Unter einem Dach. Die TSG Hoffenheim und der VfL Wolfsburg haben eine eigene Frauenfußball-Abteilung. Foto: Michael Deines/dpa
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Beispiel Frankfurt als Signalwirkung Wie der Frauenfußball in Deutschland weiter wachsen soll

Langfristig sollen deutlich mehr Fußball-Profivereine eine Frauen-Abteilung haben. Vorher müssen aber erstmal Strukturen dafür geschaffen werden.

Die Frauenfußball-Bundesliga strebt weitere Kooperationen mit Männer-Erstligisten an. „Viele Klubs in Spanien, England und Frankreich praktizieren dies bereits, und wenn die großen Klubs damit anfangen, werden die kleinen sicherlich auch nachziehen.“ sagte Siggi Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt und Vorsitzender des neu geschaffenen Ausschusses der Frauen-Bundesliga beim DFB.

Sein Verein spielt vom Sommer an unter dem Dach von Eintracht Frankfurt. Die Frauen starten am Freitagabend mit dem Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten TSG 1899 Hoffenheim und Titelverteidiger VfL Wolfsburg ins Fußballjahr 2020.

Nationalspielerin Däbritz sieht enormes Zuschauerpotenzial

„Ich denke, dass es langfristig so kommen wird, dass noch deutlich mehr Profi-Vereine auch eine Frauen-Abteilung haben werden“, sagte Nationalspielerin Sara Däbritz von Paris Saint-Germain. „Ich fände das aus zwei Gründen gut. Zum einen könnten dadurch viele coole Paarungen entstehen wie Bayern gegen Dortmund oder sogar Derbys wie Schalke gegen Dortmund. Da würden sicher viele Zuschauer kommen. Zum anderen habe ich in Freiburg, München und Paris nun selbst in drei solcher Vereine gespielt und sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Das Beispiel Frankfurt soll Signalwirkung haben im Land des Frauen-Olympiasiegers, Dietrich sprach von einer „echten Aufbruchstimmung“. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sagte dieser Tage bei einer Veranstaltung in Wolfsburg: „Die großen Klubs werden auch bei den Frauen den Fußball der Zukunft prägen. Bevor wir aber über so etwas wie Equal Pay reden, müssen wir Equal Play schaffen. Dass auch Mädchen von Nachwuchsleistungszentren profitieren. Dass wir die gleichen Wege für alle schaffen.“

Däbritz sieht bei einem Männer-Klub ein enormes Zuschauerpotenzial: „Die Ultras der Männer sind regelmäßig bei unseren Spielen dabei und machen richtig Stimmung. Zuletzt gegen Marseille haben wir vor 3500 Zuschauern gespielt und die Stimmung über 90 Minuten war großartig.“ In der Bundesliga liegt der Besucherschnitt allerdings immer noch bei knapp unter 1000 Fans. (dpa)

[Unsere Geschichte zum Thema: Warum Männer-Bundesligisten so wenig in Frauenfußball investieren.]

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