Ein bisschen Ruhe. Das wünscht sich Jürgen Klopp in der Diskussion um die Nationalmannschaft nach der WM. Foto: REUTERS
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Auch Rudi Völler äußert sich "Völliger Quatsch": Klopp nimmt Özil und Gündogan in Schutz

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Der Liverpool-Coach kritisiert den Umgang mit den Nationalspielern - und auch Philipp Lahm für die Äußerungen zu Jogi Löw. Damit ist er nicht allein.

Mit deutlichen Worten hat Jürgen Klopp die Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan in der emotionalen Debatte um die Erdogan-Fotos in Schutz genommen und auch Partei für Joachim Löw ergriffen. „Das ist doch völliger Quatsch. Die intelligenten Menschen dieses Landes fordern Toleranz. Und die anderen sollten am besten mal den Mund halten und die Jungs nicht infrage stellen“, sagte der Trainer des FC Liverpool der „Sport Bild“. Klopp räumte ein, dass Özil und Gündogan nicht gut beraten wurden, als sie sich bei einem Termin im Mai mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren ließen.

Aber: „Wir sollten nicht vergessen, dass die beiden nun mal türkische Wurzeln haben, auch wenn sie hier in Deutschland aufgewachsen sind. Aber es ist wie immer: Wer am lautesten krakeelt, wird am meisten gehört“, monierte Klopp die Anfeindungen gegen die Profis. Gündogan hatte sich noch vor der WM zu dem umstrittenen Termin mit Erdogan geäußert. Özil hat dazu selbst noch nicht gesprochen. Zuletzt waren DFB-Präsident Reinhard Grindel und Teammanager Oliver Bierhoff in die Kritik geraten, weil sie mit Interview-Aussagen den Eindruck erweckt hatten, Özil sei durch sein Verhalten für das frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft mitverantwortlich.

Völler zieht Vergleich zu Mbappé

Bezüglich der Diskussion um notwendige Veränderungen im Führungsstil von Bundestrainer Joachim Löw widersprach er Philipp Lahm, der gefordert hatte, weniger kollegial mit den Nationalspielern umzugehen. „Führungsstile sind immer dazu da, um an die Gruppe angepasst zu werden, die du hast. Um dazu was zu sagen, müsste Philipp Lahm vielleicht mal ins Detail gehen“, sagte der Trainer des FC Liverpool.

In die gleiche Kerbe haute auch der ehemalige DFB-Teamchef Rudi Völler: „Jogi Löw muss sich gar nicht ändern. Er weiß, wie er die Mannschaft zu führen hat“, sagte Völler der „Sport Bild“. „Vor einem Jahr hat Jogi mit diesen jungen Spielern den Confed Cup gewonnen. Er weiß, mit welcher Generation er es zu tun hat“, fügte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen an. Auch der französische Jungstar und Weltmeister Kylian Mbappé verhalte sich abseits des Platzes nicht anders als die jungen deutschen Akteure. „Aber er kommt im Eins-gegen-eins an seinem Gegenspieler vorbei und schießt den Ball ins Eck. Nur das zählt. Das ist die Wahrheit“, sagte Völler.

Lahm hatte in einem Beitrag in seinem LinkedIn-Profil Löw aufgefordert, einen strafferen Führungsstil zu pflegen. Dieser sei für die neue Spielergeneration notwendig, meinte der Weltmeister von 2014. „Es ist mir zu oberflächlich zu sagen, dass wir wegen eines bestimmten Führungsstils oder einer falschen Ansprache ausgeschieden sind“, sagte Völler. (dpa)

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