Lief nicht viel zusammen für Dennis Clifford (r.) und Alba Berlin. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
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Basketball Baskets Oldenburg machen Alba Berlin Angst

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Alba muss überraschend in ein Entscheidungsspiel gegen Oldenburg. Jetzt droht den Berlinern das Aus schon in der ersten Play-off-Runde.

Im Normalfall stehen beim Basketball die Zuschauer so lange, bis ihr Team die ersten Punkte erzielt. Am Dienstag in Oldenburg aber standen die meisten Anhänger des heimischen Klubs Baskets fast über das ganze Spiel, weil es sie nicht auf ihren Sitzen hielt. Es ging schließlich um viel. Die Oldenburger wollten in der Viertelfinalserie Best of five gegen Alba Berlin ein Entscheidungsspiel in der Hauptstadt erzwingen. Und das gelang ihnen eindrucksvoll. Die Baskets Oldenburg besiegten Alba Berlin mit 97:85 (45:53). Damit fällt die Entscheidung um den Einzug ins Halbfinale am Donnerstag um 19 Uhr in der Arena am Berliner Ostbahnhof.

„Oldenburg hat gut geworfen und wir waren in der Defense nicht stark genug, um noch einmal zurückzukommen“, sagte Albas Akeem Vargas. „Ich freue mich auf Spiel fünf. So etwas ist das Schönste, was es im Basketball gibt.“ Der 28-Jährige war vermutlich auch deshalb voller Vorfreude, weil es bislang in der Serie zwischen Alba und Oldenburg ausschließlich Heimsiege gegeben hat.

Am Dienstag taten sich die Gäste gleich im ersten Viertel schwer. Den starken Oldenburger Center Rasid Mahalbasic bekamen sie nicht in den Griff. Der österreichische Nationalspieler überraschte Alba auch mit erfolgreichen Würfen aus der Distanz.

Bei den Berlinern hielt zunächst Spielmacher Peyton Siva, etwas später dann vor allem Vargas dagegen. Der Guard hatte bisher in der Serie gegen Oldenburg keine große Rolle gespielt. Im vierten Spiel aber verteidigte er nicht nur wie üblich hart, er punktete zudem sicher von außen.

Im zweiten Viertel fand Alba dann seinen Rhythmus. Die Berliner spielten ihren gefürchteten, schnellen Basketball. In dieser Phase machte sich bemerkbar, dass Alba einen wesentlich breiteren und besser besetzten Kader hat als die Oldenburger. Von der Bank brachten Spieler wie Niels Giffey und Joshiko Saibou viel Entlastung.

Alba enttäuscht in der zweiten Hälfte

Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic war bei seinen Auszeiten vor lauter Heiserkeit kaum zu verstehen. Doch eines brüllte er im zweiten Viertel immer wieder: „Wir haben zu viel Respekt.“ Auf der anderen Seite äußerte sich Giffey in der Halbzeitpause sehr zufrieden: „Wir haben den Druck erhöht und die Jungs zum Laufen gebracht. Das war gut.“

Aber anschließend war plötzlich gar nichts mehr gut bei Alba. Das Team von Reneses spielte ein furchtbares drittes Viertel. Plötzlich trafen die Berliner ihre Würfe nicht mehr, während Oldenburg sich in einer Rausch spielte. Mit 29:10 gewannen die Baskets dieses Viertel. Die rund 6000 Zuschauer in der Oldenburger Arena tobten.

Das taten sie auch noch in den letzten zehn Minuten, in denen Alba sich nicht in der Form gegen die Niederlage stemmte, wie viele es von einem der großen Meisterschaftsfavoriten vielleicht erwartet hätten. „Wir hatten einfach Spaß heute“, sagte Oldenburgs Karsten Tadda.

Das lag vor allem daran, dass seine Mannschaft eine überragende Wurfquote hatte. 17 von 32 Dreipunkte-Würfe der Baskets fanden den Weg in den Korb. Alba versuchte es aus der Distanz 21 Mal und hatte mit fünf erfolgreichen Dreiern eine äußerst schwache Quote.

Im ersten Spiel der Serie noch hatte Alba die Oldenburger geradezu überrollt. Dass dieses Duell erst im fünften Spiel entschieden würde, schien damals äußerst unwahrscheinlich. Nun aber ist es doch so gekommen. Für Alba Berlin, einen der Favoriten auf den Gewinn der Meisterschaft, ist also gleich die erste Hürde in den Play-offs eine gewaltige. Am Donnerstag muss das spielstarke, aber sehr junge Berliner Team beweisen, dass es die Nerven hat, in solch einer Drucksituation zu bestehen. (Tsp)

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