Wechselt André Schürrle von Dortmund nach Stuttgart. Foto: AFP
p

André Schürrle und Co. Die früh gealterten Weltmeister

Sebastian Rauball
11 Kommentare

2014 waren sie die Helden von Rio: Jetzt stehen die Karrieren von André Schürrle und Mario Götze am Scheideweg. Doch sie sind nicht die einzigen Weltmeister, die schwächeln. Ein Kommentar.

André Schürrle soll, so lauten die Gerüchte, auf Leihbasis seinem Nationalmannschaftskollegen Mario Gomez nach Stuttgart folgen. Für den Weltmeister von 2014 wäre dies nur folgerichtig. Durch Verletzungen zurückgeworfen, war er bei Borussia Dortmund zuletzt selten zum Zug gekommen. Nur vier Spiele konnte er in der Bundesliga in dieser Saison bestreiten. In Dortmund spielte er mit Mario Götze zusammen – dem es ähnlich geht.

Gemeinsam haben sich die beiden bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien unsterblich gemacht: Nach einer Flanke von Schürrle schoss Götze den Ball artistisch ins Netz. Das einzige Finaltor. Aber was ist davon geblieben? Die beiden Spieler, jetzt 27 und 25 Jahre alt, zählen ohne Zweifel zu den Besten in Deutschland, aber bis zum Sommer müssen sie dies auch auf dem Platz zeigen, um bei der WM dabei zu sein.

Timo Werner und andere machen Druck

Auch andere Weltmeister schwächeln: Mesut Özil war zu Beginn der Saison ein Totalausfall beim FC Arsenal. Mittlerweile hat er sich ein bisschen gefangen und wird möglicherweise in der Winterpause wechseln. Schlimmer steht es um Thomas Müller, der nun schon die zweite schwache Saison in Folge spielt. 20 Tore schoss er in seiner letzten Saison unter Pep Guardiola 2015/2016. Danach erzielte er in 42 Spielen in der Bundesliga nur noch sieben Tore.

Wie erfrischend wirken dagegen die Auftritte von jungen Offensivakteuren, die bisher keine oder nur eine marginale Rolle in der Nationalelf gespielt haben. Maximilian Philipp oder Kevin Volland zum Beispiel. Und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die beim Confed-Cup überzeugten, allen voran Timo Werner, Lars Stindl und Julian Brandt. Ihnen mag zwar die WM-Erfahrung der Altvorderen abgehen, doch haben sie mehrfach bewiesen, dass sie auch international Leistung zeigen können. Daher sollte die frühgealterte Truppe um Müller, Özil und Co sich jetzt ins Zeug legen. Sonst verteidigen vielleicht andere ihren Titel in Russland.

Zur Startseite