. Nachdem die vergangene Saison aufgrund der Coronavirus-Pandemie vorzeitig abgebrochen werden musste, ist die Hoffnung groß, dass die Bundesliga diesmal bis zum Ende gespielt werden kann. Entsprechend strikt sind die Hygienerichtlinien, denn alles hängt davon ab, dass die Spieler gesund bleiben und die Mannschaft nicht in Quarantäne muss.

Gerade einmal 550 Karten durften für dieses Spiel frei verkauft werden. Normalerweise kommen rund 4000 Zuschauer in die Schmeling-Halle. Volleys-Manager Kaweh Niroomand hatte deshalb bereits im Vorfeld Zweifel daran geäußert, dass trotz aller Umstände wirkliche Stimmung aufkommen könne.

Tatsächlich sind die Lücken am Samstagabend sehr groß auf den Rängen, um den nötigen Sicherheitsabstand zwischen den belegten Sitzplätzen gewährleisten zu können. Aber die anwesenden Fans versuchten trotzdem alles: Mit Klatschpappen, Ratschen und tosendem Applaus unterstützen sie ihr Team.

Die Vorbereitung für die BR Volleys war alles andere denn leicht 

Und diese Unterstützung konnten die Berliner gut gebrauchen. Erst kürzlich musste die gesamte Mannschaft zwei Wochen lang in Quarantäne, weil ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Wie Niroomand im Gespräch mit dem Tagesspiegel berichtete, habe das das Team in der Vorbereitung um einiges zurückgeworfen. Entsprechend groß war der Druck auf die Spieler und Trainer Cédric Enard den Beweis anzutreten, dass sie trotz aller widrigen Umstände in den vergangenen Monaten zu einem Team zusammengewachsen sind.

Mit dem Sieg im Supercup am vergangenen Wochenende gegen die United Volleys Frankfurt konnten die Berliner ein erstes Zeichen setzen. Trotzdem waren die BR Volleys vor den Dürenern gewarnt: Beim letzten Aufeinandertreffen im Februar hatten sich die Berliner nur mühsam im Tiebreak durchgesetzt.

Und zumindest der Start verlief nicht ganz reibungslos. Die ersten drei Punkte des Spiels gingen an die Gäste, bis Außenangreifer Timothée Carle schließlich auf 1:3 verkürzen konnte. Verzichten mussten die Volleys gegen Düren auf ihren Außenangreifer Robin Baghdady, der sich eine Wadenverletzung zugezogen hatte.

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Es blieb weiter eng im ersten Satz, beim 12:11 gingen die Berliner erstmals in Führung und konnten den Satz schließlich knapp mit 25:22 für sich entscheiden. Es schien fast als hätten die Volleys diesen ersten Durchgang gebraucht, um warm zu werden. Niroomand meinte später: „Es ist ein typisches Phänomen, dass beim ersten Spiel neuere Leute aufgeregt sind und ein Flattern dabei ist.“ Immerhin sechs Spieler hatten die Volleys im Sommer verpflichtet und einige prominente Profis abgegeben.

Im zweiten Satz konnten die Berliner sich dann aber eine ordentliche Führung aufbauen und ließen sich diese auch nicht mehr nehmen. Carle verwandelte beim Stand von 24:16 den Satzball zur 2:0 Führung, was die Berliner Fans mit Jubel quittierten.

Im dritten Satz kämpften sich die Powervolleys aus Düren aber noch einmal zurück und schafften es, kurzzeitig einen Gleichstand von 18:18 zu erzielen. Weil Tomas Kocian einen Aufschlag hinter die Linie setzte, ging der entscheidende Punkt dann aber an die Berliner, so dass diese den Satz mit 25:23 und das Match mit 3:0 gewannen.

Kaweh Niroomand war nach dem Auftakt zufrieden mit Spiel und Stimmung 

Manager Niroomand zeigte sich nach dem Spiel „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. „Ich denke, wir spielen sehr gefestigt“, sagte er. Die Fehlerquote sei zwar immer noch zu hoch, aber alles andere sehe sehr stabil aus.

Auch die Unterstützung durch das Publikum sah Niroomand positiv: „Ich fand die Atmosphäre und die Stimmung deutlich besser als befürchtet“, sagte er. Die Fans hätten sich große Mühe gegeben, die gewohnte Volleyball-Stimmung aufkommen zu lassen.

Durch die Verteilung der Sitzplätze seien zumindest die unteren Reihen sehr gut besetzt gewesen. „Natürlich ist es etwas anderes, wenn alle Plätze belegt sind, aber unter den aktuellen Umständen würde ich mir wünschen, dass wir wenigstens so wie bei dem heutigen Spiel die Saison zu Ende bringen können.“

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