Mit links: Lionel Messi zaubert den Freistoß zum 3:0 gegen den FC Liverpool in den Kasten. Foto: Jose Jordan/AFP
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Barcelona siegt gegen Liverpool Lionel Messi, Freistoßgott

Leonard Brandbeck

Lionel Messi dreht mal wieder auf. Dass er nun auch noch Freistöße schießt wie kein Zweiter, verdeutlicht seine Extraklasse. Ein Kommentar.

Es gibt da diese Geschichte, wonach es erst den argentinischen Fußballheiligen Diego Maradona selbst brauchte, damit Lionel Messi zum gefürchtetsten aller Freistoßschützen werden konnte. Bei dem sich Freistöße bisweilen wie Elfmeter anfühlen. Dessen Bälle sich so sagenhaft in den Torwinkel drehen. Bei dem es egal ist, ob die Kugel nur 17 oder knapp 30 Meter vom Tor entfernt auf dem Rasen liegt. So wie am Mittwochabend im Camp Nou, als Messi mit seinem Kunststück zum 3:0 nicht nur das Spiel, sondern vermutlich bereits das komplette Champions-League-Halbfinale gegen den FC Liverpool entschied.

Maradona also habe sich in seiner Zeit als argentinischer Nationaltrainer, so berichtet es zumindest der damalige Fitnesscoach des Teams Fernando Signorini, einmal Messi beiseite genommen, als der beim Training mit mäßigem Erfolg ein paar Freistöße auf das Tor schnickte. „Kleiner Leo, kleiner Leo, komm mal zu mir. Lass es uns noch einmal probieren“, habe Maradona seinen Schützling zu sich beordert und ihm darauf die entscheidenden Tipps eingeflüstert: „Du musst den Ball so hinlegen, und wenn du ihn dann triffst, darfst du deinen Fuß nicht so schnell zurückziehen. Der Ball hat sonst keine Ahnung, was du von ihm möchtest.“ Und dann habe er den Ball vor Messis Augen in den Torwinkel gezirkelt.

2009 sei das gewesen. Für den FC Barcelona hatte Messi bis dahin nur ein einziges Freistoßtor geschossen. Seitdem sind 41 dazugekommen, knapp die Hälfte davon allein in den letzten drei Spielzeiten. Siebenmal hatte Messi in der vergangenen Saison den ruhenden Ball ins Tor gezaubert, mit seinem Tor am Mittwochabend hat er seine persönliche Bestmarke nun übertroffen und steht bei acht Freistoßtreffern. Kein Spieler hat seit 2014 in den großen europäischen Ligen mehr Freistoßtore erzielt als er.

Beeindruckende Zahlen, die zeigen, dass Messi auch mit 31 Jahren noch immer weiter an sich und seinen Fähigkeiten arbeitet und in der Lage ist, seinem Spiel eine weitere Dimension hinzuzufügen. Und das ist – Maradona hin oder her – eine Anlage, die nur den Allergrößten vorbehalten ist. Man könnte auch sagen: Dem Allergrößten.

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