Luke Perry (Nummer 4) spielte 2015/16 noch in Friedrichshafen. Foto: Kai-Uwe Heinrich
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BR Volleys Höhepunkt zur richtigen Zeit

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Die BR Volleys scheinen ihre Durststrecke endlich überwunden zu haben – genau rechtzeitig, denn am Mittwoch kommt der große Rivale VfB Friedrichshafen.

Den Gastgeber verprellt man nicht, und so hält es auch Vital Heynen. „Im Prinzip sollte Berlin die bessere Mannschaft sein“, sagte der Trainer des VfB Friedrichshafen am Dienstag kurz vor dem Abflug vom Münchner Flughafen. „Dann sind wir gleich bei euch“, sagt der Belgier noch und man hörte ihm die Vorfreude auf das Duell gegen den Tabellenzweiten am Mittwoch (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle/Sport 1) an.

Das Verhältnis zwischen den BR Volleys und dem VfB Friedrichshafen ist ein konkurrenzorientiertes, Partien zwischen den beiden besten Mannschaften der Liga immer ein Höhepunkt: Beim Supercup im Oktober verlor der Deutsche Meister 1:3, es war vor der Pleite zum Ligaauftakt in Düren die erste von zwei Demütigungen zum Saisonstart. „Die Volleys hatten einen schwierigen Saisonanfang“, kommentiert Vital Heynen. „Wir haben bisher jedes Spiel gewonnen, das gibt Selbstbewusstsein.“ Dieses Selbstbewusstsein führte erst am vergangenen Samstag zu einem klaren Sieg gegen die Netzhoppers KW-Bestensee: In drei klaren Sätzen besiegten die Friedrichshafener die Brandenburger und ließen keinen Zweifel, wer der Favorit auf den Deutschen Meistertitel ist. Selbst wenn ihre Siegesserie am Mittwochabend unterbrochen würde, wäre die Tabellenführung ungefährdet.

„Ich bin neugierig, wo Berlin ist“

Auf der anderen Seite glänzten auch die Volleys schon häufig gegen den VfB. Unvergessen etwa ist der Hürdensprint von Luke Perry über die Bande im Dezember 2016 in der Max-Schmeling-Halle und sein danach frenetisch gefeierter Punktgewinn. Diesen Enthusiasmus können die Volleys am Mittwochabend wieder gebrauchen: Aktuell ist die Heimspiel-Bilanz in der Bundesliga gegen Friedrichshafen mit 27:27 ausgeglichen. „Die Chancen stehen 50:50“, meint auch Heynen. Das liege unter anderem an dem dicht getakteten Spielplan der Friedrichshafener: Derzeit bestreiten sie alle drei bis vier Tage ein Spiel, es bleibe kaum Zeit für die Vorbereitung auf die einzelnen Gegner. Einen Spieler hat Heynen sich dennoch ausgeguckt: „Paul Carroll ist wichtig für die Berliner.“

Die Volleys und die Friedrichshafener verbindet nicht nur der Kampf um Titel: Libero Luke Perry, der seinerzeit so erbittert um den Punkt kämpfte, spielte 2015/16 in Friedrichshafen, Mittelblocker Georg Klein stand bei Perrys legendärem Sprint noch im gelben Friedrichshafen-Trikot auf der anderen Seite des Netzes. Klein zollt seinem Ex-Trainer ebenso viel Respekt wie der seiner Mannschaft: „Er will sein Team jeden Tag besser machen. Dafür hat er letztes Jahr den Grundstein gelegt und erntet nun den Erfolg. Jetzt zeigt sich die komplette Stärke der Mannschaft.“ Heynen will die Volleys ebenfalls nicht unterschätzen, trotz des schweren Saisonstarts. „Sie haben eine Stamm-Sechs gefunden“, so der 48-Jährige. Die Statistik spricht dafür: Die vergangenen vier Spiele gewannen die Berliner, daheim feierten sie zuletzt einen wichtigen Sieg in der Champions League gegen die Spacer’s Toulouse. Die Durststrecke scheint endlich überwunden und ein Sieg gegen den Erzrivalen wäre die beste Art, das zu zeigen. „Ich bin neugierig, wo Berlin ist“, meint Heynen dazu.

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