Zum großen Wurf angesetzt. Deutschen Wasserballern um Maurice Jüngling fehlt wohl noch ein Sieg für die Teilnahme an der Olympia-Quali. Foto: Imago/Giorgio Scala
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Bei der EM in Ungarn Das zweite Endspiel für die deutschen Wasserballer

Das deutsche Team will bei der Wasserball-EM in Budapest mit einem weiteren Sieg im Olympia-Rennen bleiben. Trainer Hagen Stamm ist zuversichtlich.

Hagen Stamm verlässt sich auf seine Erfahrung. „Es sind sich alles bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Sieg als Nachrücker dabei zu sein, bei 90 Prozent liegt“, sagt der Bundestrainer der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft. Mit eben diesem Sieg gegen Rumänien am Mittwoch (14.30 Uhr) würden die Deutschen bei der Europameisterschaft in Ungarn ins Spiel um Platz neun einziehen.

Genau das war das erklärte Ziel vor dem Turnier – und würde den deutschen Wasserballern eben höchstwahrscheinlich einen Platz beim Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Tokio sichern. Die Möglichkeit, nicht auf diesen Nachrückerplatz angewiesen zu sein, verspielte das Team von Stamm am Montag in der Viertelfinal-Qualifikation gegen Spanien. Und doch ist die Zuversicht sogar gewachsen.

Hagen Stamm musste in der Vorbereitung improvisieren

Das Spiel gegen Rumänien sei ein Spiel auf Augenhöhe, sagt Stamm, der in der Vorbereitung improvisieren musste. „Wir sind durch die vielen Verletzungen im Vorfeld gehandicapt und sind nicht auf dem Niveau, wie wir bei der WM gespielt haben“, sagt Stamm.

Bei der WM hatte sein Team als Viertelfinalist überzeugt. „Wir müssen über jeden Schritt, den wir nach vorne machen, froh sein.“ Und das 6:12 gegen Spanien war eben so ein Schritt nach vorne – das Ergebnis fiel letztlich deutlicher aus, als der Leistungsunterschied beider Teams war.

„Wir hatten das erste Endspiel in der Gruppenphase gegen die Slowakei, das wird jetzt das zweite“, sagt Stamm. Durch den Sieg gegen die Slowakei war das Team überhaupt erst im Olympia-Rennen geblieben und hatte sich als Gruppendritter für die K.-o.-Runde qualifiziert. Zwar entscheidet sich erst im Februar final, wie viele Starter beim Olympia-Qualiturnier vom 29. März bis 5. April in Rotterdam dabei sind – doch Stamm kann eben auf Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zurückgreifen.

Zuversichtlich. Bundestrainer Hagen Stamm glaubt fest an EM-Platz neun. Foto: Balazs Czagany/dpa Vergrößern
Zuversichtlich. Bundestrainer Hagen Stamm glaubt fest an EM-Platz neun. © Balazs Czagany/dpa

Es ist so, dass die vier besten europäischen Mannschaften bei Olympia dabei sind, die Teams auf den Plätzen fünf bis acht nehmen neben Ausrichter Niederlande am Qualifikationsturnier teil. Platz neun ist demnach der erste Nachrücker, wenn andere Kontinente verzichten. Und genau da setzt Stamm an: „Die Erfahrung der letzten Olympia-Qualifikationen hat gezeigt, dass es immer zwei bis vier Nachrücker gibt – weil aus Afrika, Ozeanien, Südamerika und Amerika keine Teams nachrücken wollen.“

Das liegt daran, dass sie für sich keine Erfolgschancen auf einen der vier Startplätze sehen, die in Rotterdam ausgespielt werden – und ihnen dementsprechend die Reisekosten zu hoch sind. Unter Umständen haben sogar der Elfte und Zwölfte noch eine kleine Chance – je nachdem, wie viele von den anderen Kontinenten absagen und nicht nach Europa kommen. Verlassen wollen sich die Deutschen darauf allerdings nicht.

Wasserballer wollen Revanche gegen Georgien

Stamm war schon 2004 mit den deutschen Wasserballern dabei und wurde Fünfter. Neben dem möglichen Olympia-Erlebnis hat er auch aus einem anderen Grund die Teilnahme am Qualiturnier fest im Visier. „Nach der problemhaften Vorbereitung mit vielen Ausfällen war die Olympia-Quali unser Ziel, um uns die fünf Wochen zusätzliche Trainingsarbeit zu ermöglichen“, sagt Stamm. „Die brauchen wir dringend, weil die drei Wochen jetzt waren zu kurz.“

Deshalb wollen sich die Deutschen nochmals steigern und „gegen Rumänien ein gutes Ergebnis machen“, sagt der Bundestrainer. Denn dann winkt ihnen im Spiel um Platz neun wohl eine mögliche Revanche gegen Georgien am Freitag, gegen die hatten sie in der EM-Qualifikation verloren. „Die Rechnung“, sagt Stamm, „würden wir gerne begleichen.“ Dabei ist sich Stamm dann auch hundertprozentig sicher.

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