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Vor dieser schönen Kulisse spielte der FC Pinzgau Saalfelden gegen den SV Grödig. Foto: Sebastian Schlichting
© Sebastian Schlichting

Bei Herthas Trainingslager Champions League neben Regionalliga

Im Salzburger Land bereiten sich viele Topteams auf die neue Saison vor. In der österreichischen Regionalliga läuft diese schon. Ein Besuch vor Ort.

Die kleine, schmucke Tribüne der Sportanlage Bürgerau, offizieller Name inzwischen Saalfelden Arena, ist gut besucht. Viele der etwa 300 Zuschauer grüßen sich untereinander und plaudern. Gegner des FC Pinzgau Saalfelden ist am Dienstagabend der SV Grödig. Sechs Fans der Gäste stehen auf der gegenüberliegenden Seite hinter dem großen Banner „Untersberger Jungs“. Fahnenschwenkend, singend und trommelnd begleiten sie ihr Team durch die 90 Minuten.

Es ist der zweite Spieltag in der Regionalliga Salzburg, der dritthöchsten Spielklasse Österreichs. Die Gastgeber werden von Christian Ziege trainiert, als Spieler unter anderem Europameister 1996 und Vizeweltmeister 2002. Bei den Gästen ist Heimo Pfeifenberger Trainer, in der Bundesliga einst Profi bei Werder Bremen. In seiner aktiven Zeit hat er mit Österreich an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen.

Der kleinere Fußball hat also durchaus einige große Namen zu bieten. In Saalfelden gab es im vergangenen Jahr kurzzeitig sogar riesige Träume. Der damalige Investor hatte den Begriff „Champions League“ als Ziel ausgesprochen. Nun sagte Trainer Ziege, dessen Sohn Alessandro im Team steht, vor dem Saisonstart beim Onlineportal „Salzburg24“: Wichtig ist, dass man immer am Boden bleibt, hart arbeitet und niemals davon ausgeht, dass irgendetwas von selbst läuft.“

Auch den großen Fußball mit vielen großen Namen gibt es hier im Sommer. Der FC Liverpool, Champions-League-Sieger 2019, etwa war jüngst in Saalfelden, ist nun zur Vorbereitung nach Tirol weitergezogen. Im edlen Hotel mit angeschlossenem Trainingsplatz – etwa sieben Kilometer von der Saalfelden Arena entfernt – logiert jetzt Fußball-Bundesligist RB Leipzig. In Leogang, ein paar Autominuten entfernt, hält Hertha BSC sein Trainingslager ab. Trainiert wird im Steinbergstadion.

Hier sind die Bedingungen ebenfalls perfekt, sei es im Hotel oder auf dem Platz. Wird beispielsweise bei einer Einheit der Rasen im Strafraum etwas mehr beansprucht, kümmert sich umgehend jemand um die Pflege des Grüns. Auch heftiger Regen oder Gewitter ist bislang – anders als es nach den Vorhersagen zu erwarten war – beim Training größtenteils ausgeblieben.

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Stattdessen zeigt sich die Sonne schon morgens von ihrer starken Seite. Einige Dutzend Hertha-Fans sind bei den Einheiten stets auf der Tribüne dabei – und grüßen vielstimmig zurück, wenn Co-Trainer Andreas „Zecke“ Neuendorf einen „Guten Morgen“ wünscht.

Beim Regionalligaspiel sind auch einige Hertha-Fans zugegen. Tore fallen zunächst keine. Dafür gibt es Speis und Trank zu fairen Preisen, ein großes Bier und eine Leberkässemmel für zusammen sechs Euro. Hinter den Stehstufen auf der Gegenseite liegen die Tennisplätze des ESV Saalfelden, die das ganze Spiel über gut frequentiert sind.

Am Donnerstag spielt Hertha BSC gegen den FC Liverpool

Nach Herthas Trainingseinheit am Mittwochvormittag geht es um die drei anstehenden Testspiele. Zunächst wartet am Donnerstag in Innsbruck der FC Liverpool (20.20 Uhr, live bei ServusTV). „Ich will guten Kampfgeist sehen und einiges, was wir geübt haben. Glänzen werden wir sicher noch nicht. Aber wir haben noch Zeit“, sagt Trainer Pal Dardai.

Die Profis, die sich die größten Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz im ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal beim SV Meppen machen können, werden viel Einsatzzeit bekommen.

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Am Freitag (18 Uhr) gegen Al-Hilal Riad aus Saudi-Arabien sollen in Bruck an der Großglocknerstraße vornehmlich die Nachwuchsspieler eine Chance erhalten. Die Talente trainieren nach Dardais Aussage auf einem sehr guten Niveau: „Sie sind nicht nur zum Trainieren hier, sondern auch für die Spiele.“ Im letzten Testspiel am Samstagnachmittag in Bramberg am Wildkogel gegen Gaziantep FK (16 Uhr) aus der Türkei wird Dardai dann wohl wieder nach 45 Minuten viel wechseln.

In der Arena, unter dem Gipfel des 2504 Meter hohen Breithorns gelegen, gibt es in der zweiten Halbzeit Tore zu sehen. Mittelfeldspieler Christopher Fürstaller trifft für Saalfelden zum 2:0-Sieg gegen den früheren Erstligisten, der Stadionsprecher freut sich lautstark über den „Doppelpack“. Grödigs Trainer Pfeifenberger ist weniger zufrieden und wird nach einer Beschwerde vom Schiedsrichter aufgefordert, sich doch bitte etwas zurücknehmen. Dann ist bald Schluss in der Dritten Liga. Die ersten Punkte für Christian Zieges Mannschaft sind da. Die „Untersberger Jungs“ packen derweil ihre Fan-Utensilien ein.

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