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Zum Nägelkauen. Adi Hütter kassierte mit Eintracht Frankfurt eine heftige Niederlage gegen seinen künftigen Klub Borussia Mönchengladbach. Foto: AFP
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Adi Hütter verliert mit Eintracht Frankfurt 0:4 Lieber mit Gladbach als gegen Gladbach

Auch im vorerst letzten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach bleibt es dabei: Hütter kann gegen Gladbach nicht gewinnen. Mit der Eintracht verliert er 0:4.

Es ist in den vergangenen Tagen viel darüber diskutiert worden, warum Adi Hütter als Trainer von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach wechselt; warum er sich erst einmal freiwillig verschlechtert und von einem potenziellen Champions-League-Teilnehmer zu einem Klub wechselt, der in der kommenden Saison womöglich überhaupt nicht europäisch spielt. Eine klare Antwort auf diese Frage hat Hütter bisher noch nicht gegeben. Aber vielleicht ist es ganz einfach. Vielleicht hat er einfach keine Lust mehr, gegen Gladbach zu spielen.

Sieben Mal trat er mit Young Boys Bern und Eintracht Frankfurt gegen die Borussia an. Mehr als zwei Unentschieden (bei fünf Niederlagen) sind für ihn dabei nicht herausgesprungen. Die Gladbacher sind damit der einzige Klub aus der Bundesliga, gegen den Hütter noch nie gewonnen hat. Daran sollte sich auch bei seinem vorerst letzten Versuch nichts ändern. 0:4 (0:1) hieß es am Ende aus Sicht der Frankfurter.

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Das Duell im Borussia-Park war die wohl brisanteste Partie am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Am Montag war Hütters Wechsel zur Borussia bekannt geworden, fünf Tage später traf er mit seiner aktuellen Mannschaft auf seinen künftigen Klub. Adi Hütter konnte sich also gewissermaßen selbst um die Teilnahme am Europapokal bringen.

Andererseits dürfte es nun Diskussionen geben, was Hütters angekündigter Weggang mit der deutlichen Niederlage seiner Mannschaft zu tun hatte, welchen Einfluss die Entscheidung des Trainers darauf hatte. „Keinen“, antwortete Eintrachts Torhüter Kevin Trapp, noch bevor der Fernsehreporter von Sky seine Frage zu Ende formuliert hatte. Sein Kollege Sebastian Rode ahnte, dass der Ausgang des Spiels „Wasser auf die Mühlen der Kritiker“ sei, die es genauso vorhergesagt hatten. „Es ist jetzt an uns, in den nächsten fünf Spielen zu zeigen, dass es nicht daran liegt.“

Bei Gladbach fehlten drei Stammspieler

Während Hütter dieselbe Startelf aufbot wie vor einer Woche beim aufregenden 4:3 gegen Wolfsburg, musste sein künftiger Vorgänger Marco Rose mit Torhüter Yann Sommer, Christoph Kramer und Kapitän Lars Stindl gleich drei Stammspieler ersetzen. Trotzdem erwischte die Heimmannschaft den besseren Start. Schon nach zehn Minuten ging Borussia in Führung. Nach einer Ecke von Jonas Hofmann kam Matthias Ginter am Fünfmeterraum völlig frei zum Kopfball und traf zum 1:0.

„Spiele gegen Eintracht Frankfurt sind immer wild“, hatte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl vor dem Anpfiff bei Sky gesagt. Im Hinspiel hatte es ein 3:3 gegeben, bei dem der diesmal fehlende Stindl alle drei Tore für sein Team erzielt hatte. Nach dem Spiel lag die Borussia vier Punkte vor den Frankfurtern; vor dem Rückspiel in Mönchengladbach waren es 13 Punkte – die Frankfurt vor den Gladbachern lag.

So deutlich gestaltete sich das Bild auf dem Rasen nicht. Aber tatsächlich wurden die Gäste ab Mitte der ersten Hälfte stärker und griffiger. Gladbach geriet arg unter Druck und brachte zeitweise keinen gepflegten Spielaufbau zuwege. Luka Jovic verpasste nach einer Flanke seines serbischen Landsmanns Filip Kostic per Kopf nur knapp das Tor. Und im Anschluss an eine Ecke war es Borussias Ersatztorhüter Tobias Sippel, der einen Kopfball von Stefan Ilsanker an die Latte wischte.

Eintrachts Torhüter Trapp half ein wenig mit

Aber Gladbach bekam die Sache wieder unter Kontrolle, war auch nach der Pause besser und verpasste es, gegen die in dieser Phase etwas fahrigen Frankfurter früh für klare Verhältnisse zu sorgen. Es musste erst Kevin Trapp ein bisschen mithelfen. Nach einer bereits abgewehrten Ecke landete der Ball noch einmal bei Hofmann, der es aus spitzem Winkel versuchte. Eintrachts Torhüter ließ den Schuss unter seinem Arm zum 2:0 für die Borussen hindurchrutschen. Kurz darauf, erneut nach einer Ecke, war Trapp machtlos. Gladbachs Innenverteidiger Nico Elvedi köpfte den Ball an die Latte. Im Nachsetzen traf Ramy Bensebaini zum 3:0.

„Wir waren heute nicht so griffig“, sagte Hütter. Trotzdem steckte seine Mannschaft selbst nach dem 0:3 nicht auf. Die sonst so starke Offensive aber blieb weitgehend blass. Vor allem von Toptorjäger André Silva war wenig zu sehen. Auch deshalb blieb die Eintracht zum zweiten Mal in dieser Saison und erstmals seit Oktober ohne Tor. Stattdessen traf der eingewechselte Hannes Wolf in der Nachspielzeit sogar noch zum 4:0 für die Gladbacher. „So ein Spiel ist uns auch einmal zuzugestehen“, sagte Frankfurts Mittelfeldspieler Rode. (Tsp)

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