Landry Nnoko (links) zeigte gegen Rasta Vechta eine gute Leistung. Foto: imago images / Bernd König
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Berliner Doppelpack gegen den MBC Alba hat viele Spiele und wenig Training

Leonard Brandbeck

In einem Monat beginnen die Play-offs. Die Basketballer von Alba haben bis dahin ein straffes Programm – Samstag und Montag geht es gegen den MBC.

In der Heimat von Aito Garcia Reneses wird in der Sportfachsprache ganz genau unterschieden. Dort gibt es den entrenador, also den Trainer, und den seleccionador, was wörtlich so viel wie Auswähler bedeutet und für den Coach der Nationalmannschaft verwendet wird. Alba Berlins Trainer kennt beide Rollen, der 72 Jahre alte Spanier war in seiner langen Karriere schon für etliche Klubs und die spanische Landesauswahl verantwortlich.

Beim Berliner Basketball-Bundesligisten ist er eigentlich als entrenador angestellt – in dieser Saison kommt dessen Kernkompetenz, das Trainieren, aber oft ähnlich kurz wie bei einem Nationalcoach, der nur sporadisch mit seinem Team arbeiten kann.

Durch die herausragende Eurocup-Saison, die am Montagabend nach 25 Spielen mit einer Finalniederlagen in Valencia endete, muss Alba in der Bundesliga drei Spiele nachholen. Bis zum Play-off-Start in einem Monat sind die Berliner noch neun Mal gefordert, schon am Samstag in Leipzig gegen den Mitteldeutschen BC (20.30 Uhr, live auf Magentasport). „Wir spielen alle zwei Tage und müssen die Spiele als Training nutzen“, sagte Reneses nach dem klaren 104:67-Sieg am Donnerstagabend gegen Tabellennachbar Rasta Vechta.

Nur drei Tage nach dem Eurocup-Finale präsentierte sich Alba gegen das Überraschungsteam extrem stark. Durch die frühe komfortable Führung konnten es sich die Berliner erlauben, die Einsatzzeiten gut zu verteilen. Kein Alba-Profi stand mehr als 25 Minuten auf dem Spielfeld, Rokas Giedraitis zeigte mit 26 Punkten in nur 18 Minuten ein Lehrstück in puncto Effizienz.

Drei Tage, zwei Spiele gegen den MBC

Manager Marco Baldi war ob des klaren Sieges durchaus verblüfft und fragte sich, wo die Mannschaft trotz der enormen Belastung ihre Energie hernimmt. „So eine Serie wie gegen Valencia hinterlässt Spuren und fast jeder Spieler hat irgendwelche Zipperlein“, sagte Baldi. „Daher war uns klar, dass eine große Herausforderung folgt.“ Bei der Bewältigung dieser vertraut der Manager vor allem auf Reneses’ Erfahrung und die Mentalität des Teams. „Wir müssen das irgendwie dosieren“, forderte Baldi. Das müsse aber der Trainer machen. „Wer auf dem Feld steht, muss mit voller Intensität spielen.“

Gegen Vechta gelang das auch ohne Martin Hermannsson (muskuläre Probleme im Oberschenkel) und den angeschlagenen Johannes Thiemann perfekt. Beim Blick auf die Tabelle könnte man gegen den MBC eine verhältnismäßig einfache Aufgabe erwarten, Baldi wollte davon allerdings nichts wissen. Zum einen, weil es für Alba schwer wird, in jedem Spiel mit so viel Energie aufzutreten. Vor allem aber, weil der MBC seit dem Trainerwechsel von Aleksandar Scepanovic zu Silvano Poropat „klar im Aufwind“ sei. Von den letzten vier Spielen hat der MBC drei gewonnen. „Sie können uns das Leben sehr schwer machen“, sagte Baldi.

Der Fokus der Berliner liegt dennoch auf den eigenen Stärken. „Wir wollen unseren besten Basketball spielen“, sagte Luke Sikma, der angesichts des vollen Programms aber davor warnt, zu weit in die Zukunft zu schauen. „Wir denken nur an Samstag und danach beschäftigen wir uns mit Montag“, sagt Sikma. Dann geht es in eigener Halle erneut gegen den MBC. Jeder Sieg bringt Alba dem nächsten Zwischenziel einen Schritt näher. Die Berliner wollen sich bestmöglich für die Play-offs qualifizieren. Von Platz acht sind sie nach dem Sieg gegen Vechta nicht mehr zu verdrängen, mindestens der aktuelle dritte Rang soll es aber schon sein.

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