Wenn Dennis Schröder mit Tempo zum Korb zieht, ist er kaum zu stoppen. Foto: Chris Nicoll-USA TODAY Sports/Reuters
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Basketball Dennis Schröder ist noch kein ganz Großer in der NBA

Mit 41 Punkten hat der Braunschweiger seine Atlanta Hawks gegen Utah zum Sieg geführt. Den nächsten Entwicklungsschritt kann Schröder aber nur mit einem konkurrenzfähigen Team machen. Ein Kommentar.

An Selbstvertrauen hat es Dennis Schröder noch nie gemangelt. Der Braunschweiger Basketballer setzt sich stets hohe Ziele. Schon mit 19 Jahren wechselte er 2013 in die beste Liga der Welt, er wurde Stammspieler in der NBA, im vergangenen Sommer dann zum Gesicht der Atlanta Hawks. In der Nacht zu Mittwoch unserer Zeit führte er sein Team mit 41 Punkten, sieben Assists und fünf Rebounds zum Sieg gegen die Utah Jazz. Es war das beste Spiel seiner Karriere. Der einzige Deutsche, der je mehr Punkte erzielte, war Dirk Nowitzki, und das zuletzt vor fast acht Jahren. Ein ganz Großer in der NBA, wie es seinem Selbstverständnis entspricht, ist Schröder aber trotz seines 70-Millionen-Dollar- Vertrages und seines unbestritten großen Potenzials noch nicht.

Denn mit seinem Team steht der 24 Jahre alte Spielmacher ganz am Ende der Tabelle. Vor der Saison haben die Hawks einige Leistungsträger abgegeben und einen Neuaufbau eingeleitet – mit Schröder als Anführer. Von 71 Spielen hat das Team aus dem Bundesstaat Georgia aber nur 21 gewonnen, die Mitte April beginnenden Play-offs wurden zum ersten Mal seit Jahren verpasst.

Zuletzt saß der Braunschweiger in der Schlussphase oft auf der Bank. Da in der NBA die schlechtesten Teams die besten Chancen auf die hoffnungsvollsten Talente haben, sind Siege in dieser Situation eher kontraproduktiv. Das mag perspektivisch clever sein, einem so ambitionierten Spieler wie Schröder kann es aber nicht gefallen, von der Bank zuzuschauen, wie sein Team verliert. Gegen Utah stand er bis zum Ende auf dem Platz – und führte sein Team zum ersten Sieg nach sechs Niederlagen in Folge.

Statistisch gesehen hat sich Schröder in dieser Saison leicht verbessert, auch als Führungsspieler kann er von der schwierigen Zeit eigentlich nur profitieren. Noch ein Jahr ohne Play-off-Chancen sollte es aber nicht werden. Denn auch in der NBA sind Siege und Titel letztlich wichtiger als Punkte.

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